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Ferrari, McLaren, Mercedes GP & Red Bull

Bei welchem Top-Team kracht es als Erstes?

Button und Hamilton Foto: dpa 13 Bilder

Mit Ferrari, McLaren, Mercedes GP und Red Bull gibt es in dieser Saison gleich vier starke Formel 1-Teams, die um den WM-Titel kämpfen. Allerdings sorgen die Fahrerpaarungen für Zündstoff. Eine echte Nummer Zwei gibt es bei keinem der vier WM-Favoriten.

19.01.2010 Tobias Grüner

Ein abgedroschener Spruch in der Formel 1 lautet: Der erste Gegner fährt immer im gleichen Auto. Es gibt keine Entschuldigung, wenn der Teamkollege mit identischem Material schneller unterwegs ist. Die acht Piloten in den vier Top-Teams Ferrari, McLaren, Mercedes GP und Red Bull sind es gewöhnt, die Nummer Eins in ihren Teams zu sein. Da aber immer einer den Kürzeren ziehen muss, ist es sehr wahrscheinlich, dass es 2010 Zoff gibt.

Es muss ja nicht gleich so ausarten wie der Zweikampf zwischen Ayrton Senna und Alain Prost im Jahr 1989. Die beiden McLaren-Piloten waren sich beim Saisonfinale im Kampf um den Titel gegenseitig ins Auto gefahren. Aber auch die WM-Favoriten der kommenden Saison haben schon mehrfach gezeigt, dass sie es schwer haben, teaminterne Konkurrenz zu akzeptieren.

Ferrari:
Mit Felipe Massa und Fernando Alonso fährt ein feuriges Latino-Duo für Ferrari. Dabei haben sich die Wege der beiden schon einmal gekreuzt. Beim Grand Prix von Deutschland 2007 auf dem Nürburgring presste sich Alonso mit seinem McLaren an Massas Ferrari vorbei. Der Brasilianer hielt dagegen und touchierte den Silberpfeil mit seinem Reifen. Obwohl Alonso das Rennen gewann, kritisierte er anschließend die aggressive Fahrweise des Konkurrenten. Mit wilden Gesten zeigte der zweifache Weltmeister im Parc Fermé auf den deutlich sichtbaren Reifenabdruck am Seitenkasten.

Bei Verlierer Massa kam die Kritik des Siegers nicht gut an. Auf dem Weg zum Podium warfen sich die Streithähne wilde Schimpfwörter (auf italienisch) zu. Mittlerweile sei die Angelegenheit aus der Welt geschafft, betonten beide jüngst. "Fernando hat sich bei mir entschuldigt. Damit ist die Sache erledigt", so Massa. Der Mann aus Sao Paulo gilt als umgänglicher Teamkollege, was man von Alonso jedoch nicht sagen kann. Der offene Streit mit Lewis Hamilton 2007 bei McLaren ist vielen noch gut im Gedächtnis. Seit seiner Vorstellung bei Ferrari versucht der Iberer deshalb besonders seine Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Fazit: Sollte Alonso, wie von vielen Experten vermutet, seinen Teamkollegen im Griff haben, wird es ruhig bleiben. Kämpfen beide gegenseitig um den Titel, muss die Teamleitung schnell und konsequent durchgreifen.
 
McLaren-Mercedes:
Zündstoff gibt es auch bei McLaren-Mercedes. Lewis Hamilton hat das Duell gegen den eigenen Teamkollegen noch nie verloren. Und auch Jenson Button wird sich als amtierender Weltmeister wohl kaum mit der Nummer zwei anfreunden können. Dazu kommt, dass beide Briten um die Gunst der britischen Fans kämpfen. Dem charismatischen Button, der in seiner langen Karriere bereits einige Tiefen durchleben musste, sind die Sympathien im letzten Jahr besonders zugeflogen. Hamiltons Laufbahn ging bis auf die letzte Saison immer steil bergauf. Er ist nicht ganz so beliebt.

