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Ferrari legt vor im Motorenkrieg

Mercedes wartet mit ersten Token bis Spa

Mercedes - Formel 1 - GP Kanada - Montreal - 4. Juni 2015 Foto: ams 28 Bilder

Ferrari hat im Motorenkrieg den ersten Joker gezogen. Die Italiener setzen im siebten Rennen bereits den dritten Motor ein und investieren die ersten drei Entwicklungs-Token. Konkurrent Mercedes hat ebenfalls neue Motoren, aber ohne Einsatz von Token. Die dritte Antriebseinheit kommt erst in Spa.

04.06.2015 Michael Schmidt

Das sind die Basisdaten: Jeder Fahrer verfügt über 4 Motoren für 19 Rennen. Die 4 Motorenhersteller haben ab dem zweiten Motor die Möglichkeit, die Entwicklungs-Token einzulösen, die man sich über den Winter aufgespart hat. Renault 12, Ferrari 10, Honda 9 und Mercedes 7.

Dabei können die Motorenhersteller aus einer Modifikationsliste auswählen, die 39 Punkte umfasst. Die Änderungen sind je nach Umfang mit 1, 2 oder 3 Token bewertet. Wer wie Ferrari den Zylinderkopf und alle Teile modifiziert, die mit der Verbrennung zu tun haben, muss dafür 3 Token abgeben.

Die Hersteller haben sich mit dem Einlösen von Token Zeit gelassen. Der zweite Motor war bei allen artverwandt mit dem ersten. Wegen gravierender Probleme mit der Zuverlässigkeit mussten die Motorentechniker erst einmal auf der Baustelle Zuverlässigkeit aufräumen. Und dafür mussten sie keine Token einsetzen.

Ferrari zieht Ausbaustufe vor

Nur die 4 Mercedes-Teams haben die ersten 6 Rennen mit einem Motor überstanden. Einzige Ausnahme war Nico Hülkenberg, den in Shanghai ein Motorschaden ereilte. Dafür kam Nico Rosberg auf unglaubliche 4.500 Kilometer. Jetzt ist es Zeit für den zweiten Motor, der in Montreal schon ab dem Freitagstraining seine Premiere feiert. Aus Kundenkreisen hört man, dass ab Österreich für den Freitag fallweise sogar wieder Motor Nummer 1 ausgegraben wird. Was zeigt, wie groß die Reserven bei Mercedes sind.

Die erste Ausbaustufe des Mercedes V6-Turbo trägt noch keine Entwicklungsschritte in sich. Es wurde nur im Sinne der Zuverlässigkeit nachgebessert. Die Fahrer profitieren trotzdem davon. Sie dürfen den Power-Modus öfter benutzen als vorher.

Ferrari setzt in Montreal bereits die dritte Spezifikation seiner Antriebseinheit ein. Es ist die erste, in der Token eingelöst wurden. 3 von 10. Angeblich sollte die erste Ausbaustufe erst beim GP Belgien vor den beiden Power-Rennen in Spa und Monza zum Einsatz kommen. Bei Ferrari-Kunde Sauber wird dieser Plan eingehalten. Nicht aber beim Werksteam.

Dort ist offenbar Druck auf dem Kessel, die Lücke zu Mercedes möglichst schnell zu schließen. Gerüchte sagen, dass Oberindianer Sergio Marchionne den ersten Schritt unbedingt auf Kanada vorziehen wollte. Ferrari soll in Montreal einen guten Eindruck hinterlassen. Fiat-Partner Chrysler zuliebe.

Drei Motoren in sieben Rennen: Kann das gut gehen, wenn man nur vier für 19 Rennen hat? Es kann. Ferrari baut den neuen Motor erst zum Samstagstraining ein. Und so wird es bis Ende der Europa-Saison weitergehen. Motor Nummer 2 für Freitag, Motor Nummer 3 für Samstag und Sonntag.

Es ist sogar denkbar, dass die zweite Spezifikation noch einmal in Ungarn ein Rennen bestreitet. Dort ist Power nur zweitrangig. Nach dem gleichen Schema wird der vierte Motor beim Werksteam für Spa erwartet. Mit den restlichen 7 Token.

Erste Mercedes-Token in Spa

Mercedes fährt eine andere Politik. Die Titelverteidiger können es sich leisten, auf der konservativen Seite zu bleiben. Die anderen müssen ja aufholen. Der dritte Motor mit den ersten Power-Modifikationen wird erst für Spa und Monza erscheinen. Was heißt, dass Motor Nummer 2 vier Rennen überstehen muss: Kanada, Österreich, England und Ungarn. Und danach vermutlich noch lange als Freitags-Motor seinen Dienst tut.

Renault überlegt in den Autos von Daniil Kvyat und Max Verstappen den fünften Motor zu installieren. Es wäre eine Ausbaustufe ohne den Einsatz von Token. Sie soll einmal mehr die Standfestigkeit verbessern. In Montreal kann man sich eine Startplatzstrafe am ehesten leisten. Weder Red Bull, noch Toro Rosso rechnen sich auf den langen Geraden große Chancen aus. Verstappen ist mit seiner Startplatzstrafe ohnehin schon vorbelastet.

Bei Daniel Ricciardo und Carlos Sainz will man offenbar eine andere Strategie fahren. Deren Motor soll noch bis einschließlich dem Rennen in Österreich halten. Um Erfahrung zu sammeln, ob die Maßnahmen gegen die Kolbenschäden auch bei längerer Laufzeit Erfolg zeigen. Dazu Ricciardo: "Je später wir auf den fünften Motor wechseln, umso mehr von den Erkenntnissen, die wir noch machen, kann Renault in diese Ausbaustufen einbauen."

Honda taucht in Montreal mit Motor Nummer 4 auf. Die Japaner haben dafür 2 Token angemeldet. Das Team behauptet, dass die Entwicklungsstufe ein Schritt zur Absicherung der Standfestigkeit ist. Und dass man in Montreal noch keinen Power-Schub erwarten könne. Dafür aber in Österreich. Die Konkurrenz schließt daraus, dass Honda die neuen Teile erst einmal mit konservativen Einstellungen erproben will. Sollte der Test in Kanada positiv ausfallen, wird Honda am Red Bull-Ring mehr Power freigegeben.

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