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Crash und Hoffnung bei Ferrari

Massa schimpft über die Randsteine

Felipe Massa - GP Indien - Delhi - 29.10.2011 Foto: xpb 63 Bilder

Ferrari wollte zwei Autos in die zweite Startreihe bringen. Nur Fernando Alonso hat es geschafft. Felipe Massa rutschte nach einem Crash auf Platz sechs ab. Trotzdem schließen die Ferrari-Piloten einen Sieg nicht aus. Der neue Flatterflügel scheint die roten Autos zu beflügeln.

29.10.2011 Michael Schmidt

Fernando Alonso sah aus wie ein Mann, der mit sich und der Welt zufrieden ist. Seine Trainingszeit reichte für Startplatz vier, doch die Zurückstufung von Lewis Hamilton wird ihn um einen Platz nach vorne bringen. Damit liegt der zweifache Ex-Weltmeister genau im Plan. "Es war wichtig, in die ersten zwei Startreihen zu kommen. Von dort haben wir eine Siegchance. Wenn wir von fünf oder sechs starten, dauert es zu lange, bis wir in aussichtsreiche Positionen kommen."

Alonso will Vettel den Vortritt lassen

Startplatz drei ist geradezu ideal für die erste Runde. Nicht nur, weil Alonso ein exzellenter Starter ist. Der Spanier hat offenbar kein großes Interesse, Vettel schon vor der ersten Kurve den ersten Platz abzuluchsen. "Er soll nur ruhig in Führung liegend in die lange Gerade einbiegen. Da bist du verwundbar, weil du als einziger keinen Windschatten hast."

Auf den Faktor Reifenschonen kann sich Ferrari diesmal nicht verlassen. "Die Reifen halten hier ewig", winkte Sebastian Vettel ab. "Überraschungen nicht ausgeschlossen. In Korea dachten wir vor dem Rennen, dass die Reifen das große Problem sein würden." Vettel legte auf seinen drei weichen Reifensätzen jeweils drei Runden zurück. Alonsos Pensum betrug fünf, drei und vier Runden. "Der Gripabfall ist so gering, dass es keinen großen Unterschied macht", spielt der Ferrari-Pilot die Bedeutung der etwas längeren Laufzeiten seiner Reifen herunter.

Randsteine gefährden die Radaufhängungen

Felipe Massa verlor einen kompletten Reifensatz bei einem Crash. Als der Brasilianer in Kurve neun eine Spur zu aggressiv einlenkte, brach die rechte Vorderradaufhängung und der Ferrari rutschte geradeaus in den Reifenstapel. Unfallpilot Massa schimpfte über die Randsteine: "Sie sind für eine so schnelle Kurve zu flach. Weiter innen ist ein weiterer Buckel, den ich nur leicht getroffen habe. Und schon war die Aufhängung ab. Es wäre besser, wenn der eigentliche Randstein höher wäre. Dann fährt man auch nicht so weit drüber."

Bei einer genauen Analyse des Unfalls kam heraus, dass Massa mit seinem rechten Vorderreifen schon voll den inneren Randstein überquert hatte und beim Zurücklenken die innere Kante traf. Die Aufhängungen sind aber für diese Krafteinleitung nicht konstruiert. "Es macht nichts aus, wenn du mit der Reifenaußenseite ein Hindernis überfährst", doziert Jenson Button. "Wenn die Kraft auf die innere Reifenschulter wirkt, gibt es Probleme."

Massa zerstört neuen Frontflügel

Massa ärgerte sich über das Missgeschick. "Ein Platz in der zweiten Startreihe war möglich. Das Auto ist mit unserem neuen Frontflügel besser geworden. Außerdem liegt uns die Strecke." Der Flügel, der unter bestimmten Bedingungen extrem vibrierte, hatte im Fahrerlager für hochgezogene Augenbrauen gesorgt. Ferrari will gar nichts verheimlichen. "Wir experimentieren mit unterschiedlichen Flügeltypen", gab Massa zu. "Der Flügel, den ich hier fahre, ist ein etwas aggressiverer Ansatz."

Sorgen, dass irgendwann etwas abbricht, müsse man sich nicht machen. "Bevor wir so einen Flügel einsetzen, haben wir hundertprozentig sichergestellt, dass er hält." Der ominöse Flügel ging bei Massas Crash zu Bruch. Er muss dennoch nicht auf ein älteres Exemplar zurückgreifen und aus der Boxengasse starten. Ferrari brachte drei Einheiten mit nach Indien. Jetzt gibt es nur noch zwei.

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