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Ferrari F2013 für die Formel 1 Saison 2013

2013er Ferrari bei Toyota entwickelt

Ferrari DRS Pedal F2012 Piola Technik Animation Foto: Piola Animation 37 Bilder

Der Ferrari F2013 für die Formel 1-Saison 2013 ist zum Teil ein deutsches Qualitätsprodukt. Toyota Motorsport in Köln half den Italienern bei der Entwicklung. Mit dem neuen F1-Renner soll nach fünf erfolglosen Jahren endlich wieder der Fahrertitel her.

31.12.2012 Michael Schmidt

Mit dem Ferrari F2013 soll in der neuen Formel 1-Saison endlich das lang ersehnte Ziel erreicht werden. In den letzten drei Jahren schrammte Fernando Alonso zwei Mal knapp am seinem dritten Titel vorbei. Immer hieß der Spielverderber Sebastian Vettel. Damit soll nun Schluss sein: Der neue F1 Ferrari für 2013 soll endlich auf Augenhöhe mit dem Red Bull fahren.

Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali hat sich nicht viel vorzuwerfen. Red Bull ist zwar zum dritten Mal in Folge Weltmeister geworden, doch Ferrari hat mit Anstand verloren. Fernando Alonso fehlten nur vier Punkte auf den Fahrertitel. Ferrari fing McLaren im Kampf um Platz zwei im Konstrukteurspokal mit einem starken Finale noch ab.

Ferrari F2013 soll auf Red Bull-Niveau fahren

Der Ferrari F2013 muss im neuen Jahr schneller werden. Vor allem in der Sorgendisziplin Qualifying. Präsident Luca di Montezemolo ließ in seiner Weihnachtsansprache keinen Zweifel offen, warum es wieder nicht zum Titel gereicht hat. "Red Bull hatte das bessere Auto. Davor ziehe ich meinen Hut. Wir haben uns nur dank der exzellenten Zuverlässigkeit unseres Autos bis ins Finale gerettet."

Da tut dem 65-jährigen Capo immer noch der gebrochene Stabilisator in der dritten K.O.-Runde der Qualifikation in Monza weh. "Das war unser einziger Defekt im ganzen Jahr, und der hat uns die Pole Position und damit wahrscheinlich auch den Sieg gekostet."

Ferrari F2013 wird weniger konservativ

Ferrari will aus den Fehlern der Vorsaison lernen. Der Ferrari F2013 soll die Schwächen des Vorgängers ausmerzen. In Sachen Qualifying sieht es alleine schon durch das neue Reglement für 2013 gut aus. Die neuen Pirelli-Reifen und die Beschränkung der Heckflügelverstellung (DRS) im Training auf die Stellen, die auch im Rennen erlaubt sind, spielen Ferrari in die Karten.

"Die neuen Reifen kommen schneller in das Arbeitsfenster. Es war eines unserer Probleme in der Qualifikation, dass das mit unserem Auto oft zu lange gedauert hat." Der Ferrari aus dem Vorjahr hatte auch kein sehr effizientes DRS. Domenicali: "Wenn der Effekt weniger Nutzen bringt, ist das gut für uns."

Domenicali verspricht: "Das was uns letztes Jahr beim ersten Wintertest in Jerez passiert ist, wird uns dieses Jahr nicht mehr passieren." Als das Vorjahresauto erstmals auf die Strecke ging, lag es mehr als zwei Sekunden hinter McLaren und Red Bull zurück. "Warum bist du so zuversichtlich?" fragt Montezemolo seinen General an der Rennstrecke nervös. Der antwortet: "Weil wir jetzt sicher sind, dass uns der Windkanal keine bösen Überraschungen mehr liefert."

Ferrari wird beim Windkanal für die Saison 2013 eingleisig fahren. Der Ferrari F2013 wurde im Toyota-Kanal entwickelt und er wird dort auch bis zum Saisonende aufgerüstet. "Das reduziert die Fehlerquellen. Bei zwei Kanälen kommt es leichter zu Konfusion", berichtet Domenicali.

Parallel dazu modernisiert Ferrari seine eigene Anlage in Maranello und macht sie für die Verwendung von 60-Prozent-Modellen fit. "Unser 2014er Auto entsteht dann wieder bei uns", versichert Domenicali. Der 47-jährige Betriebswirt aus Imola verspricht: "Das neue Auto für 2013 wird sich deutlich von seinem Vorgänger entscheiden." Montezemolo wirft ein: "Wir werden weniger konservativ sein."

Den Worten von Technikchef Pat Fry nach zu urteilen, wird der Ferrari F2013 (oder wie auch immer Ferraris neues Modell heißen soll) der ungewöhnlichen Pullrod-Aufhängung an der Vorderachse treu bleiben. "Ich würde mich wundern, wenn wir da nächstes Jahr bei den anderen Teams nicht einige Kopien davon sehen."

Ferrari rüstet Aerodynamikteam vor der Saison 2013 auf

Auch personell tut sich etwas in der Gestione Sportvia. Das Aerodynamikbüro wurde mit Ben Agathangelou und Loic Bigois verstärkt. In die Hierarchie im Technikbüro hat Ferrari vor der Saison 2013 eine zusätzliche Ebene eingezogen. Wegen der Bedeutung der Saison 2014, in der die Formel 1 technisch in ein neues Zeitalter tritt, hat Ferrari zwei Projektgruppen eingerichtet.

Urgestein Simone Resta leitet die Task Force für 2013. Er ist Technikchef Pat Fry und Chefdesigner Nicolas Tombazis unterstellt. Das 2014er Auto entsteht unter der Regie von Fabio Montecchi. Domenicali prophezeit: "Die kommende Saison entscheidet sich in den ersten Rennen. Die Teams werden ziemlich schnell die Arbeit an den 2013er Autos einstellen und sich danach voll auf 2014 konzentrieren. Ich schätze, dass dies spätestens im Juli der Fall sein wird. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an ein gutes Auto zu haben."

Das übernächste Jahr liegt Domenicali im Magen. Seinen Kollegen auch. Die größte Hürde wird die Beschränkung auf 135 Liter Kraftstoff (100 Kilogramm) für eine Renndistanz sein. "Auf einigen Rennstrecken wird man freiwillig Gas rausnehmen müssen, um über die Distanz zu kommen. Wir werden den Zuschauern gut erklären müssen, was warum passiert." Sollte der neue Ferrari F2013 erneut mit viel Rückstand startet, ist die Versuchung groß, die Saison 2013 für die Zukunft ganz zu opfern.

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