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Ferrari-Pleite in China

Alonso hadert mit Top-Speed

Fernando Alonso 2012 GP China Foto: Ferrari 94 Bilder

Fernando Alonso verlor in Shanghai die WM-Führung an Lewis Hamilton. Der Neunte des GP China hätte aber auch vier Plätze weiter vorne landen können. Doch im Verkehr ist sein Ferrari eine stumpfe Waffe. Alonso überholte nur in den Kurven. Auf der Geraden war sein Auto zu langsam.

17.04.2012 Michael Schmidt

Zunächst sah in Shanghai wieder alles nach einem typischen Alonso-Rennen anno 2012 aus. Der Spanier schlich sich von hinten an und schaffte immer wieder den Anschluss an eine Gruppe mit Jenson Button, Lewis Hamilton, Mark Webber und Sebastian Vettel. In diesem Bereich hätte er auch nach 56 Runden landen können. Wenn sein Ferrari auf den Geraden nicht eine Schnecke wäre. "Ich habe kein einziges Auto auf der Geraden überholt", rechnete Fernando Alonso anschließend vor.

Alonso kann nur in Kurven überholen

Sein Ferrari fuhr in China auf dem Niveau von Melbourne. Im Training an der Schwelle zu den Top Ten. Im Rennen gut für die Top 5. Doch diesmal lief das Rennen gegen Alonso und gegen Ferrari. Die Dreistoppstrategie des Ex-Weltmeisters hatte zur Folge, dass das rote Auto ständig von anderen umzingelt war. Im Top-Speed aber liegt der Ferrari im hinteren Feld. Wer zu wenig Anpressdruck über Chassis und Unterboden produziert, muss die Flügel steil stellen.

"Ich konnte lange mit Hamilton mithalten. Das Überholen hat heute den Unterschied ausgemacht." Alonso war zu Risiko gezwungen. Das heißt: Überholen in den Kurven. Der Malaysia-Sieger zählte auf: "Kurve eins Perez. Kurve sechs die Williams. Kurve sieben Webber." Ein Mal riskierte Ferraris Nummer eins zu viel.

Angriff auf Maldonado kostet einen Platz

Nachdem er zehn Runden lang im Heck des Williams von Pastor Maldonado verbracht hatte, setzte Alonso alles auf eine Karte. "Ich habe mir den ganzen KERS-Vorrat für das Beschleunigen aus Kurve 6 aufgespart. So kam ich in Kurve 7 neben Maldonado. Leider hat er bis zum letzten Moment dagegengehalten. Ich bin auf die Reifenschnipsel gekommen und konnte nur noch den Weg durch die Auslaufzone nehmen." Sergio Perez rutschte ihm wieder durch. Da war der Zug mit Hamilton, Vettel, Webber und Grosjean endgültig abgefahren.

Taktisch hatte Ferrari mit Alonso alles richtig gemacht. "Wir haben bei jedem Boxenstopp Plätze gewonnen." Seit diesem Jahr ist Ferrari die Nummer eins bei den Boxenstopps. Keiner wechselt die Reifen schneller. Der 28-fache GP-Sieger gab allerdings zu, dass die Reifen diesmal schwer zu lesen waren. "Normalerweise brechen sie schlagartig ein. Diesmal war der Abbau linear. Es war schwierig, den richtigen Zeitpunkt zum Wechsel zu erwischen."

Ferrari muss eine Sekunde aufholen

Rückblickend meinte der neue WM-Dritte. "Das Potenzial des Autos war gut für Platz sechs. Unsere WM-Führung nach zwei Rennen entsprang eher einem Zufall. Wir dürfen uns jetzt nicht anlügen. Wenn wir vorne mithalten wollen, müssen wir eine Sekunde aufholen. Da wir aber große Probleme haben, erwarte ich mir durch die richtigen Eingriffe auch große Änderungen." Bis zum Europaauftakt in Barcelona soll es soweit sein. Bahrain wird für Ferrari noch einmal ein Kampf. Dort ist der Anteil an Geraden noch höher als in Shanghai.

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