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Ferrari am Stallregie-Pranger

Massa und Alonso in Erklärungsnot

Massa und Alonso Foto: xpb 31 Bilder

Fernando Alonso hat das Rennen in Hockenheim nur gewonnen, weil Teamkollege Felipe Massa freundlich Platz gemacht hat. Das Team bestreitet die Stallregie. "Wir haben Felipe nur eine Information gegeben. Er hat alleine entschieden", erklärte Stefano Domenicali.

25.07.2010 Tobias Grüner

In der 49. Runde geschah in Hockenheim, was alle Zuschauer befürchtet und einige auch erwartet haben: Felipe Massa geht nach der Haarnadel-Kurve vom Gas, um Fernando Alonso Platz zu machen. Die Szene erinnerte viele Fans an den GP Österreich 2002, als Michael Schumacher in Spielberg an Rubens Barrichello vorbeigewinkt wurde.

Damals führte Schumacher die WM an, in Hockenheim musste Alonso gewinnen, um überhaupt wieder in den WM-Kampf einzugreifen. Genau wie damals quittierten die Fans die Angelegenheit mit einem großen Pfeifkonzert. Die Fahrer mussten nach dem Rennen einige unangenehme Fragen beantworten.

Alonso kritisiert Medien für Stallregie-Fragen

Alonso verstand die ganze Aufregung nicht. "Ihr solltet nicht nur diese eine Szene sehen, sondern das ganze Wochenende, an dem unser Team eine starke Leistung gezeigt hat", raunte der Spanier den Journalisten nach der zehnten Stallregie-Frage zu. Alonso kritisierte auch die Frage, ob ein möglicher WM-Titel durch solch eine Aktion beschmutzt werden könnte. "Die Saison ist 19 Rennen lang. Da gibt es viele verschiedene Situationen."

Massa war noch weniger zu beneiden als sein Teamkollege. Der Brasilianer gewann zuletzt 2008 ein Formel 1-Rennen. Kurz vor der Rückkehr nach Ungarn, wo Massa im Vorjahr fast das Leben verlor, wäre dem sympathischen Mann aus Sao Paulo ein Sieg zu gönnen. Nun musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, gegen die Regeln der Fairness verstoßen zu haben.

Massa: "Hätte das Rennen gewinnen können"

Zunächst wollte Massa die Szene nicht kommentieren. Später erklärte er: "Ich bin professionell. Ich bin mit den harten Reifen nicht so gut zurechtgekommen. Fernando war schneller. Es war meine Entscheidung. Bei Ferrari geht es darum, was für das Team das Beste ist." Man sah Massa die Enttäuschung über den verpassten Sieg allerdings deutlich an. "Ich hätte heute auf jeden Fall gewinnen können. Ob Fernando auch ohne die Szene vorbeigekommen wäre, weiß ich nicht. Möglicherweise."

Teamchef Stefano Domenicali wehrte ebenfalls alle Vorwürfe ab, Massa sei vom Team angewiesen worden, Alonso vorbeizulassen. "Wir haben ihm nur eine Information gegeben. Die Entscheidung hat der Fahrer selbst getroffen." Über den Bordfunk konnten die Zuschauer genau hören, was der Italiener meinte: "Fernando ist schneller als Du. Kannst du das bestätigen", verpackte der Kommandostand die Aufforderung geschickt in eine Frage.

Ferrari mit ungeschickter Stallregie

Viele Beobachter kritisierten nicht nur die Stallregie selbst, sondern auch, dass sich Ferrari dabei sehr ungeschickt angestellt hätte. Andere Teams haben die Reihenfolge über die Strategie oder Pseudo-Ausbremsmanöver geregelt. In Hockenheim fuhr Alonso einfach auf der geraden Strecke vorbei.

Massas Renningenieur Rob Smedley entschuldigte sich sogar über Funk bei seinem Fahrer. "Dabei ging es nur darum, dass seine Reifen nicht so gut funktionierten wie geplant", versuchte Domenicali dem Funkspruch die Schärfe zu nehmen.

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