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Ferrari holt auf

War Ferrari besser als in Silverstone?

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 26. September 2015 Foto: xpb 29 Bilder

Mercedes feierte in Japan einen Doppelsieg auf einem Streckentyp, auf dem Ferrari die meisten Probleme hat. Trotzdem war Ferrari zufrieden. Weil der Rückstand zu Mercedes geschrumpft ist. Stimmt das wirklich? Wir haben nachgeprüft.

06.10.2015 Michael Schmidt

Suzuka war für Ferrari das, was eine Woche zuvor Singapur für Mercedes darstellte. Die Angststrecke. Auf Kursen mit schnellen Kurven und einem flüssigen Layout war der Abstand von Ferrari zu Mercedes immer besonders groß. Siehe Barcelona, Silverstone und Spa. Jetzt also Suzuka. Mercedes holte sich seinen achten Doppelsieg ab, doch Ferrari war dennoch zufrieden. Weil der Rückstand geschrumpft ist.

Ferrari-Rennleiter Maurizio Arrivabene führte nach dem GP Japan aus: "Wir sollten das Ergebnis nicht mit Singapur vergleichen. Es macht mehr Sinn einen Vergleich zu Silverstone zu ziehen, weil die Strecke dort eine ähnliche Charakteristik wie Suzuka hat. Und da ist der Abstand zu unserem Hauptrivalen kleiner geworden. Das bedeutet, dass wir unser Paket in allen Bereiche gut weiterentwickelt haben, insbesondere unsere Antriebseinheit."

Abstand im Qualifying ist geschrumpft

Auf den ersten Blick hat Arrivabene Recht. Auch auf den zweiten? Sieht er das Glas halb voll oder ist es in Wahrheit halb leer? Silverstone und Suzuka sind wegen einer fast identischen Streckenlänge gut zu vergleichen. Im Training zum GP England fehlten dem schnellsten Ferrari 1,131 Sekunden auf die Pole Position von Lewis Hamilton und 1,018 Sekunden auf Nico Rosberg. Das klappte in Suzuka schon besser. Sebastian Vettels Rückstand auf die Pole Position von Nico Rosberg betrug 0,763 Sekunden. Gegenüber Lewis Hamilton blieben 0,687 Sekunden auf der Strecke liegen.

Eine deutliche Steigerung. Was wirklich möglich gewesen wäre, blieb offen. Der Unfall von Daniil Kvyat stoppte den zweiten Versuch aller Piloten. Hamilton hatte in seinen ersten Versuch zwei grobe Schnitzer eingebaut. Auch der Trainingsschnellste Rosberg patzte auf seiner Pole-Runde. Auch Vettel sah Verbesserungspotenzial: "Der dritte Startplatz wäre möglich gewesen." Der gehörte Williams-Pilot Valterri Bottas. Die Williams hatten Ferrari in Silverstone im Training auch schon knapp geschlagen. Wie in Suzuka.

Die Idealzeiten geben etwas mehr Aufschluss darüber, wer im ersten Versuch im Q3 Normalform erreichte und wer Zeit verschenkte. Demnach wurden die Mercedes hier unter Wert geschlagen. Addiert man die besten Sektorzeiten, käme Rosberg auf 1.32,337 Minuten. Vettel schaffte dagegen fast die Idealzeit, die bei ihm 1.33,231 Minuten betrug. Der Abstand nach dieser Rechnung: 0,894 Sekunden. Was aus Sicht von Ferrari immer noch um zwei Zehntel besser ist als in Silverstone.

Mercedes im Rennen deutlich schneller als Ferrari

Kommen wir zum Rennen. Vettel kam in Suzuka 20,850 Sekunden hinter Sieger Lewis Hamilton ins Ziel. Beide mit zwei Stopps. Während Hamilton aber zwei Mal den weicheren Medium-Reifen wählte, setzte Vettel zwei Mal auf hart. Sein Gegenspieler hieß nicht Hamilton, sondern Rosberg. Und an dem orientierte sich Ferrari.

In Silverstone betrug der Rückstand von Vettel auf den Sieger 25,443 Sekunden. In diesem Fall waren Mercedes und Ferrari mit identischer Strategie unterwegs: medium-hart-Intermediates. Vettel machte wie Hamilton taktisch alles richtig . Er wechselte im richtigen Moment auf die Mischbereifung. Also durchaus vergleichbare Bedingungen.

Und so verteilte sich Hamiltons Vorsprung in Silverstone auf die drei Stints: 12,311 Sekunden auf Medium-Reifen, 10,866 Sekunden auf den harten Sohlen und nur noch 2,266 Sekunden auf den Intermediates. Ferrari profitierte also von den feuchten Bedingungen, vermutlich auch weil Hamilton am Ende Fahrt rausnahm. Sein WM-Gegner Rosberg lag zu weit zurück.

Und wie war das Bild in Suzuka? Nach dem ersten Stint hatte Hamilton einen Vorsprung von 6,913 Sekunden auf Vettel. Der wuchs im Mittelabschnitt um 5,815 Sekunden auf 12,728 Sekunden an. Im Finale nahm Hamilton dem Ferrari dann noch einmal 6,122 Sekunden ab.

Der Engländer fuhr aber nie auf der letzten Rille. Das Duell mit Rosberg war schon nach der zweiten Kurve beendet, da der Teamkollege auf Platz 4 zurückfiel. Und Hamilton wurde mehrmals gewarnt, die Motortemperaturen im Blick zu behalten. Mercedes hatte die Kühlung für 23 Grad abgestimmt. Am Renntag war es um 5 Grad wärmer als erwartet.

Was möglich gewesen wäre, wenn Hamilton seinen Mercedes dauerhaft von der Kette gelassen hätte, zeigen die schnellsten Rennrunden. Hamilton erzielte in der 33. Runde mit frischen harten Reifen den Tagesbestwert von 1.36,145 Minuten. Vettel schaffte eine Runde zuvor, auch auf harten Reifen, seine schnellste Zeit. Sie lag mit 1.37,906 Minuten um 1,761 Sekunden über Hamiltons Wert. Ein Klassenunterschied.

Fazit: Ferrari hat auf Streckentypen wie Silverstone oder Suzuka aufgeholt, aber nicht so deutlich wie es den Anschein hatte. Der Fortschritt bewegte sich im Bereich von 2 Zehnteln

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