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Ferrari mit Personalproblem

Foto: Wolfgang Wilhelm

Der Lotse ist von Bord gegangen. Der wichtigste Posten an der Rennstrecke ist bei den Roten unbesetzt. Ross Brawn hat mit seinem Abgang ein Loch gerissen, dass Jean Todt Hände ringend zu stopfen versucht - bisher ohne Erfolg.

22.11.2006 Markus Stier

Als Ross Brawn ging, war in der Technik-Abteilung das Ersatzteam rund um Mario Almondo längst aufgestellt, doch der so wertvolle Brite füllte als Rennleiter während der GP-Wochenenden eine weitere Schlüsselrolle aus, die bis heute unbesetzt ist. Der sogenannte "Race Operations Manager" trifft während der GPs alle wichtigen Entscheidungen, von der Reifenwahl über die Abstimmung bis zur Tankstrategie.

Als Stratege ist Luca Baldisseri längst eine feste Größe, doch die letztendlichen Entscheidungen traf immer Brawn. Jean Todt sucht nach einem neuen starken Mann am Kommandostand, über dessen Position Ross Brawn immer sagte: "Das wichtigste in diesem Job ist Autorität." Baldisseri ist keine große Autoritätsfigur, aber seinen Namen hat Todt auf der Liste.

Ohne Brawn endlose Diskussionen

Ein Reifeningenieur ließ schon vor Monaten durchblicken, was der Weggang des immer so gemütlich wirkenden Engländers für Ferrari bedeutet: "Wenn Brawn da ist, werden Entscheidungen in zehn Minuten getroffen, wenn er nicht da ist, diskutieren alle erst einmal eine Dreiviertelstunde."

Die Spitze ging an Luigi Mazzola. Der Chef des Testteams ist intern nicht unumstritten. Mancher meint, die frühen Saisonniederlagen wegen falscher Reifenwahl gingen auf die Kappe seiner Truppe. Ignazio Lunetta wäre möglicherweise ein geeigneter Mann, aber der frühere Chef der Renningenieure mag die Herumreiserei des GP-Zirkus nicht. Stefano Domenicali wird als Nachfolger von Teamchef Todt aufgebaut, gilt aber bei vielen als zu nett, um das Rudel Ingenieure und Fahrer in der Spur zu halten.

Vergebliche Versuche, Pat Symonds von Renault loszueisen

2005 wusste Jean Todt bereits, dass Brawn gehen würde und so versuchte er Pat Symonds loszueisen. Todt hoffte, mit dem erfahrenen Renault-Chefingenieur würde er wie einst mit Brawn zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Lücke im Gefüge zu schließen und bei der Stammmannschaft keine Eifersüchteleien aufkommen zu lassen. "Es gab bei Ross nie einen Angriffspunkt für die Störenfriede. Keiner konnte sagen: Ich könnte das besser", sagte Todt. Doch bei Symonds blitzte Todt ab, und die Suche nach einem geeigneten Mann bei Ferrari geht weiter.

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