Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ferrari holt auf

"Nur zu 50 Prozent happy"

Maurizio Arrivabene - Ferrari - Formel 1 - GP Australien - 12. März 2015 Foto: xpb 20 Bilder

Ferrari, Sauber und Lotus sind die Gewinner des Saisonstarts. Alle drei konnten ihr Paket stark verbessern. Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene war trotz der deutlichen Steigerung nicht ganz zufrieden. Nur ein Auto kam ins Ziel.

18.03.2015 Michael Schmidt

Das erste Rennen ist gelaufen. Melbourne ist zwar nicht der ultimative Gradmesser, doch so viel lässt sich schon sagen: Ferrari, Sauber und Lotus haben über den Winter ein besseres Paket geschnürt. Was in allen drei Fällen hauptsächlich mit dem Motor zu tun hat. Ferrari ist jetzt der erste Verfolger von Mercedes. In der zweiten Saisonhälfte 2014 kämpfte man mit McLaren um Platz 4.

Strategiefehler vom Training im Rennen ausgebügelt

Teamchef Maurizio Arrivabene packte deshalb trotzdem nicht den Champagner aus. "Als Tifoso bin ich mit dem Ergebnis happy. Als Teamchef nur zu 50 Prozent. Wir haben nicht gewonnen, und wir haben nur ein Auto ins Ziel gebracht." Außerdem traute der neue Capo dem Frieden nicht. "Williams ist nur mit einem Auto angetreten. Mit Bottas im Feld hätten wir ein klareres Bild bekommen, wo wir stehen."

Noch gibt es kleine Schwächen im System. In der Qualifikation wurde der dritte Startplatz verschenkt. Ferrari schickte Sebastian Vettel ohne Not im Q2 mit zwei Garnituren der weichen Reifen auf die Piste. "Wir hätten erkennen müssen, dass die vorgelegte Zeit reicht", urteilte die Chefetage. So war Vettel gezwungen, den einzig verblieben frischen Satz der weichen Mischung gleich zu Beginn des Q3 einzusetzen. Ein Handikap, wenn man bedenkt, dass Felipe Massa am Ende nur 0,039 Sekunden schneller war.

Am Sonntag machten die Ferrari-Strategen den Fehler wieder gut. Es zahlte sich aus, den Reifenwechsel hinauszuzögern. Williams verlor den Nervenkrieg an der Boxenmauer. Man holte Massa früher als Vettel an die Box, weil man glaubte, dass ein frischer Medium-Reifen mehr Rundenzeit bringt als 22 Runden alte weiche Sohlen. War er aber nicht. Ferrari hatte richtig gepokert. Trotzdem kündigte Arrivabene Änderungen in der Truppe der Rennstrategen an: "Wir sind da noch nicht komplett."

Räikkönen verliert fünf Sekunden in der Box

Kimi Räikkönen wurde nach dem turbulenten Start auf zwei Boxenstopps umgepolt. Der Finne kehrte aus der ersten Runde nur auf Platz 7 hinter Daniel Ricciardo zurück. Und er kam an dem Red Bull nicht vorbei. Der Topspeed-Vorteil des Ferrari betrug lediglich 3,3 km/h.

Bei Räikkönen ging schief, was schiefgehen konnte. Zwei Kontakte in der ersten Kurve führten zu Beschädigungen am Unterboden. Der erste Reifenwechsel dauerte fünf Sekunden länger als gewohnt. Räikkönen hatte die Kupplung zu früh kommen lassen. Das linke Hinterrad war noch nicht richtig fixiert. Dadurch wurde das Gewinde der Radnabe beschädigt.

Beim zweiten Stopp sträubte sich erneut das linke Hinterrad gegen die Montage. Räikkönen bekam das Zeichen zur Abfahrt, obwohl es nicht ordnungsgemäß fixiert war. Zwei Kilometer später parkte er das Auto am Streckenrand. Hinterher redeten sich die Teammanager die Köpfe heiß, ob der Finne dafür nicht eine Strafe hätte kassieren müssen.

Im letzten Jahr musste der betreffende Fahrer bei einer Freigabe des Autos in unsicherem Zustand mindestens zehn Startplätze zurück. Doch die Regel wurde über den Winter geändert. Wenn der Fahrer das Auto parkt, so lange das Rad noch auf der Achse sitzt, kommt er ungeschoren davon. Räikkönen blieb nur die Genugtuung, dass er zwischen seinen beiden Boxenstopps der schnellste Mann auf der Strecke war. Ihm blieb die positive Erkenntnis: "Unser Auto ist gut für das Podium."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden