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Ferrari-Krise

Teamchef Domenicali tritt zurück

Stefano Domenicali - Formel 1 - GP Monaco - 25. Mai 2013 Foto: Ferrari 54 Bilder

Die Krise bei Ferrari hat ein erstes Opfer gefunden. Wie mittlerweile offiziell von der Scuderia bestätigt wurde, hat Teamchef Stefano Domenicali seinen Posten am Montag (14.4.2014) geräumt. Neuer Mann an der Spitze des Formel 1-Rennstalls ist Marco Mattiacci.

14.04.2014 Tobias Grüner

Die Formel 1 ist nicht nur auf der Strecke die schnellste Rennserie der Welt. Auch neben der Piste ist das Tempo hoch. Nach nur 3 Rennen hat Stefano Domenicali die Reißleine gezogen. Ferrari hat entsprechende Meldungen italienischer Zeitungen mittlerweile offiziell bestätigt. Nach 23 Jahren bei Ferrari verlässt der Capo die Bühne in Maranello. Die Scuderia bekommt ein neues Oberhaupt: Ferrari-USA-CEO Marco Mattiacci soll den Posten des Teamchefs übernehmen.

"Es ist die Zeit für einen echten Wechsel gekommen. Als Boss trage ich wie immer die Verantwortung für die aktuelle Situation", erklärte Domenicali zum Abschied. "Diese Entscheidung wurde mit dem Gedanken gefällt, etwas zu verändern und die Situation für die Menschen zu verbessern, denen ich mich so nahe fühle. Ich danke allen im Team von ganzen Herzen, den Fahrern und den Partnern für die wundervolle Beziehung, die uns über all die Jahre verbunden hat."

Auch ohne seine Hilfe wünscht Domenicali seinem Team viel Erfolg in der Zukunft: "Ich hoffe, dass Ferrari sehr schnell wieder dort ist, wo es verdient zu sein. Mit meinen letzten Worten möchte ich unserem Präsidenten danken, der mich immer unterstützt hat. Ich bedauere, dass wir nicht die Erfolge einfahren konnten, an denen wir in den vergangenen Jahren so hart gearbeitet haben."

Domenicali-Rücktritt nach Ferrari-Fehlstart

Dass Domenicali nach dem verkorksten Saisonstart unter Druck stand, war kein Geheimnis. Dass der Abschied nun so plötzlich vollzogen wird, kam dann allerdings doch überraschend. Bei der aussichtslosen Lage im WM-Kampf sah der 48-Jährige offenbar keine Alternative, als seine Position zu verlassen. Erst 2008 hatte Domenicali den Job an der Spitze der Scuderia übernommen.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo akzeptierte den Rücktrittswunsch seines Angestellten: "Ich bedanke mich bei Stefano Domenicali für seinen gleisteten Beitrag und seine Verantwortungsbereitschaft, die er heute demonstriert hat, indem er die Interessen von Ferrari vor seine eigenen gestellt hat. Ich empfinde viel Respekt und Mitgefühl für Domenicali. Ich habe gesehen, wie er in den 23 Jahren unserer Zusammenarbeit beruflich gewachsen ist. Deshalb wünsche ich ihm viel Erfolg in seiner Zukunft."

Nach der erfolgreichen Zeit mit Michael Schumacher, Jean Todt und Ross Brawn sollte Domenicali Ferrari in eine neue Ära führen. Nach dem Konstrukteurspokal 2008 ging der Traditionsrennstall bei der Vergabe der WM-Titel aber immer leer aus. Lange machte Red Bull Ferrari einen Strich durch die Rechnung. Jetzt scheint kein Kraut gegen Mercedes gewachsen zu sein.

Mattiaci nur Interimslösung?

Montezemolo machte zuletzt in Bahrain keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die sportliche Situation. Das Ferrari-Oberhaupt reiste schon 20 Runden vor der Zieldurchfahrt verärgert ab. Dass in Maranello in Krisensituationen schnell die Köpfe rollen, kennt man aus der Vergangenheit. Mit Domenicali herrschte aber lange Ruhe bei der Scuderia.

Ob Mattiaci eine langfristige Lösung oder nur ein Interims-Teamchef wird, ist noch nicht bekannt. In der italienischen Gerüchteküche wurde bereits über eine Rückkehr von Ross Brawn spekuliert. Der Brite, der sich erst im Winter von Mercedes verabschiedet hatte, wollte eigentlich seinen Formel 1-Ruhestand genießen und nicht mehr an die Boxenmauer zurückkehren.

"Ich wünsche Marco Mattiaci einen erfolgreiche Arbeit", erklärte Montezemolo zum Amtsantritt des Nachfolgers. "Er ist ein Manager, der den Wert der Firma kennt und der diese Herausforderung mit Begeisterung angenommen hat." Wenn die sportliche Talfahrt weiter anhält, könnte es allerdings bald vorbei sein mit dieser Begeisterung.

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