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Fernando Alonso

Michael ist der gefährlichste Konkurrent

Fernando Alonso Foto: dpa 94 Bilder

Am Rande der Ferrari-Saisoneröffnung in Madonna di Campiglio spricht Fernando Alonso über den verpassten WM-Titel 2010, die Änderungen für die kommende Saison, seine Hauptkonkurrenten um den Titel und sein Verhältnis zu Teamkollege Felipe Massa.

13.01.2011 Tobias Grüner

Was sind die Ziele für die kommende Saison?
Alonso: Ich will eine gute Meisterschaft fahren und um den Titel kämpfen. Das erwartet man immer zum Start eines neuen Jahres. Die letzte Saison war sehr gut. Wir konnten bis zum Ende um die Meisterschaft fahren. Es wäre schön, wenn wir das wiederholen könnten und diesmal auch den Titel gewinnen. Das Ziel ist es natürlich beiden Titel zu holen.

Können Sie schon etwas über das neue Auto sagen?
Alonso: Ich weiß noch nicht viel. Der Einfluss der Fahrer beim Design ist gering. Da sind die Techniker mehr verantwortlich. Ich bin erst zu Beginn des letzten Jahres zu Ferrari gekommen. In der Zwischenzeit gab es kleinere Anpassungen an meinen Fahrstil.

Sehen Sie sich als Teamleader bei Ferrari?
Alonso: Ich bin ein Leader, aber nicht der Teamleader.

Wird das Fahren mit den vielen Knöpfen zu kompliziert?
Alonso: Das Auto wird 2011 sicherlich komplexer. Da verliert man automatisch etwas Konzentration. Man muss alle Funktionen am Lenkrad bedienen und sie automatisch kennen. Deshalb müssen wir es so einfach wie möglich machen. Im Simulator kann man sich daran gewöhnen. Das macht es dann auf der Strecke einfacher.

Wie sehen Sie das Rennen von Abu Dhabi im Rückblick?
Alonso: Da bleibt nicht viel zu sagen. Es ist mehr als eine Floskel, wenn man sagt: Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Im Nachhinein ist es einfach zu sagen, was falsch gemacht wurde. Aber in dem Moment war es die richtige Entscheidung. Der schwache Reifenabbau kam total unerwartet. Es war nicht vorherzusehen, dass McLaren so lange draußen bleibt. Wir müssen das aber hinter uns lassen. Jede Minute, die wir an Abu Dhabi denken, ist ein Vorteil für die Konkurrenz.

Wie bewerten Sie die Saison 2010 insgesamt?
Alonso: Wir haben einfach in bestimmten Phasen der Saison zu viel auf die Konkurrenz verloren. Wir brauchen von Mitte März bis Ende November ein perfektes Jahr. Wir müssen sowohl unsere Stärken als auch unsere Schwächen verbessern.

Werden die Neuerungen das Überholen erleichtern?
Alonso: In jedem Jahr heißt es, dass das Überholen leichter wird. Das hat in der Vergangenheit nicht immer funktioniert. Ich bin aber optimistisch, dass der bewegliche Heckflügel und das KERS dazu beitragen, die Show zu verbessern. Das sollte theoretisch funktionieren.

Finden Sie den beweglichen Heckflügel sinnvoll?
Alonso: Das ist eine Idee der technischen Arbeitsgruppe der Formel 1. Diese Leute arbeiten für die Show. Die Lösung ist noch neu für alle. Sie wurde noch nie getestet. Ich denke, es wird funktionieren. Man muss allerdings in kurzer Zeit immer mehr Entscheidungen treffen und dabei noch Auto fahren. Aber generell sind Neuerungen immer willkommen. Wir stehen dem offen gegenüber.

Was denken Sie über die neuen Pirelli-Reifen?
Alonso: Der Test in Abu Dhabi war gut. Man muss seinen Fahrstil etwas anpassen. Wir müssen noch die Regenreifen testen. Da stehen uns noch interessante Testsessions bevor. Normalerweise sind von den 15 Tagen immer welche bei feuchtem Wetter. Hoffentlich haben wir auch in diesem Jahr zumindest einen nassen Tag. Da müssen wir bereit sein.

Findet der Wechsel bei den Reifen zu wenig Beachtung?
Alonso: Die Änderungen mit KERS oder dem Heckflügel sind für die Leute sicher interessanter, da sie beim Überholen helfen sollen. Aber für das Team, den Fahrer und die Performance ist der Reifen die größte Änderung in der neuen Saison. Man muss seinen Fahrstil und das Auto anpassen. Es gibt nur ein Reifenhersteller, deshalb wird weniger über den Reifen gesprochen. Am Anfang werden wohl alle etwas Probleme haben. Ab dem dritten Rennen dürften sich aber alle daran gewöhnt haben.

