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Felipe Massa

"Ich bin bereit, um den Titel zu kämpfen"

Felipe Massa Foto: dpa 36 Bilder

Felipe Massa fährt 2011 seine sechste Saison für Ferrari. Nach einem schwachen Jahr will der Brasilianer wieder um den Titel kämpfen. Hoffnung schöpft Massa vor allem aus den neuen Pirelli-Reifen, wie er bei der traditionellen Ferrari-Saisoneröffnung in Madonna die Campiglio verriet.

13.01.2011 Tobias Grüner

Was sind die Ziele für 2011?
Massa: Es ist ein neues Jahr, eine neue Meisterschaft mit vielen Neuerungen. Mein Ziel ist es, wieder Rennen zu gewinnen und um die Meisterschaft zu kämpfen. Ich weiß, dass ich kein gutes Jahr 2010 hatte. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich 2011 wieder ein Wörtchen um den Titel mitreden kann.
 
Was halten Sie von der Wiedereinführung von KERS? Müssen Sie extra dafür abnehmen?
Massa: Wir haben es ja schon 2009 benutzt. Damals war jedes Kilo wichtig. Noch wichtiger als 2011. Wir waren damals zu Beginn der Saison am Limit. Zum Glück bin ich der leichteste Fahrer in der Formel 1. Ich muss also nicht extra aufpassen, was ich esse oder wie ich trainiere. Andere Fahrer müssen mehr abnehmen.

Man hatte das Gefühl, dass die Motivation nach dem Rennen von Hockenheim nachgelassen hatte?
Massa: Das glaube ich nicht. Das war vom ersten Rennen an eine schwere Saison für mich. Vor allem der Reifen hat im Qualifying Schwierigkeiten gemacht - mehr als noch im Rennen. Das war das größte Problem. Es war schwer den Reifen mit meinem Fahrstil zum Arbeiten zu bringen. Ich habe alles versucht. Jetzt ist alles neu. Ich habe die Pirelli-Reifen vom ersten Moment beim Test gemocht. Das gibt mir ein gutes Gefühl und ist ein gutes Zeichen für die neue Saison. Meine Motivation ist sehr hoch.

Welche Probleme hatten Sie mit den Reifen?
Massa: Von 2009 auf 2010 wurde der Vorderreifen stark verändert. Er bot plötzlich weniger Grip. Für meinen Fahrstil brauche ich ein Auto, dass stabil auf der Vorderachse ist, vor allem am Kurveneingang. Außerdem waren die Reifen generell zu hart. Man konnte viele Rennen zu großen Teilen mit der weichen Mischung fahren. Die Vorderreifen bei Pirelli sind stärker. Ähnlich wie der Bridgestone in den Jahren 2002 bis 2009. Dabei ist die Rundenzeit gar nicht so wichtig für den Fahrer.

Wie kommen Sie mit den vielen neuen Knöpfen am Lenkrad zurecht?
Massa: Es ist richtig, dass wir viele Dinge über das Lenkrad bedienen und gleichzeitig auch noch das Auto fahren müssen. Es geht, aber es ist nicht gerade fantastisch. Jetzt kommen auch noch KERS und der bewegliche Heckflügel dazu. Man muss auch ständig irgendwelche Einstellungen zum Beispiel die Bremsbalance verstellen. Das ist definitiv zu viel. Wir müssen uns irgendwie daran gewöhnen. Wir arbeiten schon seit Mitte letzten Jahres am Lenkrad, um die Abläufe zu automatisieren. Wenn ein Knopf nicht an der gewünschten Stelle sitzt, ist es schlecht beim Fahren.

Was halten Sie vom verstellbaren Heckflügel?
Massa: Es ist immer noch nicht 100 Prozent klar, wie er benutzt wird. Im Rennen weiß niemand genau, wie es wird. Darf man zum Beispiel den Knopf drücken, wenn man hinter einem Auto herfährt, aber gleichzeitig drei Konkurrenten im Nacken hat? Ist es möglich, dass man in einer Runde vom ersten auf den vierten Platz zurückfällt? Das ist für die Fahrer, aber auch für die FIA komplett neu.

Sind sie bereit für den Kampf mit Fernando Alonso?
Massa: Ich bin auf das Duell mit jedem Fahrer vorbereitet. Wenn wir gegeneinander um den Titel kämpfen, heißt das, dass wir ein gutes Auto haben. 2010 hatte Red Bull das schnellste Auto. Auch McLaren war gut. Ich erwarte wieder viel Konkurrenz. Ich bin bereit und zuversichtlich, mit Fernando und den anderen Fahrern kämpfen zu können.

Fernando Alonso hält Michael Schumacher für den stärksten Fahrer unter den WM-Favoriten. Wen sehen Sie als schärfsten Konkurrent?
Massa: Michael hat die meisten Titel gewonnen. Er hat die Erfahrung und ist sehr schnell. Er hatte ein schwieriges Jahr hinter sich, aber ich sehe ihn deshalb nicht anders. Man kann sicher sagen, dass er der Beste ist. Die Konkurrenz ist groß. Er hat die größten Erfolge vorzuweisen.

Glauben Sie, dass man im Alter langsamer wird?
Massa: Das weiß ich nicht. Ich bin erst 29 Jahre alt. Vielleicht kann ich das in zehn Jahren besser beantworten. Ich glaube aber, dass Michael einfach ein unglaublicher Fahrer ist.

Spüren Sie besonderen Druck, was Ihre Zukunft bei Ferrari betrifft?
Massa: Jedes Jahr geht es bei Null los. Seit meinem ersten Jahr hier hatte ich immer Druck, gewinnen zu müssen. Ob es zum Titel reicht, hängt aber nicht nur von der fahrerischen Leistung ab. Da spielen viele Faktoren mit.

Luca di Montezemolo hat leichte Kritik geübt. Er hat gesagt, dass 2010 Ihr Zwilling gefahren sei. Stört Sie das?
Massa: Das ist ja nicht das erste Mal. Schon bei Kimi hat er das gesagt. Aber das ist nicht so wichtig. Ich weiß, dass es kein gutes Jahr war. Ich bin der erste, der es zugibt. Da habe ich kein Problem mit. Das ist das Wichtigste - nicht das, was andere sagen.

Den größten Druck machen Sie sich also selbst?
Massa: Ja. Natürlich spürt man auch den Druck von außen. Aber das ist nicht so wichtig. Natürlich ist es schön, nette Dinge über sich zu lesen. Das kann sich aber schnell ändern. Ich weiß, was ich kann. Ich habe das schon bewiesen.

Sehen Sie ein Problem, dass Sie den neuen Regenreifen noch nicht testen konnten?
Massa: Ich denke, es wird mindestens einen Testtag regnen. Das ist meine Erfahrung mit dem europäischen Winterwetter. In Bahrain ist es sicher trocken. Pirelli ist eine große Firma. Ich denke, sie wissen, wie man einen Reifen für Regen herstellt. Sie haben den Regenreifen schon mit Fahrern getestet, die genug Erfahrung haben und die sagen können, ob der Reifen funktioniert. Vielleicht gibt es einen Unterschied zu Bridgestone. Aber es wird nicht komplett anders.

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