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Fernando Alonso

"Einstopp-Strategie war kein Fehler"

Fernando Alonso - Formel 1 - GP Kanada 2012 Foto: xpb 63 Bilder

Lange Zeit kämpfte Fernando Alonso in Montreal um den Sieg. Im Finale rutschte der Spanier aber noch auf Rang fünf zurück. Trotzdem zeigte sich der Pilot nach dem Rennen zufrieden - sowohl mit der Strategie als auch mit dem Ergebnis.

10.06.2012 Tobias Grüner

Der Grand Prix von Kanada reiht sich nahtlos ein in die verrückte Saison 2012. Gerade als man dachte, dass es in Montreal etwas langweilig werden könnte, kam wieder der Faktor Reifen ins Spiel. In der Hauptrolle des Pirelli-Dramas fand sich dieses Mal Fernando Alonso wieder. Der Spanier versuchte mit einer Einstopp-Strategie über die Runden zu kommen – und bezahlte dafür.

Ferrari orientiert sich an Red Bull

Als Lewis Hamilton in Runde 50 zum zweiten Reifenwechsel an die Box kam, witterte Ferrari plötzlich die Chance auf den Sieg. "Wir haben uns entschieden, noch ein bisschen länger draußen zu bleiben, um zu sehen, was Vettel macht. Wenn der an die Box gefahren wäre, hätten wir wohl auch noch einen Stopp eingelegt."

Von hinten schien keine Gefahr zu drohen. Romain Grosjean im Lotus lag 15,9 Sekunden zurück. Es schien ein Pokerspiel ohne großes Risiko. Ferrari zog die Strategie bis zum Ziel durch. "Zehn Runden vor dem Ende haben wir gedacht, dass es sich nicht lohnt, noch einmal reinzukommen. Bei einem Stopp verliert man ungefähr 15 Sekunden, die man dann in neun Runden wieder aufholen müsste", begründet Alonso den Schritt.

Alonso bestreitet Taktik-Fehler

Am Ende ging der Poker nicht auf. Die Reifen brachen in den Schlussrunden komplett ein. Grosjean ging vorbei, Perez ging vorbei und auch Vettel, der zunächst die gleiche Taktik probierte, aber sieben Runden vor dem Ende die Reißleine zog, kam vor Alonso ins Ziel. Den Vorwurf des Taktikfehlers wollte sich Alonso aber nicht gefallen lassen.

"Ich stimme nicht damit überein, dass es die falsche Strategie war", erklärte der zweifache Champion zur Überraschung aller. "Grosjean hat das Rennen mit der gleichen Strategie beinahe gewonnen. Deshalb war ein Stopp die richtige Strategie."

Alonso gab zu, dass er wohl auf Platz zwei ins Ziel gekommen wäre, wäre er Lewis Hamilton in Sachen Strategie gefolgt. "Wenn ich aber den gleichen Reifenverschleiß wie Grosjean gehabt hätte, hätte ich das Rennen gewonnen. Und Vettel wäre Zweiter, Grosjean Dritter und Hamilton Vierter. Und dann würden Sie jetzt bei McLaren stehen und sagen, dass zwei Stopps die falsche Strategie gewesen ist."

"Es war ein produktives Wochenende"

Von Enttäuschung war bei Alonso nichts zu spüren. Eigentlich hatte der Ferrari-Pilot zuvor immer erklärt, dass in dieser Saison konstante Ergebnisse zählen. Nun verteidigte er die Risiko-Taktik. "Ich bin zufrieden, dass wir versucht haben, das Rennen zu gewinnen und nicht hinter Hamilton zu stoppen. Mit einem besseren Reifenverschleiß, hätten wir den Sieg geholt. Wir haben es versucht, es hat aber heute nicht funktioniert."

"Es hat während des Rennens sehr lange sehr gut ausgesehen. Bis zehn Runden vor dem Ende war der Reifenverschleiß konstant. Da waren wir so schnell wie die anderen um uns herum. Aber in den letzten zehn Runden war die Abnutzung nicht mehr konstant. Die Reifen haben einfach nicht mehr funktioniert. Das hat uns vielleicht etwas überrascht."

Die Quittung für den fehlgeschlagenen Poker ist der Verlust der WM-Führung. Aber auch dem Blick auf die Fahrerwertung konnte der Spanier etwas Positives abgewinnen. "Wir haben etwas gegen Hamilton verloren. Auch zwei Punkte gegen Vettel. Aber gegen den Rest der Titelfavoriten haben wir Boden gutgemacht. Mehr Punkte als Webber, mehr Punkte als Räikkönen und sogar zehn Punkte mehr als Button. Es war in dieser Hinsicht also ein sehr produktives Wochenende."

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