Ist der zu erwartende höhere Reifenabbau ein Vorteil für Ferrari?
Alonso: Das könnte ein Vorteil für Autos sein, die den Reifen weniger belasten. Pirelli hat einen aggressiven Ansatz gewählt, um die Rennen spektakulärer zu machen. Mal sehen, ob wir daraus einen Vorteil ziehen können. Ferrari hat ja traditionell einen geringen Reifenverschleiß.

Wer sind die Hauptkonkurrenten um den Titel?
Alonso: Wir haben in dieser Saison fünf Weltmeister auf der Strecke. Wenn alle das gleiche Auto haben, ist der gefährlichste für mich immer noch Michael (Schumacher). Er ist sieben Mal Weltmeister geworden. Er hat nichts zu beweisen. Ich hoffe aber, dass unser Auto das Stärkste ist und mein härtester Rivale Felipe Massa heißt. Das wäre mir sehr willkommen.

Was halten Sie von Sebastian Vettel?
Alonso: Sebastian ist sicher einer der Favoriten. 2009 war er schon Vizemeister. Obwohl Brawn das bessere Auto hatte, konnte er einige Rennen gewinnen. 2010 hatte er viele Probleme. Wenn die nicht gewesen wären, hätte er die Meisterschaft schon drei oder vier Rennen vor Saisonende klar gemacht. Jetzt hat er noch mehr Erfahrung. Und nach dem Titelgewinn muss er nichts mehr beweisen. Er wird sicherlich noch besser fahren.

Wie sehen Sie die britischen Fahrer?
Alonso: McLaren geht mit zwei Weltmeistern an den Start. 2010 haben sie eine fantastische Leistung abgeliefert, obwohl das Auto Höhen und Tiefen hatte. Sie haben bis zum letzten Moment um den Titel gekämpft. Ich erwarte sie auch 2011 stark.

Wie ist das Verhältnis zu Felipe Massa?
Alonso: Wir haben eine gute Beziehung. Besser als die meisten glauben. Wir fahren hier zusammen Ski und spielen abends Poker. Wir wissen, dass wir uns gegenseitig brauchen. In den Testtagen, in denen ich nicht im Cockpit sitze, muss ich ihm total vertrauen. Man benötigt zwei Fahrer, um ein Auto vernünftig zu entwickeln. Felipe gibt wie immer sein Bestes. 2011 starten alle bei null. Er ist sicher einer der Rivalen um den Titel.

Müssen Sie wegen KERS zur neuen Saison abnehmen?
Alonso: Ich werde etwas schlanker sein. Die letzten Tage war ich leider auf dem Sofa, weil ich eine kleine Verletzung am Bein habe. Das ist aber alles unter Kontrolle.

In letzter Zeit gab es Gerüchte über ein Duell mit Motorrad-Ass Valentino Rossi.
Alonso: Er ist der beste Motorrad-Fahrer aller Zeiten. Es wurde viel über ein mögliches Rennen geredet. Wir haben uns Mitte 2010 in Maranello getroffen und darüber gescherzt. Die Gespräche sind zuletzt etwas ernster geworden. Noch ist aber nichts 100 Prozent klar, aber vielleicht gibt es am Jahresende eine Überraschung. Auf welchem Gefährt - mit zwei, vier oder vielleicht auch sechs Reifen - ist noch unklar.

Was halten Sie von geplanten Motorenreglement für 2014? Wie wichtig ist der Sound?
Alonso: Für den Fahrer gibt es keine große Veränderung. Wir hören nur fünf oder zehn Prozent der Außengeräusche im Cockpit. Ich liebe die Formel 1. Das ist das Maximum an Technik, Power und Speed. Ich bin sicher, dass die Techniker zum Beispiel mit dem Auspuff dafür sorgen werden, dass der Sound sexy für die Fans bleibt.

Sind 20 Rennen pro Saison zu viel?
Alonso: Ich mag 20 Rennen. Mehr Rennen sind immer willkommen. Ich mag auch das Testen während der Saison.. 20 Rennen plus Testen wäre eine noch bessere Lösung.

Sie hatten 2010 etwas Probleme beim Start. Haben Sie in der Beziehung etwas geändert?
Alonso: Man kann sich immer verbessern. Wir hatten schlechte, aber auch gute Starts. Wir haben klare Ideen, was wir verändern können - sowohl auf der technischen als auch auf der fahrerischen Seite. Mal sehen wie es läuft. Wichtig ist, dass die Starts konstant gut sind und nicht so große Schwankungen dabei sind wie im letzten Jahr.

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