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Fernando Alonso

"Siege gegen Schumi bedeuten mehr"

Foto: dpa 43 Bilder

Der neue Weltmeister erzählt im Interview, was Michael Schumacher und Lance Armstrong gemeinsam haben, wem er seinen Titel widmet und warum er erst nach dem Saisonfinale nach Spanien zurückkehrt.

26.09.2005

Was bedeutet Ihnen dieser erste WM-Titel?
Alonso: "Ich werde wohl erst in den nächsten zwei, drei Tagen realisieren, was ich da erreicht habe. Ich habe für diesen Traum gelebt. Das ist ein ganz, ganz wichtiger Tag für meine Familie, meine Freunde und für mich. Ich bin extrem glücklich. Der König, der Prinz und der Ministerpräsident haben mir schon telefonisch gratuliert."

Ist es etwas Besonderes, den siebenmaligen Weltmeister Michael Schumacher, der zuletzt fünf Mal in Serie triumphiert hatte, abzulösen?
Alonso: "Das ist wie das Tüpfelchen auf dem i. Jeder will Michael
auf der Strecke schlagen. Das ist so wie bei der Tour de France mit Lance Armstrong. Der Titel zählt mehr, so lange Schumacher dabei ist. Man muss allerdings berücksichtigen, dass Ferrari in diesem Jahr einige Probleme hatte."

Wie beurteilen Sie das WM-Duell mit Kimi Räikkönen?
Alonso: "Es zählt viel, Kimi und McLaren-Mercedes geschlagen zu haben. Sie sind sehr stark."

Läutet Ihr WM-Gewinn eine neue Ära in der Formel 1 ein?
Alonso: "Ich denke nicht, dass nun eine neue Ära anbricht. In
jedem Jahr stellt sich die Konkurrenzsituation anders dar. Keiner weiß, wie das Kräfteverhältnis 2006 ist. Niemand hat ja auch gedacht, dass Ferrari in dieser Saison im WM-Kampf keine Rolle spielt."

Haben Sie sich in Sao Paulo bewusst etwas zurückgehalten?
Alonso: "Es war nicht der Tag, etwas zu riskieren. In Suzuka und
Schanghai wird das anders. Jetzt kann ich wieder aggressiver fahren. Schließlich wollen wir auch den Konstrukteurstitel holen."

Von welchem Zeitpunkt an war Ihnen klar, dass Sie schon in Sao Paulo vorzeitig Weltmeister werden?
Alonso: "Als ich die Ziellinie überquert habe. Vorher achtet man auf jedes Geräusch am Auto."

Von wann an haben Sie in dieser Saison an den Titelgewinn geglaubt?
Alonso: "So nach Hockenheim oder Budapest. Da hatte ich geahnt, dass es möglich sein müsste, meinen Vorsprung von rund 20 Punkten vor Kimi zu halten."

Waren Sie vor dem Großen Preis von Brasilien nervös?
Alonso: "Nein, ich hatte keinen Stress an diesem Wochenende, da ich wusste, dass mir in den drei ausstehenden Rennen drei siebte Plätze zur WM reichen würden."

Widmen Sie diesen Titel jemanden?
Alonso: "Meiner Familie und meinen guten drei, vier Freunden."

Steigt jetzt eine große Feier in Spanien?
Alonso: "Ich reise wahrscheinlich erst nach dem Saisonfinale in
China nach Asturien. Es gibt zu Hause zu viele politische Interessen, mich dort zu vereinnahmen. Deshalb haben wir entschieden, noch nicht sofort nach Spanien zu kommen."

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