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Ferrari

Achilles-Ferse Aerodynamik

Foto: Wolfgang Wilhelm 54 Bilder

Nach dem Ferrari-Sieg beim vierten Rennen bleibt die Konkurrenz skeptisch. Viele betrachten den Imola-Erfolg als Eintagsfliege. Tatsächlich wird schon das nächste Rennen am Nürburgring für die Roten kritisch. Schwachpunkt des Ferrari: Eine aerodynamisch kritische Frontpartie.

25.04.2006 Markus Stier

Michael Schumacher bemüht sich, die überschwängliche Fan-Gemeinde nach dem Imola-Sieg zurück auf den Boden zu holen: "Tatsache ist, dass dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war. Tatsache ist, dass wir viel Boden gut gemacht haben. Tatsache ist aber auch, dass wir noch nicht ganz da angekommen sind, wo wir gerne hinwollen und dass wir noch sehr viel arbeiten müssen."

Was der Imola-Sieger so verklausuliert formuliert, fasst Technik-Chef Ross Brawn in deutlichere Worte. Er sieht im Vorderwagen des 248 F1 die größte Schwachstelle: "Der Hinterreifen ist deutlich besser als der Vorderreifen, deshalb müssen wir vorne mit mehr Anpressdruck nachhelfen. Leider sind wir da eingeschränkt, weil eine zu starke Anstellung des Flaps die Strömung nach hinten verhunzt." Die Folge: Ferrari fährt notgedrungen mit flachen Flügeleinstellungen. "Wenn morgen das Rennen in Monte Carlo wäre, hätten wir ein Problem."

In den Topspeed-Messungen überall vorn

Gerade auf Strecken mit langen Geraden wie Bahrain und Imola sahen die Ferrari daher besonders gut aus. Bei allen vier bisherigen Grand Prix führt Ferrari im Rennen die Topspeed-Wertung an. Abgesehen von Melbourne, wo sich die Roten mit falschen Reifen selbst bremsten, waren die 248 F1 immer zwischen sechs und sieben km/h schneller als die Renault.

"Auf den Geraden hast du keine Chance, die Ferrari zu überholen", sagte Kimi Räikkönen, der in Imola lange Zeit hinter Felipe Massa fest hing. Fernando Alonso klagte über die gleiche Erfahrung mit Schumacher.

Martin Whitmarsch: "Sehen, wo Ferrari steht"

Schon beim nächsten Rennen am Nürburgring (7.5.) ist aber deutlich mehr Abtrieb gefragt als in Imola. "Wir werden am Nürburgring und in Barcelona sehen, wo Ferrari wirklich steht", sagt McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.

Ferrari kommt trotz der eingeschränkten Abstimmungsmöglichkeiten entgegen, dass sich die aerodynamischen Notwendigkeiten in dieser Saison erheblich geändert haben. Durch den Wechsel auf die 200 PS schwächeren Achtzylinder-Motoren ist 2006 vor allem aerodynamische Effizienz gefragt, das heißt, ein möglichst geringer Luftwiderstand bei dennoch möglichst hohem Abtrieb. Allenfalls auf vier von 18 Rennstrecken wird noch maximaler Abtrieb gefahren. 2005 war es eher umgekehrt. Das erste kristische Rennen ist der Monaco-GP am 28. Mai. Bis spätestens dahin muss die Mannschaft von Ross Brawn eine technische Alternative gefunden haben.

Mehr über die sensible Technik des stark verbesserten Ferrari und weitere Hintergründe zum Großen Preis von San Marino lesen Sie in der neuen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 10, ab 26. April im Handel.

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