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Formel 1: Ferrari kritisiert heiligen Krieg für kleine Teams

Ferrari tritt gegen Mosley nach

Mosley & Montezemolo Foto: dpa 44 Bilder

Die Probleme der Formel 1-Neulinge Campos und USF1 hat Ferrari zum Anlass genommen, noch einmal gegen Ex-FIA-Präsident Max Mosley nachzutreten. Die Italiener sprechen von einem "Heiligen Krieg" und fragen: "War es das wert?"

23.02.2010 Tobias Grüner

Der Mensch vergisst schnell. Im Jubel um das Comeback von Michael Schumacher, den WM-Titel für Jenson Button und die ersten Testfahrten des Jahres sind die Kämpfe aus der Vorsaison um Budgetbegrenzungen und Piratenserien schon aus der Erinnerung vieler Formel 1-Fans gelöscht. Für Ferrari gilt das jedoch nicht.

Die Scuderia aus Maranello erinnert in einer Kolumne auf ihrer offiziellen Webseite noch einmal an den Streit des Vorjahres, der beinahe zum endgültigen Bruch zwischen den Teams und dem Weltverband geführt hat. Dass Max Mosley mittlerweile aus dem Amt des FIA-Präsidenten ausgeschieden und durch Jean Todt ersetzt worden ist, hindert die Italiener nicht daran, die Strategie des Briten noch einmal zu kritisieren und den Erfolg seiner Maßnahmen in Frage zu stellen.

Virgin und Lotus mit Verspätung in die Formel 1

Die Probleme der neuen Formel 1-Teams sieht Ferrari als Beweis des Scheiterns der FIA-Pläne. Ohne Namen zu nennen, nehmen sich die Italiener zuerst Lotus und Virgin vor: "Von den 13 für die WM eingeschriebenen Teams sind bis heute elf aufgetaucht. Manche davon früher als andere. Und während die einen erst ein paar hundert Kilometer geschafft haben, sind die anderen schon etwas weiter gekommen - aber dafür nicht in voller Pace."

Weißer Ritter hilft Campos

Beim Thema Campos wird Ferrari schon konkreter: Nach Gerüchten aus dem Fahrerlager soll es eine Zuschuss von einem "generösen weißen Ritter" gegeben haben, für den solche Rettungsdeals in letzter Sekunde nichts neues seien, behauptet Ferrari. "Es ist schwer vorstellbar, dass das von Dallara entwickelte Auto auf dem Catalunya Circuit auftaucht. Sakhir dürfte ein deutlich wahrscheinlicherer Schauplatz für die Rückkehr des Namens Senna sein."

USF1 versteckt sich...

Auch an USF1 lassen die Italiener kein gutes Haar. "Das 13. Team, USF1, scheint sich irgendwo in Charlotte, North Carolina, zu verstecken. Erstaunlicherweise besitzen sie immer noch die Frechheit zu behaupten, dass alles in Ordnung sei unter dem Himmel aus Sternen und Streifen."

... Stefan GP als Aasgeier

Das vierte Team, das sich Ferrari vornimmt, ist Formel 1-Anwärter Stefan GP. "Als nächstes haben wir die serbischen Aasgeier. Zuerst haben sie sich einen idealistischen Rechtsstreit gegen die FIA geführt, dann haben sie die Knochen vom Totenbett Toyotas aufgesammelt. Mit einigen Leuten an Bord, die schon an vergangenen Skandalen beteiligt waren, lungern sie nun herum und warten darauf, denjenigen zu ersetzen, der zuerst aus dem Spiel ausscheidet. Möglicherweise werden sie dabei vom gleichen Ritter in glänzender Rüstung unterstützt, der zuvor bereits erwähnt wurde."

Wer es noch nicht erkannt hat: Der Ritter, dessen Namen sich Ferrari bewusst außen vor lässt, heißt Bernie Ecclestone. Der Formel 1-Boss war an der Campos-Rettung durch den spanischen Unternehmer José Ramon Carabante beteiligt. Gleichzeitig versucht Ecclestone Stefan GP den Einstieg in die Formel 1 zu ermöglichen. Die Person, die schon früher in Skandale verwickelt war, ist übrigens Mike Coughlan, der in der Spionage-Affäre 2008 geheimes Material von Ferrari für seinen Arbeitgeber McLaren angenommen haben soll. Coughlan wurde nun von Zoran Stefanovich angeheuert.

Heiliger Krieg ohne Erfolg

"Das ist das Erbe des heiligen Kriegs, der vom ehemaligen FIA-Präsidenten geführt wurde", erklärt Ferrari verärgert. "Der Streitpunkt lag darin, kleineren Teams den Einstieg in die Formel 1 zu ermöglichen. Das ist das Ergebnis: zwei Teams humpeln gerade zum Start der Meisterschaft, ein drittes wird von einer unsichtbaren Macht in den Ring gestoßen und das vierte Team sollte man besser als vermisst melden, um es zu finden."

Auf der anderen Seite macht Ferrari wie schon in der Vergangenheit die Politik der FIA verantwortlich, dass große Namen aus der Formel 1 verschwinden. "In der Zwischenzeit haben wir in der Form von BMW und Toyota zwei Hersteller verloren, während von  Renault außer dem Namen nicht mehr viel übrig ist." Abschließend fragt Ferrari höhnisch: "War es das alles wert?"

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Lesen Sie dazu auch den aktuellen Blog von F1-Experte Michael Schmidt: "Rote Karte für Ferrari"

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