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Formel 1: Ferrari-Probleme durch neues Reglement

Ferrari-Motoren geht die Luft aus

Fernando Alonso China 2010 Foto: dpa 51 Bilder

Ferrari hat den Grund für die Motorendefekte bei Fernando Alonso gefunden. Das Problem an der Ventilpneumatik ist nicht neu, hat durch das neue Reglement in dieser Saison allerdings besonders dramatische Auswirkungen.

22.04.2010 Michael Schmidt, Tobias Grüner

Ferrari hat ein Problem. Nach vier Rennen sind bei Fernando Alonso bereits zwei Motoren abgeraucht. Ein einfacher Dreisatz macht deutlich: Wenn acht Triebwerke eigentlich für 19 Rennen halten müssen, ist der Spanier jetzt bereits im Rückstand.

Motorenrechnung im Rennen geht noch auf

Doch bei Ferrari gibt man sich noch entspannt. "Für die Rennen müsste die Motoren-Rechnung aufgehen", erklärte Alonso, nachdem ihm im Freien Training von Shanghai das zweite Triebwerk einging. Das Aggregat war nach einer Überhitzung im Training von Bahrain sowieso nicht für den Grand Prix vorgesehen.

Doch dem Ersatzmotor für das restliche Chinawochenende steckten bereits die 308 Rennkilometer von Bahrain in den Kolben. Er muss nun noch mindestens ein weiteres Rennen überstehen. Ferrari wird sich wohl einen eher wenig anspruchsvollen Kurs wie z.B. Barcelona oder Monaco für den letzten Renneinsatz aussuchen.

Zumindest beim Blick auf die Trainingskilometer dürften den Ferrari-Ingenieuren Sorgenfalten kommen. Die Italiener haben nun zwei Optionen: Entweder die Laufleistung der verbleibenden Motoren wird erhöht oder Alonso muss ähnlich wie Sebastian Vettel in der vergangenen Saison öfter Mal zuschauen, wenn die Kollegen freitags ihre Abstimmungsrunden drehen.

Der Pneumatik geht die Luft aus

Immerhin ist die Ursache der Standfestigkeitsprobleme mittlerweile identifiziert. Wie auto motor und sport in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 10/2010, ab 22. April im Handel) berichtet, macht die Abdichtung der Ventilpneumatik Ärger. Während des Rennens entweicht zu viel Luft aus dem System. Das Leiden am V8-Aggregat ist für Maranello nicht neu, allerdings wurde es durch das neue Reglement mit den kürzeren Boxenstopps noch verschärft.

Im vergangenen Jahr konnte das Luftreservoir noch parallel zum Nachtanken aufgefüllt werden. In dieser Saison ist das allerdings nicht mehr so einfach. Ohne den Tankvorgang bleibt einfach nicht genug Zeit. Außerdem kommt der Mechaniker nicht mehr so leicht an den Anschluss im Heckbereich, da die Reifenschrauber im Weg sind. Sind die Gummis endlich aus der Bahn, wird der Wagen auch schon wieder auf die Strecke gelassen. Mit den langen Tankphasen blieb früher genügend Zeit, die Luft wieder aufzufüllen.

Zu wenig Stopps, zu kurze Stopps, zu frühe Stopps

Mit dem neuen Reglement fahren die Boliden zudem seltener ihre Box an als früher. Die ideale Strategie sieht vor, dass die Piloten nur einmal zum Service kommen, wenn sie ihre weichen Qualifying-Pneus gegen harte Slicks eintauschen. Dieser Stopp findet in der Regel sehr früh im Rennen statt, wenn die Pneumatik noch genügend Luft hat.

Durch die Reduzierung des Motorenkontingents müssen die wärmeempfindlichen Dichtungen sowieso schon viel längere Laufzeiten überstehen. Immer wieder dringt Öl in das System, was das Luftvolumen verringert und den Druck erhöht. Im finalen Stadium streikt die Nockenwelle. Wenn Ferrari bei der FIA nachweisen kann, dass hier ein generelles Problem mit der Standfestigkeit besteht, dürfen die Italiener nachrüsten. Die bereits eingesetzten Motoren von Alonso und Felipe Massa dürfen allerdings nicht mehr überarbeitet werden.

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