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Kimi Räikkönen
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Räikkönen vs. Hülkenberg 2013 79 Bilder Zoom

Dreamteam gegen Red Bull: So kam Kimi zu Ferrari

Ferrari bietet 2014 ein Dreamteam gegen Red Bull und Sebastian Vettel auf. Fernando Alonso und Kimi Räikkönen sind eine der stärksten Fahrerpaarungen, die die Formel 1 je gesehen hat. Dabei war der Finne lange nicht der Wunschkandidat in Maranello. Wir klären auf.

Felipe Massa hat es als erster erfahren. Nach acht Jahren bei Ferrari durfte der Brasilianer die Nachricht seiner Trennung mit dem Team zum Ende der Saison selbst via Twitter um die Welt schicken. Halten wir den Termin fest: Dienstag, der 10. September um 20.43 Uhr.

Nico Hülkenberg bekam zweieinhalb Stunden später um 23.10 Uhr per SMS von Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali die Mitteilung, dass die Entscheidung gegen ihn gefallen ist. "Nach 2 Monaten Verhandlung hätte ich zumindest einen Anruf erwartet", erklärte Hülkenbergs Manager Werner Heinz. 5 Anwälte hatten insgesamt acht Wochen verhandelt. In Budapest sollte eigentlich schon der Vertrag unterschrieben werden.

Alonso nicht vor den Kopf stoßen

Mit den Absagen an Hülkenberg und Massa war selbst dem letzten Zweifler klar. Es wird Kimi Räikkönen. Der Weg des Finnen zu Ferrari war nicht gradlinig. Lange war der Finne nicht der Wunschkandidat für den zweiten Platz neben Fernando Alonso. Lange galt in Maranello die Devise, die spanische Diva nicht zu verärgern. Deshalb hat man lieber den braven Massa gehalten, als einen zweiten Starpiloten zu engagiert, der genauso wie Alonso zuerst nur an sich denkt. Das haben Spitzenfahrer nun mal so an sich. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton sind da keinen Deut besser.

Massa stand auch diesmal wieder auf der Liste. Dazu noch Nico Hülkenberg. Doch der Deutsche wäre angesichts der konservativen Fahrerpolitik von Ferrari schon eine große Mutprobe gewesen. Das letzte Mal, dass Ferrari auf einen jungen Fahrer setzte, war 2006 mit Massa. Räikkönen galt lange als dritte Wahl. Man war 2009 nicht gerade im Frieden auseinandergegangen, und man wollte Chefpilot Alonso nicht vor den Kopf stoßen.

Nach Kritik von Alonso lagen die Nerven blank

Doch in den letzten Wochen haben sich viele Dinge verändert. Die Liebesbeziehung zwischen Ferrari und Alonso hat sich trotz gegenteiliger Beteuerungen deutlich abgekühlt. Nach einem schlechten Sommer wurde es immer unwahrscheinlicher, den Titel nach 2007 endlich mal wieder nach Maranello zu holen.

Alonso reagierte frustriert. Er nahm die schleppende Entwicklung in die Kritik. Nicht einmal übermäßig hart. Was er sagte, hatte Hand und Fuß. Doch daheim in der Fabrik lagen bereits die Nerven blank. Als Alonsos Management auf den plumpen Trick von Red Bull reinfiel, die Interesse an dem Spanier heuchelten, ging Präsident Luca di Montezemolo der Gaul durch. Er las seiner Nummer eins die Leviten.

Schlechte Laune demotiviert das Team

Damit nicht genug. Alonso stand ab sofort unter Beobachtung. Jede seiner Gesten, jedes seiner Worte wurde auf die Goldwaage gelegt. In Spa gab es erneut Ärger. Trotz der grandiosen Fahrt des Ex-Champions von Platz 9 auf Rang 2. Das Management nahm Alonso übel, dass er mit missmutigem Gesicht auf dem Podium stand und anmahnte, dass der Red Bull immer noch das bessere Auto sei.

