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Ferrari Formel 1-Studie

Das Urteil der Ingenieure

Ferrari - F1-Concept - Design-Studie - 2015 Foto: Ferrari 31 Bilder

In der Diskussion wie die Formel 1 der Zukunft aussehen könnte, brachte Ferrari einen konkreten Vorschlag ein. Er fand bei den Fans größtenteils Zustimmung. Die Konstrukteure zweifeln jedoch, ob man Regeln schreiben kann, die sicherstellen, dass die Autos dann auch so aussehen.

23.03.2015 Michael Schmidt

Es war eine Provokation. Ein Denkanstoß. So hat Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene die Studie bezeichnet, die Designer in Maranello für die Formel 1 der Zukunft erstellt haben. Immerhin war sie spektakulärer als der Vorschlag von Red Bull und McLaren, der sich an den aktuellen Autos angelehnt hat. Nur mit anderen Dimensionen. Also breitere Autos, breitere Reifen, mehr Flügel und Leitbleche.

Das Ferrari-Konzept fand in Fankreisen größtenteils Zustimmung. Auch wenn das Auto mit den verkleideten Rädern eher an einen Sportwagen als einen Einsitzer erinnert. Aber es war zumindest der Versuch, einmal in eine andere Richtung zu denken. Auch Niki Lauda stimmt zu: "Wenn man sich eine neue Formel 1 ausdenkt, sollte man nicht die Vergangenheit wieder ausgraben, sondern ein moderneres Design wagen."

Reglement verbietet hässliche Autos nicht

Die Formel 1-Konstrukteure und FIA-Rennleiter Charlie Whiting beurteilten Ferraris Provokation eher skeptisch. Nicht dass es ihnen nicht gefallen hätte. "Es sieht super aus", gibt Whiting zu. "Alles, was wir sonst gesehen haben, war eher ein Retro-Look." Der Engländer gibt aber zu bedenken: "Es ist unheimlich schwierig, Regeln zu schreiben, die sicherstellen, dass die Autos dann auch so ausschauen."

Mercedes-Chefdesigner Aldo Costa bestätigt das: "Diese Studie wurde von Designern erstellt, die sich über die Aerodynamik keine Gedanken machen mussten. Die Optik hatte Vorrang. Einen Formel 1-Aerodynamiker aber interessiert die Optik nicht. Er will maximalen Abtrieb bei möglichst wenig Luftwiderstand. Wenn dabei ein hässliches Auto herauskommt, ist es auch egal. Würde man die Regeln um das Ferrari-Konzept herum definieren, ist noch lange nicht gesagt, dass die Autos dann auch so aussehen."

Neue Formel 1-Autos müssen der jungen Generation gefallen

Williams-Technikchef Pat Symonds stellt die Grundsatzfrage: "Brauchen wir überhaupt neue Formel 1-Autos? Zuerst brauchen wir ein Regelwerk, das nachhaltig ist und genügend Teams das Überleben sichert. Ich bin mir nicht so sicher, ob Autos mit einem neuen Look oder 1.000 PS der Formel 1 helfen würden."

"Ich finde die aktuellen Autos attraktiv. Aber ich bin in der Frage nicht relevant. Die neue Formel 1 muss meinen Kindern gefallen, nicht mir. Sie darf auf keinen Fall ein Rückschritt in das Jahr 2005 sein. Oder noch schlimmer wie einige andere Studien, die ein Konzept aus den 90er Jahren wieder ausgegraben haben."

Die Ferrari-Studie kommt laut Symonds der Idealvorstellung junger Leute näher als aufgewärmte Nostalgie. "Die modernen Videospiele zeigen, was die jungen Leute fasziniert. Und die virtuelle Welt ist heute unsere Konkurrenz." Als Ingenieur würde sich Symonds über mehr Freiheiten im Reglement freuen. Er stellt jedoch zwei Fragen: "Wären diese Autos dann noch bezahlbar? Und gäbe es noch Piloten, die sie fahren könnten?"

Symonds nimmt auf Adrian Neweys Red Bull X2010-Studie Bezug. Ein Auto mit allen technischen Finessen wie aktiver Aufhängung, Groundeffect, Staubsauger-Effekt, knapp 1.500 PS stark und 470 km/h schnell. "Die Fliehkräfte in den Kurven würde kein Fahrer aushalten. Wenn es einen Unfall gibt, kannst du die Trümmer suchen gehen. Es wäre unheimlich schwierig, die Zuschauer zu schützen."

Und wie lautet die ideale Formel für Symonds? "Die Autos müssen schwer zu fahren sein. Also viel Grip, der aber nur in einem kleinen Fenster verfügbar ist und dann schnell abreißt. So ist es schwer das Limit zu treffen."

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen das Ferrari F1 Concept noch einmal im Detail.

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