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Ferrari im Elend

Alonso fordert schnelle Reaktion von Ferrari

Formel 1 GP England 2013 Fernando Alonso Foto: Ferrari 24 Bilder

Ferrari kam als Favorit nach Silverstone. Doch dann wurde Sebastian Vettels Herausforderer böse überrascht. Fernando Alonso startet von Platz 10, Felipe Massa von Rang 12. Der Abstand zur Spitze betrug 1,3 Sekunden. Die Gründe für den Absturz sind nur zum Teil bekannt. Alonso fordert von Ferrari eine schnelle Reaktion. Sonst kann er den Titel vergessen.

29.06.2013 Michael Schmidt

Das hatte sich Fernando Alonso anders vorgestellt. Er wollte seinen 36-Punkte-Rückstand auf Sebastian Vettel verkürzen. Silverstone schien der ideale Boden dafür. „Eine ähnliche Strecke wie in Shanghai und Barcelona. Und da habe ich gewonnen“, machte sich der Spanier vor dem Wochenende Mut.

Und dann kam alles ganz anders. Alonso kämpfte sich mit Mühe ins Top Ten-Finale der Qualifikation. Und da blieb ihm nur der letzte Platz. Mit 1.372 Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Lewis Hamilton. Wäre Alonso sieben Hundertstelsekunden schneller gefahren, hätte es wenigstens noch für Platz 7 gereicht. Felipe Massa fiel bereits in Q2 durch den Rost. "Eine große Enttäuschung", sagten die Ferrari-Piloten im Einklang.

Zu kalt, zu windig, zu harte Reifen

Eine echte Erklärung für die Trainingsschlappe hatten weder Alonso noch Massa parat. "Wir lagen zuletzt immer nur zwei, drei Zehntel hinter der Spitze. Jetzt ist es über eine Sekunde. Da kann nicht alleine die Fahrzeugentwicklung dran schuld sein", rätselte Alonso. Der WM-Zweite verriet, dass die neuen Teile, die Ferrari mit nach Silverstone gebracht hatte, nicht funktioniert hätten. "Das Setup des Autos war auch nicht gut. Und wir haben unsere Reifen nicht optimal genutzt."

Massa führte die niedrigen Asphalttemperaturen von 29 Grad, den starken Wind und die Wahl von Pirelli, mit den Mischungen hart und medium in Silverstone anzurücken als mögliche weitere Gründe für die schlechten Startplätze an. "Der starke Wind hat uns nicht geholfen. Ich weiß aber nicht, wie er sich in anderen Autos anfühlt.2 Mark Webber tröstete: "Auch wir hatten Probleme mit dem Wind."

Alonso: Kein Vorwurf an Pirellis Reifenwahl

Alonso will Ferraris schwache Vorstellung nicht auf Pirellis Reifenwahl schieben. "Es ist wahr, dass uns weichere Reifentypen besser gepasst hätten. Ich werde mich deshalb aber nicht bei Pirelli beschweren, nur weil es bei uns nicht läuft. Dafür sind andere Teams zuständig. Wenn es andere schaffen, mit diesen Reifen eine Runde unter 1.30 Minuten zu fahren, müssen wir das auch können."

Alonso hofft, dass Ferrari nicht den Faden verloren hat. "In den ersten Rennen haben wir es immer easy in die ersten beiden Startreihen geschafft. Jetzt sind wir dort, wo wir letztes Jahr waren. Wir mussten sogar um den Aufstieg ins Q3 bangen. Es ist jetzt wichtig, dass wir kühlen Kopf bewahren, die Gründe analaysieren und schnell reagieren. Viele Fehler können wir uns nicht mehr erlauben."

Lotus mit gleichen Problemen wie Ferrari

Irgendwie passt es ins Bild, dass Lotus die gleichen Probleme wie Ferrari hatte. "Die Temperaturen waren eine Spur zu kühl für uns, und die Reifen ein bisschen zu hart", meinte Chefingenieur Alan Permane zu den Startplätzen 8 und 9 für Romain Grosjean und Kimi Räikkönen.

Permane ist zuversichtlich, dass Lotus und auch Ferrari im Rennen das Ruder noch herumreißen können. "Am Sonntag soll es deutlich wärmer werden. Das wird großen Einfluss auf die Fahrzeugbalance haben. Dann werden wir profitieren, während Mercedes und Red Bull leiden." Die Asphalttemperaturen sollen laut Vorhersage um bis zu acht Grad steigen. Damit würden Autos, die am Samstag perfekt ausbalanciert waren, im Rennen ins Übersteuern fallen. Und das könnte bei Mercedes und Red Bull die Hinterreifen runieren.

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