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Ferrari baut um

Neue Ingenieure für Vettel

Ferrari  - Formel 1 - GP USA - 31. Oktober 2014 Foto: xpb 34 Bilder

Bei Ferrari bleibt kein Stein auf dem anderen. Ein neuer Präsident, ein neuer Rennleiter, ein neuer Fahrer. Und jetzt? Auch der Chefdesigner und Motorenchef werden ausgewechselt. Dazu gibt es noch einen neuen Testpiloten. Eine gute Nachricht für Sebastian Vettel?

17.12.2014 Michael Schmidt

Ferrari erfindet sich neu. Vor einem halben Jahr sah die Scuderia noch ganz anders aus. Mit Luca di Montezemolo auf dem Präsidenten-Stuhl, Marco Mattiacci als Rennleiter, Fernando Alonso als Fahrer, Nikolas Tomabazis als Chefdesigner, Pat Fry als Technischer Koordinator, Luca Marmorini als Motorenchef und Hiroide Hamashima als Reifen-Spezialist. Keiner der Herren ist mehr an Bord. Überlebt haben nur Technikdirektor James Allison und sein Aerodynamikchef Dirk de Beer.

Oberster Capo ist jetzt Fiat-Chef Sergio Marchionne. Fernando Alonso wird durch Sebastian Vettel ersetzt. Mattiacci räumte seinen Posten nach nur 220 Tagen Amtszeit für den früheren Philip Morris-Manager Maurizio Arrivabene. Einen knappen Monat nach der Ernennung zum neuen Sportchef stellte Arrivabene die neuen Strukturen im Technikbüro vor. Unter der Leitung von Allison ist Simone Resta neuer Chefdesigner. Der Italiener ist ein Eigengewächs und seit 1998 an Bord der Scuderia. Der zuletzt in Italien gehandelte Ex-Mercedes-Ingenieur Bob Bell wird nicht erwähnt.

James Allison kommt Schlüsselrolle bei Ferrari zu

Die Posten in der Motorenabteilung sind nun offiziell verteilt. Mattia Binotto löst Marmorini ab. Neuer Chefkonstrukteur für die Antriebseinheit ist Lorenzo Sassi. Schließlich wurde Esteban Gutierrez als neuer Test- und Ersatzfahrer verpflichtet. Dem Mexikaner hat dabei auch eine bekömmliche Mitgift aus seinem Heimatland geholfen. Ferrari kann es gut gebrauchen. Der Angriff auf den WM-Titel wird mehr Geld kosten als je zuvor.

Ferrari feiert die Restrukturierung als eine Verschlankung der Firmenstruktur. Ist es das wirklich? Die Kompetenzen waren auch vorher klar verteilt. Mit Marchionne setzt sich die Tradition fort, dass der Präsident einen direkten Draht zum Rennteam hält. Der Fiat-Chef nahm zuletzt höchstpersönlich an der Strategiegruppen-Sitzung in Genf teil. Arrivabene muss sich erst freischwimmen. Das braucht Zeit. Sein Vorgänger hat es in acht Monaten nicht geschafft. Weil er ins kalte Wasser geworfen wurde. Ferrari-Rennleiter ist nicht irgendein Job. Es ist der heikelste Posten in der ganze Szene.

Mit James Allison bleibt dem Team eine gewisse Konstanz erhalten. Der 46-jährige Engländer gilt als glänzender Organisator. Seine Aufgabe ist es, die richtigen Leute an den richtigen Platz zu setzen. Allison wird am nächstjährigen Ferrari gemessen werden. Es ist das erste Auto, das komplett unter seiner Leitung entsteht. Der F14T dieser Saison war bereits halb fertig, als Allison und sein Gefolgsmann de Beer ihre Arbeit bei Ferrari begannen. Ob Tombazis und Fry nun die Sündenböcke für den Misserfolg waren, ist dahingestellt. Auch der neue Chefdesigner Resta gehörte dem Designteam an. Er war sein Projektleiter.

Ferrari handelt nach dem Mercedes-Beispiel

Ferrari folgt dem Beispiel Mercedes und vernetzt die Abteilungen Motor und Chassis effizienter miteinander. Mercedes war in dieser Saison nicht nur deshalb so überlegen, weil man die beste Antriebseinheit hatte. Der V6-Turbo und seine Elektromotoren waren auch besser im Auto integriert als bei der Konkurrenz.

Ist der Kahlschlag im Team eine gute Nachricht für Sebastian Vettel? Einerseits ja. Ferrari hat erkannt, dass man einen Neubeginn braucht. Doch nicht jede Umstrukturierung ist automatisch von Erfolg gekrönt. In der jüngeren GP-Geschichte haben das nur Renault, Red Bull, Mercedes und Williams geschafft. Die Wende wurde in allen Fällen von erfahrenen Managern oder Technikchefs begleitet. Bei Renault Bob Bell, bei Red Bull Adrian Newey, bei Mercedes Ross Brawn und bei Williams Pat Symonds. Damit wird die Hauptlast der Aufgabe bei James Allison liegen. Er ist der Mann mit Erfahrung im Team.

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