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Ferrari mit Risiko-Strategie

Vettel will Mercedes taktisch austricksen

Sebastian Vettel - GP China 2016 - Shanghai - Qualifying Foto: sutton-images.com 93 Bilder

Gegen den scheinbar übermächtigen Gegner Mercedes kann Ferrari im Moment nur Risiko-Strategien setzen. Deshalb sparte sich Sebastian Vettel im Q3 einen Satz Supersoft. Und deshalb folgte er auch nicht der Rosberg-Taktik, mit den Soft-Reifen zu starten.

16.04.2016 Michael Schmidt

Der Freitag gehörte Ferrari. Doch immer wenn es drauf ankommt, ist Mercedes zur Stelle. In der Startaufstellung steht WM-Spitzenreiter Nico Rosberg auf der Pole Position. Die Ferrari-Piloten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel landeten trotz des Motorproblems von Lewis Hamilton nur auf den Plätzen 3 und 4. Beide blicken beim Start zum GP China Daniel Ricciardo in den Auspuff.

Ferraris Startplätze waren eine Kombination aus Fehlern der Fahrer in den entscheidenden Runden und einer Risiko-Strategie für Vettel. Der Heppenheimer sparte sich im Q3 einen Satz Supersoft. Und bezahlte dafür, dass er bei nur einem Versuch am Ende des Trainings seinen Fehler nicht mehr korrigieren konnte. "Ich traute mir zu, in einer Runde die nötige Zeit zu fahren."

Vettel verliert in Kurve 1 Zeit

Schon in Kurve 1 war Vettel klar, dass nichts daraus wird."„Ich bin ein bisschen zu aggressiv rein, erst vorne gerutscht, dann hinten. Das hat die Reifen aufgeheizt. Dafür habe ich auch in Kurve 3 bezahlt. Es war keine schlechte Runde, aber auch keine besondere." Vettel glaubt, dass es trotz des vierten Startplatzes das Risiko wert war.

Ganz offensichtlich hat der vierfache Weltmeister einen Plan, den er nicht verrät. Doch aufgrund der Reifensituation und des Freitagstrainings können wir uns ausmalen, wie sein Rennen aussehen wird: Supersoft-supersoft-medium. Bei hohem Reifenverschleiß wird ein dritter Satz der weichsten Mischung eingestreut.

Warum Medium? Vettel hatte ihn am Freitag probiert und war über 14 Runden schneller als Räikkönen mit seiner Garnitur Soft. Außerdem verzichtete er darauf, in Q2 wie Rosberg mit Soft-Reifen zu fahren um dann auf ihnen auch starten zu können. "Wir wären mit den Reifen wahrscheinlich auch durchs Q2 gekommen, aber es war nicht unbedingt das, was wir wollten."

Ferrari verliert vier Zehntel im letzten Sektor

Ob es ein Dreistopp-Rennen wird, hängt laut Vettel ganz davon ab, in welche Richtung sich die Strecke entwickelt. "Am Freitagmorgen war der Hinterreifen der limitierende Faktor. Am Nachmittag eher der Vorderreifen. Durch den Regen am Samstag waren wir in der Qualifikation wieder hinten begrenzt." Die guten Longrun-Zeiten im zweiten Training zeigen, was dem Ferrari SF16-H mehr passt. Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff gab zu: "Die Bedingungen haben unserem Auto am Samstag in die Karten gespielt."

Im Moment sind riskante Strategien mit weicheren Reifen für Ferrari der einzige Weg, die Silberpfeile zu ärgern. In Melbourne hat das schon ganz gut geklappt. Auch in China? "Mir wäre lieber, wir wären von der Rundenzeit noch ein bisschen näher dran an ihnen. Dann ist die Chance, dass diese Taktik aufgeht, größer." Den Ferrari-Piloten fehlten 0,570 respektive 0,844 Sekunden auf die Pole Position.

Auch Räikkönen hatte einen Fehler auf seiner Runde. Er verbremste sich in der Haarnadel. Vettel weiß, wo sein Ferrari die Zeit verliert: "Allein vier Zehntel im letzten Sektor. Und das sind hauptsächlich Geraden." Mit Räikkönen spielt Ferrari die sichere Karte. Der Finne muss auf Supersoft-Reifen starten und wird später vermutlich eher auf Soft als auf Medium wechseln.

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