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Fehler im Vettel-Team

Zu viele Pannen bei Red Bull

Sebastian Vettel Foto: dpa 56 Bilder

In der Summe aller Eigenschaften ist der Red Bull-RB5-Renault das beste Auto der Formel 1. Die Konstruktion von Adrian Newey weist weniger starke Schwankungen auf als der Brawn GP.

06.09.2009 Michael Schmidt

Er ist auf allen Strecken konkurrenzfähig, und wenn es mal nicht zum Gewinnen reicht, dann ist Sebastian Vettels und Mark Webbers Dienstfahrzeug immer noch gut genug für einen Podestplatz.

Der Red Bull kommt mit allen Temperaturen zurecht, und er ist im Regen eine Klasse für sich. Der überlegene Doppelsieg von Shanghai hat es gezeigt. Schnelle Kurven liegen ihm mehr als das Stop and Go der Stadtkurse, doch auch dort ist das schönste Auto im Feld nicht hoffnungslos verloren.

Pleiten, Pech und Pannen bei Vettel

Die Brawn GP dagegen kommen schwer ins Straucheln, wenn die Asphalttemperaturen unter 25 Grad sinken oder wenn die Kurven wie in Silverstone mal ein bisschen schneller und flüssiger werden. Und trotzdem haben Jenson Button und Rubens Barrichello zusammen 23,5 Punkte mehr auf dem Konto als ihre Verfolger von Red Bull. Das liegt an der Fehlerquote. Die Saison von Red Bull war von großen und kleinen Pannen begleitet.

In Melbourne verlor Vettel einen sicheren Podestplatz durch eine Kollision mit Robert Kubica. Das kostete ihn indirekt auch WM-Punkte beim folgenden Grand Prix in Malaysia. Der Deutsche wurde um zehn Startplätze strafversetzt. In Bahrain hätte Vettel vielleicht sogar gewinnen können, wäre er bei Start nicht hinter Jenson Button und Lewis Hamilton zurückgefallen. Der zweite Platz war insofern ärgerlich, weil Button mit einem angeschlagenen Auto fuhr. Sein Brawn GP hatte Kühlprobleme. Button brauchte eine freie Straße vor sich. Im Pulk hätte er die Motordrehzahl dramatisch zurücknehmen müssen.

Auch in Barcelona kam Vettel beim Start hinter das falsche Auto. Der KERS bewaffnete Ferrari von Felipe Massa war langsam, für Vettel aber unüberholbar. Die nächsten beiden Rennen scheiterte der WM-Dritte an der aggressiven Strategie. Mit seinen kurzen ersten Turns fiel er in Monte Carlo und Istanbul zu früh zu weit zurück. Ein Leitplankenkuss in Monte Carlo brachte den dritten von fünf Nullern.

Kollision deckt beschädigte Vorderachse auf

In Budapest bezahlte Vettel für eine Kollision mit Kimi Räikkönen im Startgewühl. Doch vielleicht hatte die kleine Berührung auch ihre gute Seite. So entdeckten die Red Bull-Ingenieure, dass die linke Vorderradaufhängung am Übergang zum Chassis schon seit zwei Rennen beschädigt war. Und das hat bei Vettel aufs Tempo gedrückt. In Valencia kostete die Renault-Motorenseuche dem 22-jährigen Jungstar WM-Punkte.

Den dritten Platz von Spa, der unter besten Bedingungen vielleicht sogar ein Sieg hätte werden können, muss sich Vettel selbst ankreiden. In der entscheidenden Trainingsrunde machte Vettel einen Fehler. "Ich habe in Kurve 14 das Heck ein bisschen zu weit rausgehängt. Sonst wäre ein Startplatz im Bereich von Barrichello möglich gewesen." Barrichello war Vierter. Mit einem besseren Startplatz hätte Vettel Siegchancen gehabt.

Webber mit sechs perfekten Rennen in Serie

Auch Mark Webbers Saison verlief nicht pannenfrei. Sein Heimrennen bringt dem Australier kein Glück. Webber war unverschuldet in eine Startkollision verwickelt, musste nach einer Runde an die Box und kam nur als Zwölfter ins Ziel. Gleiches Spiel in Bahrain: Adrian Sutil blockierte Webber in der Qualifikation. Von Startplatz 18 holt man keine Punkte.

Nach einer Serie von sechs perfekten Rennen holte Webber in Valencia die Seuche ein. Der Australier war zwar nicht in Höchstform, doch zwei Punkte hätten es werden können. Die wurden am Ende durch einen schlechten zweiten Tankstopp verschenkt. Die Red Bull-Crew agierte vorsichtig, nachdem zuvor bei Vettel ein Problem mit dem Tanken aufgetreten war. Wegen des hohen Gasdrucks im Tank des Autos hatten die Sicherheitsventile der Tankanlage den Zufluss gesperrt.

Zweimal Rang neun für Webber

In Spa lag der Sieger des GP Deutschland auf Punktekurs, als ihm erneut ein Missgeschick beim Boxenstopp dazwischen kam. Der Mann am Lollipop gab Webber das Zeichen zum Losfahren, obwohl von hinten gerade Nick Heidfeld anbrauste. Webber wurde wegen der riskanten Nummer zu einer Durchfahrtsstrafe verdonnert. Wie in Valencia kam er auf dem undankbarsten Platz ins Ziel. Für Rang neun gibt es keine Punkte mehr.

Wenn man sich vor Augen hält, dass Jenson Button in den letzten fünf Rennen nur elf Punkte hamsterte, dann hat Red Bull die Schwäche des WM-Spitzenreiters nicht optimal genutzt. Die Krise von Button wird nicht ewig andauern. Mit Monza und Singapur folgen zwei Strecken, die dem Brawn GP liegen. Die Asphalttemperaturen sollten auch kein Problem sein. Bei fünf noch ausstehenden Rennen kennt Button seine Aufgabe: Noch ein Sieg, und er ist durch mit dem WM-Titel.

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