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Ferrari-Ausstieg: Drohung sorgt für Aufschrei in Italien

Ferrari Logo

Die Ausstiegsdrohung Ferraris schlägt weiter hohe Wellen. Bei den italienischen Medien herrscht Bestürzung. Konzernmutter Fiat zeigt hingegen Verständnis für die Ferrari-Entscheidung.

Streitpunkt in der Diskussion mit dem Automobil-Weltverband ist noch immer die drohende Budget-Obergrenze bzw. deren aus Ferrari-Sicht viel zu niedrige Höhe: "Ferrari sieht - wie andere Automobilhersteller in der Formel 1 auch - damit die zentrale Aufgabe des Motorsports, nämlich die Entwicklung fortschrittlicher Fahrzeug-Technologien, gefährdet", ließ Konzernmutter Fiat am Mittwoch (13.5.) verlauten.

Dabei würde der Verlust der Formel 1 als Werbeplattform sowohl Fiat als auch das Tochterunternehmen hart treffen: "Für den Sportwagen-Hersteller wie auch für den Fiat-Gesamtkonzern ist das Engagement ein wichtiges Element der Marketing-Kommunikation - für Ferrari selbst sogar das einzige werbliche Instrument", heißt es in einem ersten Statement.

Montezemolo macht Stimmung

Derweil hat Ferrari-Chef Luca di Montezemolo seinem Standpunkt noch einmal Nachdruck verliehen und den Ferrari-Anhängern in einem offenen Brief für ihre Unterstützung in der momentanen Situation gedankt: "Es ist wichtig zu wissen, dass unsere Fans die Beweggründe für die Entscheidung nachvollziehen." Der Italiener schob erneut dem Weltverband die Schuld in die Schuhe, die den Charakter der alten Formel 1-Werte verändern würden. Der Präsident kündigte bereits an, dass Ferrari im Falle eines Ausstiegs in anderen Wettbewerben teilnehmen werde, wo man "den gleichen Enthusiasmus und die gleiche Leidenschaft der Fans vorfinden wird."

Auch die Fahrer haben sich laut Ferrari-Statement in der aktuellen Diskussion zu Wort gemeldet. "Wir haben schon in diesem Jahr gesehen, dass die Unsicherheit im Reglement nur zu Verwirrung geführt hat. Vor allem auch bei den Fans", sagte Vizeweltmeister Felipe Massa. Sogar Kimi Räikkönen, der sich aus politischen Fragen in der Regel heraushält, hat sich zu seinem Arbeitgeber bekannt. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Piloten in Autos gegeneinander fahren, die nach verschiedenen Regeln gebaut wurden. Das wäre nicht gut für den Sport und für die Fans."

Aufschrei im eigenen Land

Bei den Medien im eigenen Land sorgte die offizielle Ausstiegsdrohung für einen Aufschrei. "Ferrari-Schock: Addio Formel 1", meinte der Corriere dello Sport. Und der Corriere della Sera schrieb: "Ferrari hat seinen ersten Grand Prix schon gewonnen."

"Schock!!!", meinte "La Gazzetta dello Sport" und schrieb von der Revolte Ferraris. "Wir sind im Krieg", befand das Blatt zur Auseinandersetzung zwischen den Italienern als Wortführer einer Mehrheit der Teams und dem Präsidenten des Internationalen Automobilverbandes FIA, Max Mosley. Das geplante Treffen des FIA-Chefs mit den Rennställen wird über die Zukunft der Formel 1 entscheiden.

Abspaltung von der Formel 1?

"Eine Trennung wäre für Ecclestone verheerend. Der Wert seines Fonds würde einbrechen", spekulierte die Gazzetta dello Sport auch über die Konsequenzen für den kommerziellen Rechtemitinhaber Bernie Ecclestone und über die Alternativen zur Formel 1 aus Ferrari-Sicht. Wie das Blatt behauptet könne Fiat-Ferrari mit anderen Herstellern eine eigene WM gründen oder zum 24-Stundenrennen von Le Mans wechseln. Möglichkeit drei: Ferrari geht in der amerikanische Indy-Car-Serie und in anderen US-Rennen an den Start. "Die US-Rennen könnten durch die Hochzeit von Fiat und Chrysler an Bedeutung gewinnen", so die Gazzetta.

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Tobias Grüner/dpa

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Kann die Formel 1 ohne Ferrari leben?
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