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Ferrari in Bedrängnis

Foto: dpa

Update ++ Der 248 F1 ist noch zu langsam. Die Zuverlässigkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Die Testfahrten der Roten in Bahrain nutzen bisher wenig. Defekte und das Wetter bringen die Testmannschaft aus dem Tritt. Erst am Montag (20.2.) war Besserung in Sicht.

20.02.2006 Markus Stier

Wenn Michael Schumacher nach einer Testwoche in Bahrain eine Erkenntnis gewonnen hat, dann dass Ferrari drei Wochen vor Saisonbeginn klar im Rückstand ist. Zwei Tage gingen verloren, weil spinnende Sensoren an der Kupplung die Kraftübertragung lahmlegten und erst neue Teile aus Italien eingeflogen werden mussten.

Als das Auto wieder funktionierte, spielte das Wetter nicht mit. Eine Abkühlung der Lufttemperatur auf 20 Grad Celsius lässt eine Simulation der Hitzerennen in Bahrain und Malaysia nicht zu. Dazu behinderte Wind mit Sturmböhen die Testarbeit mit dem aerodynamisch hochempfindlichen Auto.

Neue Aerodynamik

Am Sonntag (19.2.) kam erstmals ein neues Aero-Paket zum Einsatz, von dem sich Schumacher einen erheblichen Fortschritt verspricht. Der ist auch nötig, denn Ferrari ist nicht nur gegenüber Renault im Rückstand sondern auch gegenüber Honda. Beim einzigen Testtag in Bahrain unter vergleichbaren Bedingungen war Felipe Massa im 248 F1 vier Zehntelsekunden langsamer als Honda-Testfahrer Anthony Davidson. Böse Zungen behaupten, gegen einen Jenson Button oder Rubens Barrichello hätte Massa weitere zwei bis drei Zehntel verloren.

Dabei war das Honda-Team in der vergangenen Woche gar nicht auf Bestzeiten aus und fuhr fast ausschließlich Dauerläufe. "Wir müssen unbedingt zwei Grand Prix-Distanzen schaffen", lautete die Parole von Motorenchef Takeo Kiuchi.

Defizit bei den Reifen

Einziger Lichtblick des Bahrain-Ausfluges waren bei den Roten die Reifentests. Felipe Massa sortierte für die ersten Rennen drei Tage lang neue Gummis aus und glaubt, zwei viel versprechende Varianten gefunden zu haben. Auch bei den Reifen hat Ferrari Aufholbedarf. Gegenüber den ersten Tests im Januar hat Michelin starke Fortschritte gemacht und Bridgestone in Zugzwang gebracht. "Wir haben gegenüber Michelin ein leichtes Defizit", sagte vor einer Woche auch Bridgestone-Neukunde Sam Michael von Williams.

Problematisch bei den Reifentests ist das Auto. Massa saß in einem 2004er Chassis mit gedrosseltem V10-Motor. Zwar betonen die Ferrari-Ingenieure, der Motor sei sowohl in der Leistung als auch der Charakteristik nahezu identisch mit dem aktuellen V8, doch lassen sich Erkenntnisse aus einem zwei Jahre alten Chassis und einem ein Jahr alten Motor nur bedingt auf ein neues Auto übertragen. Ein für den V8 ausgelegter F2004 existiert in Maranello ebenfalls, doch die Motorenabteilung kommt mit der Fertigung der Achtzylinder nicht schnell genug nach.

Teamchef Jean Todt hoffte, trotz restriktiver Regeln mit dem 248 F1 die gleichen Abtriebswerte wie der F2004 zu erreichen, doch an den meisten Testtagen war das alte Auto schneller. Zwar gelang Michael Schumacher am Sonntag in Bahrain in 1:32,007 Minuten eine um drei Zehntel bessere Zeit als Massa im F2004, doch der Brasilianer war im Laufe der vergangenen Woche bereits eine Runde in 1:30,029 Minuten gefahren. Erst am Montag (20.2.) gelangen Schumacher ein paar Runden mit tiefen 1:31er Zeiten. Doch prompt machte ein Getriebeschaden dem Treiben ein Ende.

Durch die diversen Baustellen am 248 F1 hat Technik-Chef Ross Brawn den Schlachtplan für die nächste Woche geändert. Zunächst fährt Michael Schumacher bis einschließlich Dienstag (21.2.) in Bahrain. Der Test wurde verkürzt, weil dem Team die Teile ausgehen. In der kommenden Woche geht es für sechs Tage nach Mugello anstatt, wie urspränglich geplant, drei Tage nach Valencia, wo die meisten anderen Teams testen.

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