Interessant wird auch sein, wie sich das Team verhält. Bislang ist McLaren ganz klar die Mannschaft von Hamilton. Noch vor seiner Formel 1-Karriere wurde der talentierte Youngster von Ron Dennis gefördert. Er hat 2008 den Titel geholt und bildet zusammen mit seinem Vater Anthony eine feste Hausmacht. Selbst Fernando Alonso, der 2007 ebenfalls als Weltmeister zu McLaren kam, musste feststellen, dass Hamilton kein einfacher Teamkollege ist. Der damals erst 22-jährige Engländer lernte schnell, wie man sich mit allen Mitteln gegen teaminterne Konkurrenz zur Wehr setzen muss.

Fazit: Bei McLaren ist Feuer unterm Dach. Schon vor der Fahrzeugpräsentation sind sich die beiden Konkurrenten lieber aus dem Weg gegangen. Es wäre aber wie erwähnt nicht der erste teaminterne Konflikt bei McLaren.

Mercedes GP:
Michael Schumacher und Nico Rosberg waren es bisher gewohnt, mit einem klaren Nummer Eins-Status zu fahren. Bei Ferrari drehte sich vor Schumis Abgang alles um den Rekordchampion. Stallregie zugunsten des Deutschen verärgerte mehr als einmal Konkurrenz und Fans. Rosberg ist mit seinen 24 Jahren noch jung, kennt das Gefühl eines starken Teamkollegen nur aus seinem ersten Williams-Jahr mit Mark Webber. Nachfolger Kazuki Nakajima hatte Rosberg stets im Griff.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug betont immer wieder, dass trotz der großen Namen keiner seiner Piloten bevorteilt wird. Auch Stallregie lehnt der Schwabe ab. Nach Schumachers langer Pause ist nicht abzusehen, wer als Verlierer aus dem Duell gehen wird. Sollte Rosberg das Nachsehen haben, muss er sich vorwerfen lassen, dass ihn einen 41-Jähriger alt aussehen lässt. Wenn Schumacher verliert, könnte das seiner glanzvollen Karriere einen Kratzer verpassen.

Fazit: Das deutsche Piloten-Duo ist nicht ganz so explosiv wie McLaren und Ferrari. Rosbergs Respekt vor dem Rekordweltmeister ist groß. Außerdem ist mit Teamchef Ross Brawn ein Ruhepol im Team, der mit seiner Erfahrung und Autorität für Ordnung sorgen kann.

Red Bull:
Bei Red Bull kennt man die Situation bereits aus dem Vorjahr. Als einziges der vier Top-Teams wurde das Fahrerpersonal nicht ausgetauscht. Sebastian Vettel und Mark Webber respektieren sich. Allerdings gibt sich auch keiner der beiden mit dem Nummer 2-Status zufrieden. "Er ist der stärkste Teamkollege meiner Karriere", erklärte Webber nach einem halben Jahr an der Seite des Deutschen. Bis zum Ungarn-Grand Prix lagen die beiden Bullen noch gleichauf, dann verließ Webber das Glück und Vettel musste sich alleine auf die Verfolgung Buttons machen.

Der große Ehrgeiz des jungen Heppenheimers könnte am ehesten für Konfliktpotenzial sorgen. Wenn er eine Chance auf den Titel sieht, das Team aber nicht so will wie er, kann der 22-Jährige regelrecht grantig werden. Der elf Jahre ältere Webber sieht das deutlich gelassener, auch wenn er nach seinen ersten GP-Siegen nun ebenfalls den Titel in Angriff nehmen will.

Fazit: Solange sich Webber und Vettel nicht gegenseitig von der Piste rammen, gibt es zwischen den beiden wohl keine größeren Probleme. Sollten sich das Team aber wie in der vergangenen Saison mit kleinen Fehlern selbst im Weg stehen, kann die Stimmung schnell kippen.

Übersicht: Alle Teams und Fahrer der Formel 1-Saison 2010

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