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Ferrari: Domenicali kritisiert KERS als Geldverschwendung

Als Geldverschwendung hat Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali die Einführung des Energierückgewinnungssystems KERS in der Formel 1 gegeißelt.

"Das ist Geld zum Fenster hinausgeworfen", polterte der Italiener am Mittwoch (14.1.) beim traditionellen Medientreffen der Scuderia im malerischen Wintersport-Paradies Madonna di Campiglio. Es sei der falsche Moment, in Krisenzeiten so ein kostspieliges System einzuführen. Der Grand-Prix-Sport müsse eine für ihn bislang einmalige Periode meistern. "Die Formel 1 wird aber stärker aus der Krise herauskommen", versicherte Domenicali.

Kritik an BMW

Für Domenicali macht KERS keinen großen Sinn: "Das hat nichts mit der Formel 1 zu tun." Er kritisierte BMW, das sich im Gegensatz zu den anderen Herstellern lautstark für das Hybridsystem stark gemacht hatte. Die im Interessenverband FOTA vereinigten Teams müssten trotz unterschiedlicher Positionen nach außen einheitlich auftreten.

Insgesamt stellte Domenicali der FOTA aber ein gutes Zeugnis und wirkungsvolle Arbeit aus. "Ohne FOTA hätte es keine solche Kostenreduzierung für 2009 gegeben", sagte er.

Schumacher bleibt Berater

Die Rennställe hatten, nicht zuletzt auf großen Druck des Internationalen Automobil-Verbandes FIA, einem radikalen Sparprogramm zugestimmt, das die Kosten angeblich um 30 Prozent senken soll. Allerdings lassen die bisher beschlossenen Kürzungen große Zweifel an einem tatsächlich so gewaltigen Umfang aufkommen. Selbst Domenicali räumte ein, dass einige Maßnahmen nicht den erhofften Effekt hätten: "Wir sparen bei den Testfahrten, geben das Geld aber auf dem Prüfstand aus."

Simulationen seien nicht billiger und zudem nicht so wirkungsvoll. Prinzipiell verteidigte der 43-Jährige aber die Etatreduzierungen. Die Wirtschaftskrise sei auch eine Bewährungsprobe. Jetzt konzentriere Ferrari seine Ausgaben eben auf die wichtigsten Projekte und investiere weniger in Zweitrangiges. "Wir wollen auf jeden Fall unsere Mitarbeiter halten", sagte er.

Trotz des Sparzwangs bleibt Rekord-Weltmeister Michael Schumacher Ferrari-Berater.  "Michael bleibt wie bisher unser Berater", versicherte Domenicali. Der siebenfache Champion aus Kerpen gibt seit dem Ende seiner einmaligen Karriere 2006 technische Tipps und testete zwischendurch auch den roten Renner. Ferrari dürfte nach der Wiedereinführung der profillosen Reifen besonders vom Wissen des 91-maligen Grand-Prix-Gewinners profitieren. "Außer Rubens Barrichello hat keiner der Piloten Erfahrungen mit Slicks", sagte der Teamchef.

Mercedes und Renault als Titel-Konkurrenten

Die frühe Fertigstellung des nach der radikalen Regelreform komplett neuen F60 ist laut Domenicali ebenfalls ein Vorteil. Er hofft, dass seine Fahrer Felipe Massa und Kimi Räikkönen Titelträger Lewis Hamilton entthronen können. Der Brasilianer hatte im Herzschlagfinale von Sao Paulo den WM-Triumph nach dem Regenchaos auf den letzten Runden nur um wenige hundert Meter verpasst.

"Felipe ist durch die letzte Saison reifer geworden. Er wird alles daran setzen, den Titel zu holen", sagte Domenicali. Räikkönen traue er zu, wieder so stark wie bei seinem WM-Gewinn 2007 zu werden. McLaren-Mercedes , das seinen neuen Silberpfeil am Freitag präsentiert, werde wohl erneut der härteste Konkurrent. Zudem erwarte er einiges von Renault. BMW erwähnte der Italiener nicht. 

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dpa

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