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Ferrari früh unter Druck

Mercedes fast mit doppelter Punktzahl

Maurizio Arrivabene - Sergio Marchionne - Ferrari - GP China 2016 Foto: xpb 54 Bilder

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen brachten ihre roten Autos beim GP China auf Platz 2 und 5 ins Ziel. Es war Schadensbegrenzung nach der Kollision in der ersten Kurve. Ferrari braucht endlich saubere Rennen. Sonst wird der Rückstand in der WM zu groß.

20.04.2016 Andreas Haupt

Ferrari steckt in Turbulenzen. Das Rennen in Shanghai war das dritte der 2016er Saison, in dem für das erfolgreichste Team der Formel 1-Geschichte etwas schief ging. In Melbourne brannte im Auto von Kimi Räikkönen der Turbolader durch. In Bahrain stoppte Sebastian Vettel ein defektes Auslassventil am V6.

Zwei Wochen später hielt zumindest die Technik. Dafür kollidierten die Stallgefährten nach dem Start in der ersten Kurve. Das Ergebnis aus Sicht von Vettel: ein demolierter Frontflügel und eine krumme Lenkung. Das aus Sicht von Räikkönen: ein komplett abrasierter Flügel und Platz 20 nach der Startphase.

Arrivabene tadelt Vettel und lobt Strategie

Vettel entschuldigte sich mehrfach für den Zusammenstoß bei seiner Truppe. Die Schuld suchte der viermalige Weltmeister aber bei Daniil Kvyat. Das gefiel seinem Chef gar nicht. "Man zeigt nicht mit dem Finger auf andere. Kvyat ist sein eigenes Rennen gefahren. Klar fuhr er schnell in die Kurve. Aber Sebastian und Kimi hätten dasselbe gemacht“, tadelte Maurizio Arrivabene.

Dem Teamchef missfiel es, dass sich seine beiden roten Rennwagen ins Gehege kamen. "Wenn deine beiden Piloten zusammen rasseln, ist das nicht gut. Es war ein Rennunfall, der maximal dumm ausgegangen ist für uns. Was soll ich sonst noch sagen."

Immerhin konnten sowohl Vettel als auch Räikkönen weiterfahren. Beide betrieben Schadensbegrenzung. Der WM-Dritte aus dem Vorjahr rollte mit über 37 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel, sein finnischer Kollege brachte den SF16-H auf der fünften Position nach Hause. Das macht zusammen immerhin 28 WM-Punkte. "Die Strategie war perfekt", lobte der Teamchef seine Strategen.

Sein Ärger war dennoch groß: "In einem normalen Rennen hätten wir eine sehr, sehr gute Möglichkeit auf den Sieg gehabt", glaubt Arrivabene. Dessen Boss Sergio Marchionne verfolgte das Geschehen live an der Strecke. "Natürlich ist Herr Marchionne nicht glücklich. Wie ich es auch nicht bin. Ich würde mich fragen, ob er wirklich der Präsident wäre, wenn er nach heute zufrieden wäre", sprach Arrivabene.

Ferrari muss sich sputen

Vor dem Start ins Rennen lobte Marchionne seine Mannschaft. "Das Team hat fantastische Entwicklungsarbeit geleistet. Darüber bin ich sehr glücklich." Gleichzeitig forderte er: "Wir müssen auf der Strecke liefern." Den Mercedes-Vorsprung sah das Fiat-Oberhaupt als nicht mehr groß an. "Ich habe die volle Absicht, Mercedes im Kampf um die WM zu schlagen. Und sie können sich sicher sein, dass ich alles dafür tun werde." Eine Kampfansage und eine Portion Druck an seinen Rennstall zugleich.

Wie gesagt: Das war vor dem Rennen. Nach dem GP China steht Ferrari in der WM zwar auf Platz 2. Der Abstand auf die Silberpfeile ist mit 114 zu 61 Punkten aber schon groß. Auch in der Fahrer-WM sieht es nicht rosig aus. Vettel belegt nach 3 von 21 Rennen den fünften Platz. Rückstand auf Nico Rosberg: 42 Zähler. Räikkönen ist mit 47 Punkten Rückstand einen Rang hinter seinem Teamkollegen.

Noch ist die Saison lang. Aber Ferrari braucht schnellstmöglich Rennen ohne Zwischenfälle. Sonst wird der Druck von außen größer. Aber auch der interne. Und der WM-Zug verlässt wieder einmal ohne die Scuderia den Bahnhof. Es wäre das achte Mal in Serie. 2008 holte Ferrari zuletzt den Konstrukteurs-Titel.

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