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Fernando Alonso

Nicht der schnellste, aber der beste

Fernando Alonso GP Ungarn 2012 Foto: Ferrari 94 Bilder

Fernando Alonso ist mit einem Vorsprung von 40 Punkten in die Sommerpause gegangen. Sein Ferrari ist nicht das schnellste Auto im Feld, aber es ist ein guter Allrounder ohne Schwächen. Alonso hat das Maximum herausgeholt und er hat auch das Glück gepachtet. Weil das nicht immer so sein wird, fordert er Fortschritte beim Auto.

06.08.2012 Michael Schmidt

Darauf hätte vor Saisonbeginn keiner gewettet. Fernando Alonso führt in einem dicht gepackten Feld mit sieben unterschiedlichen Siegern in elf Rennen die Rangliste mit 40 Punkten Vorsprung an. Er ist der einzige, der immer gepunktet hat, der einzige mit drei Siegen, und auch der einzige, der sechs Mal auf dem Podium stand.

Schumachers Rekord in Gefahr

Im Rennen leistete sich der Spanier nicht einen Fehler. Sein schlechtestes Ergebnis war ein neunter Platz in Bahrain. Ferrari hatte im Schnitt die schnellsten Boxenstopps, und der F2012 ist kugelsicher. Das Auto hatte nicht ein einziges Mal ein technisches Problem. Budapest war für Alonso die 23. Zielankunft in den Punkten in Folge. Michael Schumachers Rekord von 2001 und 2002 ist nur noch ein Rennen entfernt.

Die Strategie war meistens richtig, aber nicht immer. In Monte Carlo und Silverstone wären bei optimaler Taktik zwei Siege möglich gewesen. Einmal stoppte man zu früh, das andere Mal setzte man die beiden Reifenoptionen zur falschen Zeit im Rennen ein. In Montreal verschätzten sich die Strategen mit dem Reifenverschleiß. Statt mit hohem Risiko nach einem Sieg zu greifen, hätte man der Taktik von Lewis Hamilton folgen sollen. Damit wäre Alonso Zweiter geworden.

Dafür taktierte Ferrari im Regen von Malaysia goldrichtig und rettete Alonso in Ungarn dank guter Strategie Platz fünf. "Button und Webber sind mit ihrer aggressiven Dreistoppstrategie auf die Nase gefallen", konstatierte Technikchef Pat Fry.

Alonso fordert weitere Verbesserungen

Ferrari hat aus einem Flop ein Siegerauto gemacht. Nicht das schnellste, aber das ausgeglichenste. "Der entscheidende Schritt war das Technikpaket für Barcelona. Seitdem macht das Auto, was es soll und wir betreiben nur noch Feintuning", fasst Fernando Alonso zusammen.

Trotzdem mahnt er an, dass es zuletzt etwas zu viel Feintuning und zu wenig großer Fortschritt war. "Seit Barcelona hatten wir einige neue Teile, aber zu wenige davon haben sich als Fortschritt erwiesen. Red Bull, McLaren und Lotus sind schneller. Jetzt muss wieder etwas vom Auto kommen. Auf lange Sicht können wir so nicht die WM-Führung verteidigen."

Ferrari schafft die Wende

Die Stärke des Ferrari ist laut Alonso, dass er keine Schwäche hat. Das hört sich bei einem Auto, das zunächst eine einzige Baustelle war, grotesk an. Diese Wandlung vom Saulus zum Paulus ist bislang nur McLaren 2009 gelungen. Aber viel später in der Saison. Heute kann der F2012 alles gut: Langsame und schnelle Kurven, nasse und trockene Fahrbahn, hohe und tiefe Temperaturen, und auch der Reifentyp spielt keine Rolle mehr.

Alonso kommt die fünfwöchige Sommerpause gerade Recht: "Jetzt können wir den letzten Rest technischen Rückstand aufholen, den wir uns durch den schwachen Saisonstart eingebrockt haben."

In Sachen Reifen ist man der Konkurrenz einen Schritt voraus. Fernando Alonso und Felipe Massa saßen im Freien Training von Ungarn lange in ihren Schalensitzen in der Boxengarage und verfolgten gelangweilt, wie Mercedes und McLaren in der Zeit Volltanktests abspulten. Als einzige. Ferrari hat die Reifen im Griff. Man war sogar für das Rennen in Ungarn eine Spur zu optimistisch. "Wir hatten eine Dreistoppstrategie im Hinterkopf, aber als wir merkten, dass Reifen gut in Schuss waren, blieben wir der konventionellen Variante treu", blickt Fry zurück.

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