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Tests, Technik & drittes Auto

Ferrari droht mal wieder mit Ausstieg

Ferrari Mondiali 2011 Mugello Foto: Ferrari 39 Bilder

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat wieder einmal mit dem Ausstieg aus der Formel 1 kokettiert. Der Firmenboss fordert mehr Technologie-Transfer in die Serie, die Wiedereinführung von Testfahrten und der Einsatz eines dritten Autos.

07.11.2011 Tobias Grüner

Am Wochenende traf sich die heile Ferrari-Welt auf der Hausstrecke in Mugello zu den traditionellen "Finali Mondiali". Für Firmenboss Luca Montezemolo bot sich bei der geschlossenen Veranstaltung ohne lästige Konkurrenz die perfekte Gelegenheit, mal wieder Kritik am aktuellen Formel 1-Format zu äußern.

"Die Formel 1 ist immer noch unser Leben, aber ohne Ferrari gibt es keine Formel 1, genau wie auch Ferrari ohne die Formel 1 anders aussehen würde", spielte der Italiener mal wieder mit dem Gedanken eines Ausstiegs aus der Königsklasse. "Wir können sehr geduldig sein, aber es gibt ein paar präzise Bedingungen, damit wir mit der Arbeit weitermachen."

Weniger Aerodynamik, mehr Testfahrten

Der wichtigste Punkt für den Firmenboss ist der mangelnde Technologietransfer aus der Formel 1 in die Serienproduktion. "Es ist nicht so gut, dass 90 Prozent der Leistung ausschließlich auf der Aerodynamik basiert", kritisierte Montezemolo. "Wir fertigen Autos, keine Helikopter, Raketen oder Flugzeuge."

Ebenfalls auf dem Wunschzettel des Scuderia-Capos steht die Wiedereinführung von Testfahrten während der Saison. Drei Jahre nach Einführung des Testverbots fordert Montezemolo eine Lockerung der Regeln.

"Wir dürfen natürlich nicht zu den Exzessen von vor ein paar Jahren zurückkehren", erklärte der Italiener am Rande des Ferrari-Spektakels in der Toskana. "Aber wir sollten uns auch nicht in einer Position befinden, in der wir dem Nachwuchs aus unserer Ferrari-Driver-Academy keine Möglichkeiten bieten können."

Montezemolo wirbt wieder für drittes Auto

Punkt drei in Montezemolos Forderungskatalog ist der Einsatz eines dritten Autos. Trotz der massiven Bedenken der Konkurrenz wird der 64-Jährige nicht müde, für die Idee zu werben. "Wir unterstützen das nicht nur aus eigenem Interesse sondern als Nutzen für den Sport im Allgemeinen. Wir glauben, dass das Interesse der Fans, Medien und Sponsoren steigt, wenn es eine größere Zahl konkurrenzfähiger Autos auf der Strecke gibt."

Als Beispiel für den erfolgreichen Einsatz nannte Montezemolo den Sieg von Giancarlo Baghetti 1961 beim GP Frankreich in Reims in einem privat eingesetzten Ferrari. "Es wäre schön, in Zukunft eines unserer Autos in den amerikanischen Farben, oder den chinesischen oder vielleicht denen von Abu Dhabi fahren zu sehen."

Montezemolo stellte seine Forderungen nicht ohne die übliche Drohkulisse auf. Sollte sich die Formel 1 nicht wie gewünscht entwickeln, bleibe der Scuderia nur der Ausstieg. "Wenn die Formel 1 immer noch Ferrari haben will, muss sie sich ändern und in Sachen Forschung eine Spitzenposition einnehmen und gleichzeitig immer ein Auge auf die Kosten werfen. Wir sind nicht als Sponsoren in der Formel 1 sondern als Konstrukteure."

Nach dem entsprechenden Medien-Echo versuchte die Scuderia die Äußerungen des eigenen Präsidenten am Montag (7.11.) schnell wieder einzufangen. "Manche haben darin ein Ultimatum oder die Drohung zum Ausstieg aus der Formel 1 gesehen, aber dem ist nicht der Fall", stellte Maranello in seiner berühmt-berüchtigten "Horse-Whisperer"-Kolumne klar. Die Äußerungen seien rein konstruktiver Natur gewesen.

In unserer Fotogalerie haben wir die besten Bilder der Finali Mondiali in Mugello zusammengestellt. Sehen Sie Gerhard Berger in seinem ehemaligen Dienstwagen, viele alte Formel 1-Renner und die spektakulärsten Szenen der Ferrari-Party in der Toskana.

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