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Ferrari-Erfolg zur rechten Zeit

Ungarn-Sieg nimmt Druck weg

Mercedes - GP Ungarn 2015 Foto: Wilhelm 23 Bilder

Ferrari hat in der ersten Saisonhälfte 2 Siege gelandet und liegt damit voll im Plan. Trotzdem hatte der Druck auf das Team vor dem GP Ungarn immens zugenommen. Weil der Abstand zu Mercedes gleich blieb.

01.08.2015 Michael Schmidt

Druck? Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene lächelte milde: "Schauen Sie sich meine Schultern an. Sie sind ziemlich breit. Es gilt immer noch der Plan, den wir vor der Saison aufgestellt hatten." Wie lautete der gleich wieder? "Zwei Siege sind gut, drei perfekt und wenn es mehr werden, laufe ich 100 Kilometer barfuß durch die Berge von Maranello."

Ferrari-Saison mit Höhen und Tiefen

Noch kann Arrivabene seine Schuhe anlassen. Doch wie hoch der Druck vor dem zehnten WM-Lauf doch war, zeigt Schelte an den Kritikern nach Sebastian Vettels zweitem Sieg: "In den letzten Wochen hörten wir Kommentare von Leuten, die meinten wir wären in der Krise. Leute die entweder die Zahlen nicht lesen können oder wollen. Wir haben immer gesagt, dass es in dieser Saison Auf und Ab gehen wird."

Ab dem GP Kanada hatte man das Gefühl, bei Ferrari würde die Entwicklung stagnieren. Egal, wie man die Zahlen liest. Die Modifikationen an Motor und Auto schienen nicht so anzuschlagen, wie es sich die wohl auch einige Herren im Team vorgestellt hatten. Williams und Red Bull holten auf.

Und der Abstand zu Mercedes im Training wurde nicht kleiner. Er liegt seit Montreal je nach Streckenlänge beständig zwischen 4 und 8 Zehnteln. Auch am Hungaroring. Da fehlten Vettel auf Lewis Hamilton 0,719 Sekunden. Bei einer Runde von nur 4,381 Kilometern Länge.

Mercedes-Starts machen Gegner stark

Im Rennen schrumpfte der Rückstand regelmäßig. Mal mehr, mal weniger. Das Bild ist immer das gleiche. Wobei man aus der Mercedes-Ecke hört, dass man in Montreal und am Red Bull-Ring dem Motor zuliebe rechtzeitig auf konservative Einstellungen gegangen ist. Mercedes konnte sich den Luxus erlauben, weil man dort im Gegensatz zu Silverstone und Budapest mit beiden Autos in Führung lag.

Genau das war zuletzt nicht der Fall. Die schlechten Starts der Silberpfeile machten die Gegner stark. Williams war in Silverstone nur dank der besseren Taktik zu überholen. Ferrari hatte in Budapest den Rennspeed, Nico Rosberg in einem indisponierten Mercedes davonzufahren. Hamilton hätte zwar schneller gekonnt als Ferrari, aber er steckte zu lange im Mittelfeld fest.

Vettel relativierte seines Siegesfahrt: "Es macht natürlich einen großen Unterschied, wenn du vorne oder im Verkehr fährst. Es ist immer besser, das Tempo zu diktieren, als es sich von anderen aufzwingen lassen. Wir haben das auch ein paar Mal erlebt."

Ferrari auf falschem Reifen schnell

Das Bild im Rennen ist immer das gleiche. Ferrari profitiert im Vergleich zu Mercedes immer dann, wenn man auf dem Reifentyp unterwegs ist, der für die Bedingungen nicht passt. Am Sonntag sank die Streckentemperatur von 53 auf maximal 40 Grad. Und damit war die Mischung "soft" nicht mehr ideal. Der Reifen ist für heiße Temperaturen gebaut. Und da war Ferrari wieder extrem stark.

Obwohl noch viel Sprit im Tank war, fuhr Kimi Räikkönen schon in der 24. Runde auf den Soft-Reifen seine schnellste Runde. Vettel drehte in Runde 63 mit 1.26,772 Minuten auf dem Medium-Sohlen zwar seine persönliche Bestzeit, doch da war der Tank fast leer. In der 23. Runde war er mit 1.26,877 Minuten fast genau so flott unterwegs. Auf Soft-Reifen. Hamiltons Bestwert in dieser Phase: 1.26,802 Minuten.

Der Unterschied zu den Rennen zuvor war, dass Ferrari auf den ungeliebten Medium-Reifen nicht einbrach. Vettel konnte sich gegen Rosberg gut verteidigen. Was den Ungarn-Sieger überraschte: "Wir konnten auf den härteren Reifen richtig Druck machen. Das war nicht immer so."

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