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Ferrari im Rückwärtsgang

Keine Chance gegen Mercedes und Red Bull

Kimi Räikkönen - Ferrari - GP Malaysia 2016 Foto: xpb 23 Bilder

Ferrari stellte in Malaysia nur das drittschnellste Auto. Sebastian Vettel war nach der ersten Kurve draußen, Kimi Räikkönen fehlte der Speed im Rennen. Der zweite Platz in der Konstrukteurs-WM rückt in weite Ferne.

03.10.2016 Andreas Haupt

Malaysia dokumentiert den Rückfall von Ferrari. Vor eineinhalb Jahren noch gab es einen viel umjubelten Sieg mit Sebastian Vettel. Dieses Jahr waren die roten Rennwagen chancenlos gegen Mercedes und Red Bull. Beide hatten das schnellere Auto. Beide hatten den geringeren Reifenverschleiß. Im Qualifying büßte man auf Mercedes über sieben Zehntel ein. Der Abstand auf eine Runde zu Red Bull hielt sich mit weniger als zwei Zehnteln in Grenzen. Am Start eliminierte sich Sebastian Vettel selbst. Damit blieb Kimi Räikkönen als einsamer Kämpfer in Rot für die verbliebenen 56 Runden.

Räikkönen von Verstappen überrumpelt

Räikkönen konnte vom Startgetümmel nicht wirklich profitieren. Er rückte um eine Position auf Rang vier auf. „Ich hatte nicht gesehen, was in der erste Kurve passiert ist. Abgesehen davon, dass sich ein paar verabschiedet hatten.“ Seinen Platz war er aber schnell los. Max Verstappen überrumpelte den Finnen beim Restart in der zweiten Runde auf der Zielgerade. Der 19-jährige Niederländer wirkt in dieser Saison wie Kryptonit auf Räikkönen. Schon in Spanien, Ungarn und Belgien prallte der Routinier am Youngster ab. „Ich war nahe am Delta für eine positive Rundenzeit. Dann ist es ein Ratespiel, wann du Gas geben kannst, um nicht unter die geforderte Rundenzeit beim VSC zu geraten. Entweder man trifft es perfekt oder schaut alt aus“, entschuldigte sich der Weltmeister von 2007.

Immerhin kassierte Räikkönen später den Force India von Sergio Perez und rollte danach wieder auf der vierten Position. Ohne Möglichkeit, die Vordermänner unter Druck zu setzen. Ferrari fehlten auf den weichen Reifen ein paar Zehntel. Verstappens erster Stopp spülte Räikkönen nach vorne. Doch im 20. Umlauf war der Iceman wieder fällig. Diesmal zog Verstappen vor Kurve 15 vorbei, Räikkönen verabschiedete sich sofort zum Reifenwechsel. Ferrari gab ihm die harte Mischung mit. Doch auch damit war man langsamer als Mercedes und Red Bull. „Das Handling war eigentlich okay“, berichtete Räikkönen. „Uns fehlt es einfach an Geschwindigkeit und Anpressdruck“, beklagte der Routinier.

Räikkönen hatte wieder seine vierte Position bezogen. Doch es drohte Gefahr von Nico Rosberg, der aufschloss. Der zweite Boxenstopp in Runde 32 war eine Reaktion auf den Reifenwechsel von Rosberg eine Runde zuvor. Ferrari wollte seinem Piloten für den zweiten Rennabschnitt die gleichen Gummis geben. Einen gebrauchten Satz harter Reifen.

Die Kollision mit Rosberg

Rosberg schloss trotzdem auf und attackierte. Er knallte seitlich mit dem Mercedes in den Ferrari. Der Ort: Kurve zwei. „Ich habe ihn im Spiegel heranfliegen sehen. Wenn ich nicht nach rechts lenke, sind wir wohl beide draußen“, meinte Räikkönen mürrisch. Zum Speed-Überschuss von Mercedes sagte er: „Wir wissen, dass sie im Qualifying und in einigen Rennabschnitten mehr Power freigeben können als wir.“ Räikkönen selbst bat seine Crew um mehr Motorleistung, um sich verteidigen zu können. „Das war unmöglich“, winkte Teamchef Maurizio Arrivabene ab.

Rosberg wurde mit zehn Sekunden bestraft. Trotzdem eroberte der WM-Führende vor Räikkönen den dritten Rang. Weil das Auto mit der Startnummer 7 Schäden am Frontflügel und Unterboden davongetragen hatte. „Das kostete Kimi zehn Punkte Abtrieb“, murrte Arrivabene. „Da war es für ihn unmöglich, Rosberg zu folgen. Für das Schadenbild hat er noch wirklich gute Rundenzeiten erzielt.“ Ferraris Taktik eines weichen Reifensatzes in der dritten VSC-Phase wurde von Mercedes gekontert.

Ferrari verpasste nach Monaco, England, Ungarn, Deutschland, Belgien und Singapur das siebte Mal einen Podestplatz im 16. Rennen. Die Italiener müssen eingestehen: Man ist aktuell nur die Nummer drei im Feld, und nicht mehr wie noch im Vorjahr zumindest in der Kronprinzenrolle hinter Mercedes. „Sie behaupten ja immer, dass sie schneller sind als wir“, spottete Red Bull-Teamberater Helmut Marko.

Red Bull enteilt Ferrari

In der Team-WM ist Red Bull auf 359:313 Punkte einteilt. „Es wird sehr schwer, sie noch einzuholen“, fürchtet Arrivabene. Dazu kommt, dass die Updates am SF16-H wohl nicht zünden. Am Red Bull RB12 dagegen schon. Der neue Bat-Wing wurde von Ferrari wieder eingepackt. In Suzuka will man die Upgrades erneut testen. „Manchmal probiert man etwas, ist sich aber nicht 100 Prozent sicher, ob es der gewünschte Fortschritt ist“, erklärte Räikkönen.

Räikkönen selbst überholte Vettel. Es steht 160:153 zugunsten des Finnen fünf Rennen vor Saisonschluss. Doch Achtung: Verstappen kommt in großen Schritten. Er hat bereits 147 Zähler gesammelt.

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