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Ferrari-Pleite in Barcelona: Weiche Reifen als Rettungsanker

Start GP Spanien 2011

Ferrari trägt schwer an der Niederlage von Barcelona. Nicht der fünfte Platz ist niederschmetternd, sondern die Runde Rückstand. Dabei sitzt mit Fernando Alonso der vielleicht beste Fahrer im Feld in diesem Ferrari. Jetzt hofft alles auf die weichen Reifen in den nächsten Rennen.

19 Runden lang war die Ferrari-Welt scheinbar in Ordnung. Fernando Alonso führte das Rennen an. Sebastian Vettel war zwar deutlich schneller, doch der Spanier gab sich keine Blöße. Erst als Alonso nach dem zweiten Reifenwechsel hinter Vettel und Hamilton fiel, änderte sich das Bild. 48 Runden später war der Lokalheld überrundet. Bei Ferrari hingen die Fahnen auf Halbmast. "Es war unser schlechtestes Rennen", resümierte Rennleiter Stefano Domenicali.

Auf den weichen Reifen konnte Alonso mit den Red Bull und McLaren noch einigermaßen mithalten. Ihm fehlte knapp eine halbe Sekunde pro Runde auf die Spitzengruppe. Doch kaum musste Alonso auf harte Reifen umsatteln, da stürzte Ferrari ab. "Wir haben mindestens zwei Sekunden pro Runde auf die Autos vor uns verloren", rechnete Domenicali vor.

Harte Reifen bereiten Ferrari Probleme

Ferrari brachte die harte Reifenmischung nie in ihr Arbeitsfenster. Nicht mal bei 43 Grad auf dem Asphalt. Das Problem ist bekannt. Schon in den ersten vier Grand Prix war der harte Reifen das große Handikap der roten Autos. Mit der neuen Mischung "extra-hart" potenzierten sich die Schwierigkeiten. "Der Reifen bleibt zu kalt. Ich rutsche nur herum", klagte Felipe Massa.

Die 78.000 Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als sich ihr Lokalheld aus der vierten Startposition in Führung pfeilte. "Um vorne zu bleiben, haben wir alles getan, das Timing der Boxenstopps unseren Gegnern anzupassen. So war ich gezwungen, das halbe Rennen auf den harten Reifen zurückzulegen", erzählte Alonso später.

Alonso besser als sein Auto

Der Spanier verlor in 48 Runden fast 100 Sekunden auf Sieger Sebastian Vettel. Das hebt die Leistung des zweifachen Ex-Weltmeisters nur noch deutlicher hervor. "Wer es schafft, mit so einem Auto 19 Runden lang zu führen, muss außerirdisch sein", applaudierten viele im Fahrerlager. "Schon Fernandos Trainingsrunde war von einem anderen Stern", lobte der Teamchef.

Für Ferrari ist das kein Trost. "Uns fehlt eindeutig Abtrieb. Und in Barcelona wird das mehr bestraft als anderswo", bedauert Domenicali. "Deshalb hat die Aerodynamikentwicklung jetzt absolute Priorität." Ferrari plant in den kommenden drei Rennen mit drei Entwicklungsstufen, doch der größte Verbündete in Monte Carlo, Montreal und Valencia werden vermutlich die Reifen sein. Dann liefert Pirelli zum ersten Mal in diesem Jahr die Mischungen "soft" und "supersoft".

Ferrari benötigt dringend Aerodynamik-Update

Mit diesen Reifentypen sollte Ferraris Stärke des Reifen schonenden Fahrwerks zum Tragen kommen. Das heißt aber auch: Ferrari muss spätestens bis zum GP England die Aerodynamik auf den Kopf stellen, um überall konkurrenzfähig zu sein. Denn es gibt mehr Rennstrecken im Kalender, auf denen die harten Gummis zum Einsatz kommen.

Alonso spielt weiter den unverbesserlichen Optimisten: "Ich gebe die Weltmeisterschaft nicht schon nach fünf Rennen auf. Alles kann noch passieren. Und das gilt ganz besonders für das nächste Rennen in Monte Carlo."

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Michael Schmidt

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