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Felipe Massa

Raus aus dem OP, rein in den Simulator

Felipe Massa Foto: dpa 45 Bilder

Felipe Massa hat seinen Unfall verarbeitet und blickt wieder nach vorne. Nach seiner erfolgreichen Operation in Sao Paulo kann es der Brasilianer kaum erwarten, wieder im Auto zu sitzen. Auch wenn seine Familie von der Idee nicht begeistert ist.

08.09.2009 Tobias Grüner

Felipe Massa geht es wieder gut. Nach eigener Aussage hat er den Unfall verarbeitet und er versichert, dass er wieder ganz der Alte ist. "Ich bin OK. Notwendig ist nur noch eine Operation, um ein Loch in meinem Schädelknochen zu schließen", erklärte der Brasilianer in einem Interview mit der britischen Zeitung "The Guardian".

"Ein normaler Mensch könnte mit dem Loch ohne Probleme leben." Für einen Formel 1-Fahrer ist das allerdings anders. Die Operation sei der einzige Grund gewesen, der ihn von der schnellen Rückkehr ins Cockpit abgehalten hat." Wie Ferrari am Dienstag (8.9.) mitteilte, sei der Eingriff in Sao Paulo erfolgreich verlaufen. "Danach werde ich nach Europa gehen, im Simulator testen und ein wenig Kart fahren. Dann werde ich sehr genau wissen, ob ich wieder 100 Prozent erreiche."

Großes Glück im Unglück

An den Unfall selbst kann er sich nicht erinnern. Erst drei Tage später wachte er im Krankenhaus auf. "Für meine Familie war es sehr schwierig, weil sie alles mitbekommen und viel durchgemacht haben." Dabei habe Massa seinen Unfall zunächst gar nicht sehen können. "Es gab nur ungarische TV-Kanäle. Ich habe es nur aus Erzählungen gehört, was passiert ist. Für mich war es sehr seltsam - kann eine Feder eines anderen Autos wirklich solch einen Schaden an einem Knochen in meinem Kopf anrichten?" Alle Ärzte hätten ihm gesagt, dass er sein Augenlicht verloren hätte, wenn die Feder nur einen Millimeter weiter rechts eingeschlagen wäre. "Ich hatte also sehr viel Glück."

Ohne es zu wissen, hatte Massa seine Frau Rafaela kurz vor seinem Unfall auf solch eine Situation vorbereitet. "Ich habe ihr vom Tod von Henry Surtees erzählt. Ich habe ihr gesagt, dass so etwas wie ein Unfall im Straßenverkehr immer passieren kann. Man wird getroffen, wenn man es am wenigsten erwartet. Da kann man nichts dagegen tun." Massa berichtet, wie Frau Rafaela die Lautstärke am Fernseher zurückgedreht und direkt den Flug nach Budapest gebucht hat. "Am Flughafen hat sie dann gehört, dass ich operiert werde, da hat sie wie verrückt geweint. Sie konnte nicht aufhören."

Rennen sind Massas Leben

Auch wenn er von seiner Familie immer wieder gefragt wurde, ob er wirklich wieder ins Auto zurückkehren will, gibt es für Massa nur eine Antwort. "Natürlich, das ist mein Leben. Das ist es, was ich machen will. Ich hoffe und erwarte wirklich, dass sich in mir nichts verändert hat wenn ich wieder ins Auto einsteige und mich ans Limit nach vorne treibe." Dabei habe es seit seinem Unfall nicht einen Moment des Zögerns gegeben.

Eigentlich hätte Massa sein Comeback gerne schon in Sao Paulo gegeben. Daraus wird allerdings nichts. "Es wird schwer für mich, von außen zuzuschauen. Aber ich werde dort sein." Vor einem Jahr hatte er an gleicher Stelle knapp den WM-Titel verpasst. Nun folgte mit dem schweren Unfall der nächste Nackenschlag. Nach dem Glauben Massas hat alles im Leben eine Bedeutung. "Ich glaube es gibt auch für den Unfall einen Grund. Momentan weiß ich aber noch nicht welchen."

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