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Ferrari-Appell an Alonso

"Du fährst für das Team, nicht für dich"

Fernando Alonso Foto: Ferrari 23 Bilder

Ferrari setzt große Hoffnungen in seinen neuen Star Fernando Alonso. Mit dem Spanier will die Traditionsmarke aus Maranello den Weg zurück zum Erfolg finden. Präsident Luca di Montezemolo appellierte bei seinem Neuzugang an den Teamgeist.

19.12.2009 Michael Schmidt

Eine Saison ohne Erfolg ist für Luca di Montezemolo ein unerträglicher Zustand. "Ferrari muss gewinnen. Wir hatten seit 1997 nur zwei Jahre, in den wir nicht konkurrenzfähig waren. 2005 und die abgelaufene Saison. Ich erwarte, dass wir nächstes Jahr wieder zum Erfolg zurückkehren. Dazu brauchen wir einen Fahrer, der das Ruder herumreißen kann. Alonso ist dieser Fahrer."
 
Immerhin hat es für dem WM-Dritten 2009 noch zu einem Sieg gereicht. "Und dafür möchte ich Kimi Räikkönen persönlich danken. Er hat uns die Saison gerettet." Die Leistung des Finnen könne man erst ermessen, wenn man sie mit Giancarlo Fisichella vergleicht. "Fisichella ist in Spa in einem anderen Auto um den Sieg gefahren. Die Tatsache, dass er sich bei uns so schwer getan hat, zeigt wie schlecht dieses Auto war."

Montezemolo nimmt Fahrer in Schutz

Um klare Worte war der Ferrari-Chef noch nie verlegen. Seiner Meinung nach gibt es drei Gründe, warum Ferrari nach dem Vize-Titel 2008 ins Mittelfeld abgerutscht. "Erstens, wir haben mit der Entwicklung des 2009er Autos sehr spät begonnen, weil wir 2008 bis zum Schluss um die Meisterschaft gekämpft haben. Zweitens: Wir haben die Regeln und ihre Grauzonen falsch interpretiert, oder andere haben sie anders interpretiert als wir. Drittens: Der Unfall von Felipe Massa hat uns alle sehr bedrückt."
 
Die Fahrer nimmt Montezemolo aus der Kritik. "Felipe hat uns 2008 gezeigt, dass er ein Weltmeister sein kann. Er ist es nur nicht geworden, weil wir Fehler gemacht haben. Deshalb war es für uns klar, dass wir nach seiner Genesung von seinem Unfall mit ihm weitermachen. Und zwar unabhängig davon, dass wir einen Vertrag mit ihm haben." Auch über Kimi Räikkönen findet das 62-jährige Energiebündel nur gute Worte. "Kimi ist ein Naturtalent. Er spricht nicht viel bis überhaupt nicht. Ich mag ihn wie er ist."

Alonso bleibt bis 2011
 
Und trotzdem liegt hier der Ansatzpunkt für den Wechsel zu Fernando Alonso. "Wir brauchen einen Fahrer, der mit dem Team eine Einheit bildet. Der Präsenz zeigt, den Dialog pflegt und mit den Ingenieuren auf technischer Ebene zusammenarbeitet." Räikkönen war dieser Mann nicht. Dummerweise gab es da einen Vertrag, den Ferrari in Monza 2008 bis Ende 2010 verlängert hatte. Im Sommer 2009 dockte Alonso an, "mit einem Vertrag ab 2011", wie Rennleiter Stefano Domenicali bestätigt.
 
Wie und warum Räikkönen dann doch vorzeitig gehen musste, damit Alonso ein Jahr früher kommen konnte, das wird in Montezemolos Erzählungen elegant übersprungen. "Kimi hat sich dafür entschieden, Rallye zu fahren", lautet die lapidare Erklärung. Dazwischen lag Felipe Massas Unfall in Ungarn, der die ganze Pläne der Gestione sportiva über den Haufen zu werfen drohte. Immerhin bestand ja für einige Wochen der Ungewissheit die Möglichkeit, dass Massa nicht mehr zurückkehren würde. Auf Räikkönen als Teamleader wollte man sich nicht verlassen. "Also mussten wir Alonso vorziehen."

Ansage an Alonso

Wäre Massas Karriere beendet gewesen, hätte Räikkönen den Ersatz gespielt. "Schumacher", so Montezemolo, "war für diese Rolle nicht vorgesehen." Gut möglich, dass Schumacher nicht daran interessiert war, mit Alonso in einem Team zu fahren. Zwei Löwen in ein Käfig, so etwas ist noch nie gut gegangen. Da tut man sich mit dem Duo Alonso-Massa leichter, auch wenn Alonso seit dem McLaren-Intermezzo der Ruf vorauseilt, kein Teamplayer zu sein.
 
"Ich habe Fernando bei unserem ersten Gespräch erklärt, dass ein Fahrer bei Ferrari für das Team und nicht für sich selbst fährt." Alonso hat die Ansage verstanden, sagt sein oberster Chef: "Er ist ein intelligenter Fahrer." Schon wegen der jüngeren Geschichte glaubt Montezemolo nicht an eine Selbstzerfleischung seiner Fahrer: "Ich bin stolz, dass wir seit Jahren Ruhe in unserem Rennstall haben. Einmal hat sich Barrichello beschwert, aber das war nachvollziehbar, wenn du dauernd gegen deinen Teamkollegen verlierst."

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