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"Halo 2"-Test in Silverstone

Vettel fährt neuen Heiligenschein

Sebastian Vettel - Ferrari - Halo 2 - Heiligenschein - Cockpitschutz - GP England 2016 Foto: xpb 65 Bilder

Der „Halo 2“-Cockpitschutz ist erstmals im Praxiseinsatz auf der Strecke getestet worden. Sebastian Vettel absolvierte im Silverstone-Training einen Proberun mit dem weiterentwickelten Heiligenschein. Wir haben die Bilder.

08.07.2016 Michael Schmidt 3 Kommentare

Eigentlich wollte Ferrari den modifizierten Cockpit-Bügel schon beim GP Österreich testen. Doch wegen eines Elektronikproblem im ersten Training und Regenwetter in der zweiten Sitzung musste die Probefahrt um eine Woche verschoben werden. Am Freitag (8.7.2016) war es in Silverstone schließlich soweit. Um 10:13 Uhr Ortszeit rückte der Ferrari mit der Nummer 5 mit dem sperrigen Bügel um den Fahrerhelm aus.

Vettel fährt eine Runde mit dem Halo 2

Länger als eine Installationsrunde war die Schutzvorrichtung nicht am roten Auto montiert. Für Vettel und Ferrari ging es bei dem Test vor allem darum, Erkenntnisse über die Sichteinschränkung zu sammeln. Die weiterentwickelte Version des Heiligenscheins – intern „Halo 2“ genannt – ist ein Stück weiter vom Cockpit entfernt angebracht, damit der Fahrer bei einem Frontalaufprall mit dem Kopf nicht gegen den Schutzholm prallt.

Genau dieses Problem hatte die Windschutzscheibe von Red Bull („Aeroscreen“) aus dem Rennen geworfen. Der Kopf des Dummys war beim Frontaufprall gegen die Scheibe geschlagen. Als Konsequenz hätte man die die Rundung der Verglasung verändern müssen. Dann aber hätte sie dem Aufprall eines Reifens nicht mehr standgehalten. Als Konsequenz stellte Red Bull die Entwicklung des Cockpitschutzes ein.

Halo 2 nicht schöner als erste Version

Der Halo hat damit das Rennen gemacht. Um die Steifigkeit zu erhöhen und das Gewicht zu senken wurde der neue Heiligenschein aus Titan statt aus Stahl gefertigt. Leider machen die Modifikationen den Bügel nicht gerade ansehnlicher. Der Schutzkäfig wirkt noch größer und wuchtiger. Kritiker bemängeln, dass die Optik der Autos verschandelt wird. Befürworter halten dagegen, dass die Ästhetik bei Sicherheitsfragen hinten angestellt werden muss.

Wie gut ein Pilot im Ernstfall mit dem Bügel aus dem Cockpit geborgen werden kann, wurde bereits in Spielberg getestet. Streckenposten brauchten 12 Minuten, um einen Mechaniker aus dem Auto zu ziehen. Doch die FIA wertete es dennoch als Erfolg. „Es war der erste Test dieser Art und ging nicht um Geschwindigkeit. Wir wollten nur herausfinden, welche Schwierigkeiten dabei auftreten könnten“, erklärte FIA-Rennleiter Charlie Whiting anschließend.

Tatsächlich wurde versucht, den Mechaniker auf 3 verschiedene Arten aus dem Cockpit zu ziehen. Ein Mal verhedderte sich der Passagier im Sicherheitsgurt. „Wir wollten herausfinden, von welcher Seite die Helfer den Fahrer bergen müssen und haben dabei 3 unterschiedliche Szenarien durchgespielt“, verrät ein FIA-Mann.

Strategiegruppe muss über Halo für 2017 abstimmen

Die Einführung des Halos für 2017 ist aber noch nicht durch. In Silverstone wollen sich die Technikchefs noch einmal mit FIA-Rennleiter Charlie Whiting im Rahmen der Arbeitsgruppe treffen. Die FIA will den Ingenieuren eine Risikoabwägung präsentieren. Dazu wurden rund 40 Unfälle aus der Vergangenheit nachgespielt und die Folgen mit und ohne Cockpitschutz dokumentiert.

Die Ingenieure sollen sich mit dieser Information ein endgültiges Bild über den Heiligenschein machen, inwieweit die Vorteile die möglichen Risiken überwiegen und ob der Gewinn an Sicherheit die optische Beeinträchtigung rechtfertigt.

Danach müssen die Teams, Bernie Ecclestone und die FIA im Rahmen der Strategiegruppe und später der Formel 1-Kommission über die Einführung in der Saison 2017 abstimmen. Ecclestone und mehrere Teams wollen die Einführung der Schutzvorrichtung verschieben. Die FIA könnte dann einen Einsatz immer noch mit dem Argument der Sicherheit durchdrücken.

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen die aktuellen Bilder von Vettels Testlauf mit dem Halo 2 in Silverstone.

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn die Formel 1 2009 schon damit gefahren wäre, Felipe Massa jetzt nicht mehr unter uns wäre. Wenn ich F1 Fahrer wäre, würde ich wahrscheinlich mit der Einführung des Halos die F1 verlassen, weil ich mich nicht mehr sicher fühle in so einem Wagen. Klar besteht immer ein Restrisiko, aber man muss es doch nicht gezielt provozieren, nur damit man nach außen den Anschein erweckt, etwas für die Sicherheit zu tun. Für die Sicherheit wurde im Motorsport in den letzten Jahren zum Glück extrem viel getan. Aber der Halo ist ein Schritt zurück. Wenn ich hier schon lese, dass es 10 Minuten dauerte, um den Fahrer aus dem Auto zu kriegen...

LennySxE 1. Juli 2016, 14:51 Uhr
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