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Fahrerdiskussion bei Ferrari

Massas Schreckgespenst heißt Perez

Felipe Massa - Ferrari - GP Malaysia - 24. März 2012 Foto: xpb 25 Bilder

Felipe Massa steht bei Ferrari schwer unter Druck. Die italienischen Medien fordern seinen Abschuss. Nachdem vor dem GP Malaysia noch mehrere Ersatzleute genannt wurden, verdichtet sich nach dem zweiten Saisonrennen alles auf einen Namen: Sergio Perez.

26.03.2012 Michael Schmidt

Sergio Perez konnte den Sieg in Malaysia schon riechen. Dann wurde ihm sieben Runden vor Schluss Kurve 14 zum Verhängnis. Der Ausrutscher gab Fernando Alonso die Luft, den Sieg für Ferrari nach Hause zu fahren. Hätte Perez gewonnen, wäre es eine ähnliche Sensation gewesen wie der erste GP-Sieg eines Mexikaners überhaupt. Den Namen Pedro Rodriguez auf seinem nicht mehr ganz taufrischen Cooper-Maserati hatte 1967 beim GP Südafrika auch keiner auf der Rechnung.

Sauber pocht auf Perez-Vertrag

Sergio Perez steht ab sofort ganz oben auf den Wunschzetteln der Top-Teams. Schon im letzten Jahr hatte der 22-Jährige aus Guadalajara seine Klasse vereinzelt aufblitzen lassen. Er ist ein Reifenflüsterer und trotzdem schnell. Unauffällig schnell. "Das sind die Guten", urteilt Peter Sauber. Jetzt muss sich der Teamchef jeden Tag die Frage anhören, wann Perez zu Ferrari geht. Es ist das Schicksal von Sauber, Talente auszubilden und sie dann an die finanziell besser situierte Konkurrenz zu verlieren. Kimi Räikkönen wurde von McLaren weggekauft, Felipe Massa von Ferrari.

Genau dieser Massa muss jetzt fürchten, dass ihn ein Sauber-Fahrer verdrängt. Manche meinen, noch in diesem Jahr und werteten den Plausch zwischen dem Mexikaner und Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali auf dem Siegerpodest gleich als Vertragsgespräch. Perez winkt ab: "Ich habe ihm nur zum Sieg gratuliert. Das sind alles nur Gerüchte. Ich werde die gesamte Saison bei Sauber bleiben."

Peter Sauber will sich auf das Thema Perez bei Ferrari gar nicht einlassen, auch wenn sein Schützling bereits zur Ferrari-Fahrerakademie zählt. "Wir haben einen Vertrag mit Sergio. Es wäre auch der falsche Zeitpunkt für ihn, jetzt zu Ferrari zu gehen."

Ferrari gibt Massa Rückendeckung

Felipe Massa wirkte neben den Siegern des Tages wie ein Häufchen Elend. Wenn der Teamkollege gewinnt und man selbst nur auf Platz 15 landet, gehen einem die Ausreden aus. Jede Frage nach Perez ist ein Stich in die Wunde. "Ich kann Sergio zu seinem zweiten Platz nur beglückwünschen, aber das macht mir null Angst. Ich muss mich auf meine Probleme konzentrieren."

Massa gab der Strategie die Schuld, dass er nicht weiter vorne landete. "Wir haben ein Mal zu oft Reifen gewechselt, weil wir Rosberg folgen wollten, der vor mir lag." Der Brasilianer fasste sich aber auch an die eigene Nase. "Auf Intermediates war ich zu langsam. Mit den Trockenreifen stimmte das Tempo einigermaßen." Die Zahlen bestätigen es. In seiner schnellsten Rennrunde war Massa um 0,371 Sekunden langsamer als Sieger Alonso. Das ist keine Schande und entsprach ungefähr auch der Zeitdifferenz in der Qualifikation.

Stefano Domenicali gibt seinem Sorgenkind weiter Rückendeckung: "Wir müssen Felipe Vertrauen zurückgeben. Dieses Auto ist schwierig zu fahren. Es schwankt zwischen sehr gut und sehr schlecht. Es ist ganz leicht, die Reifen zu ruinieren. Nicht jeder kommt damit klar. Felipe braucht eine verlässliche Größe, und wir müssen sie ihm geben. Seine Leistung in der Qualifikation war ein erster Schritt in die richtige Richtung."

Fahrerwechsel während der Saison bringt wenig

Domenicali weiß, dass ihm ein Fahrerwechsel mitten in der Saison sportlich wenig bringt. Wird das Auto besser, wird sich auch Massa steigern. Bleibt es so kritisch, kann keiner mit Alonso mithalten. Der Spanier würde jeden Ersatzpiloten in Grund und Boden fahren, weil er erstens mit kapriziösen Rennautos klarkommt und zweitens die Eigenheiten seines Ferrari bestens kennt.

Deshalb ergreift der Sieger des GP Malaysia auch leidenschaftlich Partei für Massa: "Wie Sergio schon sagte, ist er vertraglich an Sauber gebunden. Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht weiterhin mit Felipe in einem Team fahren sollte. Wir sind ein starkes Team. Felipe hat sich seit Australien klar gesteigert. Er war im Training Zwölfter und beim Re-Start Achter. Ich bin mir sicher, dass wir beide mit einem besseren Auto in Zukunft auf das Podest fahren können. Das muss unser Ziel sein."

Alonso ist bei Ferrari eine Macht. Wenn sich der Spanier Ruhe im Team und damit den Verbleib von Massa wünscht, wird Maranello seinem Superstar diesen Wunsch erfüllen. Zumindest in diesem Jahr. Gefährlich wird es für Massa nur, wenn das Auto weiter eine Wundertüte bleibt und Alonsos Fahrkünste nicht mehr ausreichen, Ferrari besser dastehen zu lassen als es das Auto zulässt. Dann könnte die Teamleitung ein Bauernopfer brauchen. Und das könnte Felipe Massa heißen. Die Medien spielen eine nicht unwichtige Rolle dabei. Ein Ferrari-Insider meinte: "Seit Jean Todt bei Ferrari weg ist, sind sie der Presse wieder hörig."

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