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Ferrari gegen doppelte Punkte

Montezemolo will runden Tisch

Luca di Montezemolo - Ferrari - Formel 1 - GP Italien - 7. September 2013 Foto: xpb

Das traditionelle Weihnachtsessen ist für Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo immer auch der Anlass, den Sport in Frage zu stellen. Er kritisiert die Regel der doppelten Punkte, ist für eine Kostenkontrolle und fordert einen runden Tisch.

20.12.2013 Michael Schmidt

Es ist das Lieblingsthema von Luca Cordero di Montezemolo. Die Formel 1 und ihre Zukunft. Regelmäßig zu Weihnachten bekommen der Sport und seine Entscheidungsträger ihre Ohrfeigen ab. Das war diesmal nicht anders. Nur der Tonfall hat sich geändert. Aufhänger war die umstrittene neue Regel, zum Saisonfinale doppelte Punkte zu vergeben. "Mir gefällt diese Regel auch nicht. Sie ist mir zu künstlich", gibt sich der frühere Ferrari-Rennleiter milde. "Aber die Teams haben sich nun mal einstimmig dafür entschieden, also sollten wir der Sache eine Chance geben. Wenn es nicht funktioniert, können wir es schnell wieder abschaffen."

Ferraris Vetorecht nur für große Probleme

Montezemolo will aber nicht ausschließen, dass das Reizthema noch einmal vor der Saison auf den Tisch kommt. Er fordert die Fans auf, ihre Stimme abzugeben: "Die sozialen Netzwerke sind eine schöne Plattform für die Fans, uns ihre Meinung mitzuteilen. Wenn es da ein klares Votum gibt, dann können wir das nicht einfach so ignorieren"

Ferrari könnte die Regel leicht kippen. Dazu müsste der älteste Rennstall der Formel 1 nur von seinem Veto-Recht Gebrauch machen. Das lehnt Montezemolo aber ab. "Ich werde unser Veto-Recht nicht für eine solche Bagatelle nutzen. Glauben Sie mir, wenn die Formel 1 morgen mit Vierzylinder-Motoren fahren würde, dann stünde Ferrari auf der Matte. Das ließen wir nicht mit uns machen. Wir sind ein Autohersteller und kein Motorradkonstrukteur."

Hürden einer Budgetdeckelung

Als das größte Problem für die Zukunft bezeichnet der erste Mann im Staate Ferrari die zu hohen Kosten in der Formel 1. Früher kam er mit seiner Standardlösung Kundenautos oder ein drittes Fahrzeug pro Team. Das hat er auch diesmal getan, allerdings moderater. Montezemolo kann sich eine Budgetdeckelung vorstellen, wenn sie intelligent gemacht wäre. "Ein Problem ist die Überprüfbarkeit. Ein anderes, dass wir von verschiedenen Voraussetzungen bei den Teams reden. Ferrari und Mercedes bauen ihre Motoren selbst. Die anderen kaufen sie nur ein. Das muss alles unter einen Hut gebracht werden."

Montezemolo hasst Simulatoren

Inzwischen aber hat Montezemolo auch die Vorteile einer Obergrenze des Budgets für bestimmte Bereiche erkannt. Er nennt das Beispiel Testfahrten. "Ich hasse diese Simulatoren und Windkanäle. Wir haben unheimlich viel Geld in diese Laboranlagen gesteckt zu dem Preis, dass wir nicht mehr in Fiorano und Mugello testen dürfen. Das aber ist Rennsport. Der findet nicht im Saal, sondern auf dem Asphalt statt. Ich bin nicht Boeing oder die Nasa, sondern baue Autos. Die müssen fahren. Gäbe es einen Budgetdeckel könnte jeder auf die Weise testen, die er für die beste hält. Wir auf der Strecke, andere im Simulator oder Windkanal."

Ein runder Tisch in Maranello

Montezemolo ist es leid, dass sich die FIA, Bernie Ecclestone und die Teams mit Eigeninteressen gegenseitig zerfleischen. Heraus kommen nur Kosmetik auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner, aber keine tragfähigen Lösungen. Deshalb will Montezemolo nach Weihnachten alles Teams, Jean Todt und Bernie Ecclestone nach Maranello einladen. "Wir brauchen einen runden Tisch, an dem wir endlich einmal anfangen uns zu überlegen, wie wir den Sport besser machen können. Unter der Saison ist das nicht möglich. Da sind alle zu hektisch. Für ein solches Meeting braucht man Ruhe."

Bernie nur durch mehrere Personen zu ersetzen

Dabei wird dann auch zur Sprache kommen, wer Ecclestone ersetzt, wenn der große Zampano einmal abtreten muss. "Bernie steckt zur Zeit in vielen Schwierigkeiten. Es wäre leicht, ihm jetzt in den Rücken zu fallen. Wir sollten aber alle dankbar für das sein, was er für den Sport getan hat. Auch wenn es aus heutige Sicht ein Fehler war, unser Geschäft vier oder fünf Mal an andere zu verkaufen. Damit müssen wir für die Dauer des nächsten Concorde Abkommens bis 2020 noch leben. Eines muss uns allen klar sein. Auch nach Bernie muss es einen Anführer geben. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dies eine einzelne Person ist. Ich sehe eher ein Direktorium aus verschiedenen Leuten."

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