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Fernando Alonso spielt den Teamplayer

Auf Versöhnungstour mit Ferrari?

Fernando Alonso - Ferrari - Formel 1 - GP Russland - 10. Oktober 2014 Foto: ams 94 Bilder

Von einer zerrütteten Ehe zwischen Ferrari und Fernando Alonso war in Sochi wenig zu spüren. Der Spanier präsentierte sich als Teamplayer und nahm seinen Rennstall für die Boxenpanne in Schutz. Über seine Zukunft spricht er weiter in Rätseln. Und spielt den Gelassenen: "Ich bin nicht in Eile."

13.10.2014 Michael Schmidt

Der Fall Alonso wird immer mysteriöser. Der Spanier benahm sich in Sochi so, als wolle er auch nächstes Jahr in Rot fahren. Fernando Alonso spielte den Teamplayer. "Für mich hat Priorität, Ferrari zu helfen." Zu helfen bei was? Das wurde nicht ganz klar. Der Zug im Kampf um Platz 3 gegen Williams ist fast schon abgefahren. Da fehlen 28 Punkte.

Alonso hat in Sochi das bestmögliche Resultat erzielt, das ihm sein störrischer F14T möglich machte. Mit Platz 6 vom siebten Startplatz aus waren er und Ferrari gut bedient. Obwohl er nach einem Raketenstart drei Positionen gutmachte: "Die McLaren waren zu schnell für uns. Jenson hat nur mit mir gespielt. Und Magnussen hat mir im zweiten Stint gezeigt, dass er schneller fahren kann."

Keine Kritik an der Boxenpanne

Alonso rätselte, warum Ferrari in Sochi an Boden verloren hatte. Möglicherweise waren die Reifen für Ferrari zu hart. Und der Spritverbrauch zu kritisch. "In den letzten Rennen lagen wir näher am Podium. Vielleicht hat das Setup nicht gepasst." Von harscher Kritik keine Spur. Auch gegen Pirellis Reifenwahl nicht: "Hinterher ist man immer schlauer. Für Pirelli war es eine neue Strecke, ein unbekannter Asphalt. Auf einem Straßenkurs mit Mauern außen herum ist es immer schwer mit dem Überholen."

Alonso befindet sich ganz offensichtlich auf Versöhnungstour. Selbst den missglückten Boxenstopp in Runde 25 nahm er nicht ins Visier. "Ich wäre auch mit einem normalen Boxenstopp hinter Magnussen gelandet." Der vordere Wagenheber streikte. Alonso stand 7,5 Sekunden. Für Ferrari war es die zweite Boxenpanne nach Kimi Räikkönens verunglücktem Reifenwechsel in Suzuka. Da wurde das Gewinde einer Radmutter beschädigt.

Fernando Alonso bleibt cool

Alonso wirkte nicht wie einer, der bei Ferrari im Streit gekündigt hat. Die Geschichte mit der Unterschrift unter sein Kündigungsgesuch spielt der Fahnenflüchtige herunter: "Habe ich das erzählt? Oder Ferrari?" Ein Dementi hört sich anders an. Fragen nach seiner Zukunft beantwortet er betont lässig: "Ich habe jetzt Zeit. Mein Plan steht seit drei Monaten fest. Wenn ich ihn bekanntgebe, werdet ihr ihn verstehen."

Während im Fahrerlager immer lauter über eine Auszeit für ein Jahr spekuliert wird, weist Alonso diese Möglichkeit von sich: "Die Chance, dass ich nächstes Jahr nicht fahre, ist gering." Tatsächlich hat der zweifache Weltmeister jetzt viel Zeit. McLaren-Honda läuft ihm nicht davon. Bei Mercedes ist er von Lewis Hamiltons Launen abhängig. Williams hat zwei Fahrer unter Vertrag, Lotus eigentlich auch.

Teambesitzer Gerard Lopez plant nicht unbedingt mit dem spanischen Superstar. Das ist eher etwas für später, wenn Alonso seine Karriere bei dem Team beenden möchte, das ihn zum Weltmeister gemacht hat. Und ein Zurück zu Ferrari? In jedem anderen Geschäft würde man sagen: Unmöglich. Nur in der Formel 1 nicht. Eigentlich hat Kimi Räikkönen einen Vertrag. Doch der Finne steht auf Kriegsfuß mit den neuen Autos. Wieder verlor er 18,7 Sekunden auf Alonso.

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