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Ferrari unter Druck

Motor ist ein Problemfall

Sebastian Vettel - GP Bahrain 2016 Foto: sutton-images.com 23 Bilder

Sebastian Vettel kam nicht einmal bis zum Start. Schon in der Formationsrunde ging der Ferrari-Motor hoch. Es ist der zweite Defekt nach Kimi Räikkönens Turboladerschaden in Melbourne. Ferrari bezahlt für die aggressive Entwicklungsarbeit.

03.04.2016 Michael Schmidt

Jetzt hat Sebastian Vettel auch das erlebt. Ein Schaden in der Formationsrunde. Wie 1996 bei Michael Schumacher in Magny-Cours ging in Vettels Ferrari noch vor dem Start der Motor hoch.

Die endgültige Analyse steht noch aus, aber Ferrari hat die Schadensursache bereits eingekreist. Es soll ein Teil der Einspritzdüse in den Zylinder gefallen sein. Vettel hat nun bereits 35 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden Nico Rosberg. "Und er wird zu 90 Prozent diesen Motor verlieren", meinte Teamchef Maurizio Arrivabene grimmig.

Es ist bereits der zweite Schaden im Motorumfeld. Bei Kimi Räikkönen in Melbourne brannte der Turbolader durch. Ferrari hat den Rückstand auf Mercedes verkürzt, bezahlt aber einen hohen Preis dafür. Besonders auf der Motorseite. Der neue Ferrari V6-Turbo soll eine Bombe sein. Man hört, dass er im Vergleich zum Vorjahr 8 Zehntel an Rundenzeit bringen soll. Wenn er funktioniert.

Finger rutschte vom Kupplungshebel

Alles an diesem Motor ist am Limit gestrickt. Mercedes zwingt seinen Herausforderer dazu. Noch kämpft Ferrari damit, mit maximalem Boost zu fahren und dabei noch elektrische Leistung zu speichern.

In der Qualifikation hatte Ferrari zum ersten Mal volle Leistung freigegeben. "Wir wollten mal sehen, wie weit wir Mercedes damit in die Enge treiben können", gab Arrivabene zu. Am Ende betrug die Differenz zu den Silberpfeilen immer noch eine halbe Sekunde.

Im Rennen ist der Rückstand wahrscheinlich geringer. Kimi Räikkönens schlechter Start verhinderte einen echten Vergleich. Der Weltmeister von 2007 rutschte mit dem Finger vom Kupplungshebel und fand sich nach einer Runde auf Platz 5 wieder. "Als ich endlich auf dem zweiten Platz lag, hatte Rosberg schon eine ganze Gerade Vorsprung", bedauerte Räikkönen.

Das war in Runde 7. Da betrug der Rückstand des Finnen auf den Spitzenreiter 11,8 Sekunden. Im Ziel waren es 10,2 Sekunden. Zwischenzeitlich hatte sich Räikkönen bis auf 4,5 Sekunden herangerobbt. Das lag daran, dass Ferrari Räikkönen zwei Mal vor Rosberg an die Boxen brachte. "Der Undercut ist auf dieser Strecke 2 bis 3 Sekunden wert", rechnete Mercedes-Teamchef Toto Wolff vor.

Wieder De-Rating bei Ferrari

Sein Konterpart bei Ferrari versuchte sich das Rennen schönzurechnen. "Kimis Problem beim Start und die Anfangsphase im Verkehr hat den Unterschied zu Mercedes ausgemacht. Er lag von den Rundenzeiten her bei unserer Konkurrenz und ist ein tolles Rennen gefahren."

Rosberg gab zurück: "Ich bin nicht eine Runde im Rennen voll gefahren. Nach der erste Runde reichte es, den Vorsprung zu kontrollieren." Wie viel der zweifache Saisonsieger vom Gas gegangen ist, wollte er nicht sagen. "Sonst würden wir Ferrari verraten, was wir wirklich können."

Andererseits warnt Rosberg: "Ferrari hat noch nicht gezeigt, was sie wirklich können. Wir müssen wachsam bleiben." Die Mercedes-Spione haben während des Rennens wieder die Ferrari-Motordaten überwacht. Sie sahen das gleiche wie in Melbourne.

Ferrari fuhr ausschließlich im so genannten De-Rating Modus. Das heißt, dass entweder Power vom Motor oder elektrische Energie aufgegeben wird. Ab Hälfte der Geraden legten die roten Autos im Top-Speed nicht zu. Ganz offensichtlich kann Ferrari nur auf einzelnen Runden im Training volle Power abrufen.

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