So etwas demotiviert die Mannschaft, hieß es im innersten Ferrari-Zirkel. Red Bull-Berater Helmut Marko kann das nachvollziehen: "Als Vettel 2010 in Ungarn als Dritter auf dem Podium ein langes Gesicht machte, haben wir ihm auch gesagt, dass so etwas nicht geht. Andere wären froh, wenn sie Dritter werden. Den Fehler hatte damals er und nicht das Team gemacht."

Wer hat bei Ferrari die Hosen an?

Montezemolo musste sich in der Krisenstimmung auch noch Spott anhören. Kritiker warfen Ferrari vor, dass der wahre Chef Alonso sei. Und der würde so lange Massa ins zweite Cockpit setzen, wie ihm das gefiele. So gesehen war die Verpflichtung von Räikkönen auch so etwas wie eine Trotzreaktion. Nur um zu zeigen, wer bei Ferrari die Hosen anhat.

Alonso lenkte bereits in Spa ein. Er könne mit jedem Teamkollegen leben, sagte er bei der Ferrari-Presserunde. Vermutlich hat er bereits da geahnt, dass Kimi immer mehr in die Favoritenrolle rutscht.

Räikkönen hatte für Ferrari aber auch ganz praktische Gründe. Im nächsten Jahr steht die größte technische Herausforderung ins Haus. Da hilft Erfahrung. Und Rennintelligenz. Und zwei Piloten, die ein technisches Defizit kompensieren können, wenn es denn eines gibt.

Räikkönen wird sich gesagt haben, dass ihn bei Ferrari ein paar Fragezeichen weniger erwarten als bei Lotus. Ein besseres Budget, einen Technikchef den er von Lotus kennt, und einen Motor. Lotus kämpft mit Renault immer noch um die Vertragsbedingungen.

Kampfansage an Red Bull und nicht an Vettel

Ferrari bietet zwei Champions auf, um Red Bull wenigstens in der Konstrukteurs-WM zu schlagen. Ferrari macht gegen das Team und nicht gegen Vettel mobil. Gegen Vettel hatte man bereits einen der besten Fahrer im Feld an Bord. Jetzt hat man eben zwei.

Wobei hier nicht gilt: Doppelt genäht hält besser. Für Vettel ist die neue Konstellation ein Vorteil. Während er nicht fürchten muss, dass ihm Daniel Ricciardo 2014 zu viele WM-Punkte wegnimmt, wird es zwischen Alonso und Räikkönen zu einem Hauen und Stechen kommen. Wenigstens auf der Rennstrecke. Aber vielleicht auch hinter den Kulissen.

Alonso weiß sich zu wehren, wenn man ihm zu nahe kommt. Der Stallkrieg mit Lewis Hamilton 2007 bei McLaren ist noch in guter Erinnerung. Räikkönen ist eher unpolitisch. Seine stärkste Waffe ist seine Gleichgültigkeit. Mit der hat er schon Juan Pablo Montoya 2005 und 2006 bei McLaren auf die Palme gebracht. Was in Tränen endete. Montoya wurde nach dem GP USA 2006 entlassen, weil er beim Start Räikkönen ins Auto gefahren war. Manche behaupten noch heute: absichtlich.

Zwei Starpiloten in einem Team

Zwei Löwen in einem Käfig, das kann schiefgehen. Nicht nur bei Räikkönen und Montoya. Auch Ayrton Senna und Alain Prost sind nicht lange miteinander ausgekommen. Wenigstens wurde McLaren mit den beiden Erzfeinden zwei Mal Weltmeister. Nelson Piquet und Nigel Mansell haben sich 1986 so viele Punkte gegenseitig weggenommen, dass McLaren-Pilot Prost der lachende Dritte war.

Bei Red Bull kriselt es seit der Kollision zwischen Sebastian Vettel und Mark Webber 2010 in der Türkei. Es gibt aber auch positive Beispiele. Zum Beispiel Lewis Hamilton und Jenson Button. Michael Schumacher und Nico Rosberg bei Mercedes. Oder Rosberg und Hamilton im gleichen Team.

In unserer Galerie gibt es noch einmal die Highlights aus Kimis Karriere.

Umfrage Ist Kimi Räikkönen der richtige Mann für Ferrari?
Michael Schmidt

Autor

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xpb

Datum

11. September 2013
5 4 3 2 1 4,4444444444444 5 9
Kommentare
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