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Aufräumarbeiten bei Ferrari

Motor-Upgrade verspätet

Sebastian Vettel - Ferrari - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 25. August 2016 Foto: sutton-images.com 111 Bilder

Ferrari tritt mit einem neuen Aero-Paket aber dem alten Motor in Spa an. Während sich in Maranello das Technikteam neu sortiert, versucht die Designabteilung mittelfristig die Schwachstellen auszumerzen, die sich in der jüngsten Fehler-Analyse ergeben haben.

25.08.2016 Michael Schmidt

Sebastian Vettel gibt den Kampf nicht auf. „Der Plan für die restlichen 9 Rennen ist nicht nur, Red Bull wieder den zweiten Platz abzujagen. Wir wollen auch den Rückstand auf Mercedes verkürzen.“ Der vierfache Weltmeister weiß aber auch: „Das geht nicht über Nacht. Manche Dinge brauchen halt Zeit.“ Vettel sieht den nächsten 3 Rennen optimistischer entgegen. „Sie sollten unserem Auto besser liegen.“

Die große Schadensanalyse, die Ferrari nach den letzten Niederlagen durchgeführt hat, brachte zwar Ergebnisse, aber sie können nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Eine Schwachstelle ist: Der Abtrieb ist in lang gezogenen Kurven nicht konstant von Kurveneingang bis Kurvenausgang.

Nach dem Abgang von Technikchef James Allison und Aerodynamiker Dirk de Beer hat sich die Situation in Maranello wieder beruhigt. Mattia Binotto, der neue erste Mann im Technikbüro, ist dabei, die Kompetenzen neu zu verteilen.

Es wird keine spektakulären Neuzugänge bei Ferrari geben, eher eine neue Struktur. Binotto gilt als ruhiger Arbeiter, der offen für alle Vorschläge ist. Unter Allison kam es zu sehr zur Gruppenbildung. Das Herrschaftswissen lag bei einigen wenigen Personen.

Ferrari mit neuen Flügeln in Spa

In Spa tritt Ferrari mit modifizierten Flügel vorne und hinten an. Es sind aber schon lange geplante Änderungen mit Rücksicht auf die Streckencharakteristik und noch keine Reaktion auf die Fehler, die man beim SF16-H entdeckt hat.

Der neue Motor bleibt noch in der Kiste. Ferrari hat 3 Token bei der FIA angemeldet, muss aber das Upgrade deswegen nicht gleich einsetzen. Man hört, dass die letzte Ausbaustufe der Antriebseinheit auf dem Prüfstand noch nicht alle Zuverlässigkeitstests bestanden hat.Frühestmöglicher Einsatz ist nun Monza.

Vettel ist mit seinen wichtigsten Antriebskomponenten bereits im vierten Element. Mit dem Einsatz des Motor-Upgrades hat er sein Kontingent erschöpft. „Wir haben in Bahrain einen Motor früh verloren. Da wird es zwangsläufig irgendwann einmal eng. Aber sicher noch nicht in den nächsten Rennen“, wischt Vettel Bedenken beiseite, er müsse schon bald eine Startplatzstrafe in Kauf nehmen.

Sensoren in den Kurven 4, 16 und 17

Der WM-Fünfte ist ein Fan von Spa, aber er hat keine guten Erinnerungen an die Achterbahn in den Ardennen. Im letzten Jahr explodierte ihm in der letzten Runde der rechte Hinterreifen. Pirelli ist sich ein Jahr später sicher: „Der Reifen wurde durch Schläge von den Kerbs beschädigt.“

Deshalb hat der italienische Hersteller Experimentalreifen mit nach Spa gebracht. Sie sind steifer in der Flanke und sollen damit auch stabiler gegen Stöße von außen sein. „Das wollen wir herausfinden“, sagt Vettel.

Im letzten Jahr stand der Randstein am Ausgang von Eau Rouge im Streckenabschnitt Raidillon im Verdacht, den Reifen zu hart zugesetzt zu haben. Weil die Fahrer teilweise mit allen 4 Reifen über den Randstein geräubert sind.

Vettel ist der Meinung, dass der Reifen das aushalten muss. Er besteht deshalb auch nicht darauf, dass die FIA die Streckenbegrenzung strenger überwacht. „Lass uns am Freitag mal fahren und dann in der Fahrerbesprechung diskutieren.“

FIA-Rennleiter Charlie Whiting glaubt, dass es bei der gleichen Regelung wie im letzten Jahr bleibt. Mit dem Unterschied, dass in den Kurven 4, 16 und 17 Sensoren installiert sind. „So können wir besser überwachen, wer in Raidillon mit allen vier Rädern links vom Kerb fährt und wer nur über den Kerb geht. Links davon wäre abkürzen“, sagt Whiting.

Der FIA-Rennleiter kann sich nicht vorstellen, dass ein Fahrer freiwillig den kürzeren Weg nimmt. „Da sind im Asphalt zwei böse Bodenwellen 90 Grad zur Strecke. Über die willst du mit einem Formel 1-Auto nicht drüberfahren.“

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