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Ferrari

Mit Viererkette zum Erfolg

Foto: Daniel Reinhard 11 Bilder

Ferrari hat innerhalb von zwei Jahren sein Gesicht gewandelt. Mit Jean Todt ging der letzte Vertreter des alten Dreamteams von Bord. Das neue wird von vier Männern in der Praxis geführt.

15.02.2008 Michael Schmidt

In den Gängen und Büros von Ferrari heißen sie nur die "Fab four". So wurden auch schon die Beatles genannt. Ferraris neuer Rennleiter ist kein einsamer Kapo mehr sondern ein Quartett: Stefano Domenicali, Aldo Costa, Mario Almondo und Gilles Simon sind Kinder des alten Dreamteams. Sie haben zusammen mehr als 60 Berufsjahre in Maranello auf dem Buckel. Trotzdem sind sie noch jung, 45 Jahre im Schnitt.

Die alte Führungsriege mit Jean Todt an der Spitze, mit Ross Brawn, Rory Byrne und Paolo Martinelli in den Schlüsselpositionen kam auf 56,7 Jahre im Mittel. Todt gab seinen Mitstreitern eine Chance, statt Stars einzukaufen. Drei Italiener und ein Franzose. Ihre Namen sind nur Insidern geläufig. Das kann sich aber bald ändern.

Spezialisten sind gefragt

"Das Geschäft", sagt Todt-Nachfolger Stefano Domenicali, "ist so komplex geworden, dass einer alleine den Laden nicht mehr führen kann. Du brauchst für jeden Bereich einen Spezialisten." Domenicali wird ein anderer Chef sein als Todt. Eher diplomatisch als bestimmend. Der Betriebswirt aus Imola ist kein Lobbyist hinter verschlossenen Türen. Er kämpft mit offenem Visier.

"Wir sind die geistigen Erben unserer Vorgänger", sagt Technikdirektor Aldo Costa. Schon als 15-jährigem Schüler war Aldo klar: "Ich werde Ingenieur bei Ferrari". In Bologna schrieb sich Costa für Maschinenbau ein. Seine Examensarbeit: Auto-Design bei Ferrari. Als Tutor fungierte Giorgio Ascanelli, damals Renningenieur von Gerhard Berger. Über Abarth und Minardi ging es für den heutigen Chef von 300 Ingenieuren schließlich nach Maranello zu Ferrari.

Motorenchef träumt vom Zwölfzylinder

Während für Aldo Costa immer das nächste Auto das schönste ist, erlaubt sich Kollege Simon eine Sentimentalität: Einmal einen Zwölfzylinder nach dem heutigen F1-Reglement bauen, das wäre was für die Technikerseele. Warum keine Autos, Herr Simon? "Weil Motoren komplizierter sind." Der Franzose fliegt jedes Wochenende nach Paris. "Da spielen meine meine Söhne im Vorort-Klub Nogent Fußball. Ich bin ihr größter Fan."

Mario Almondo ist der Katalysator in Ferraris neuem Führungszirkel. Er vernetzt die Technik mit dem Geschäft. "Die Ingenieure müssen begreifen, dass ihre Kreationen kein Spielzeug sind, sondern ein Produkt, mit dem die Firma Geld verdienen will." Almondo wurde am gleichen Tag eingestellt wie Domenicali. Ein Tag, an den er sich bis heute erinnert. "Mein Chef Pierguido Castelli gab mir den Auftrag: Kaufen Sie für die Werkstatt eine neue Schleifmaschine. Ich musste mich in das Thema erst einmal einarbeiten. Die Maschine, die ich besorgt habe, ist heute noch im Dienst."

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