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Ferrari-Präsentation

Evolution im Detail

Foto: Ferrari 13 Bilder

Am Sonntag (6.1.) um 17 Uhr hat Ferrari sein neues Formel 1-Auto der Öffentlichkeit vorgestellt. Der F2008 ist damit das erste Auto der 2008er Generation, das auf den Rädern steht. Am Montag (7.1.) folgt Erzrivale McLaren-Mercedes.

06.01.2008 Michael Schmidt

"So früh waren wir seit 1993 nicht mehr dran", verrät Luca Baldisseri, der nach der Ernennung von Stefano Domenicali zum Teamchef nun neuer Teammanager wird. Weltmeister Kimi Räikkönen wird den 2008er Ferrari am Monatg (7.1.) ab 9.30 Uhr auf der Hausstrecke von Fiorano probefahren. Der jüngste Wetterbericht lässt Ferrari aufatmen. Die Schneegefahr ist gebannt, es soll sogar trocken bleiben. Gemäß den neuen Testregeln darf jedes Team am ersten Tag, dem so genannten "Shakedown" soviele Runden testen wie man will. Die Kilometer werden nicht dem Konto von maximal 30.000 Testkilometern angerechnet.

Evolution im Verborgenen

Der neue Ferrari F2008 besticht durch viele interessante Detaillösungen. "Die entscheidenden", bedauert Technikchef Aldo Costa für die Kiebitze, "stecken unter der Verkleidung." Weil die Aerodynamikregeln nun schon fünf Jahre praktisch stabil geblieben sind, würde es immer schwerer, sich Vorteile zu erarbeiten. "Das ganze geht nur, wenn man Stärken und Schwächen genau analysiert. Wir waren 2007 auf bestimmten Strecken wie Monte Carlo, Montreal und Monza schwach. Einen Teil der Probleme konnten wir noch im Verlauf der Saison lösen, aber nicht alle. Den Rest haben wir über den Winter erledigt. Die Zahlen sagen uns, dass wir trotz der Beseitigung der Schwachpunkte unsere Stärken behalten haben."

Nachdem die Ingenieure im letzten Jahr den Radstand um rund zehn Zentimeter verlängert hatten, wurde er jetzt wieder gekürzt. "Allerdings nur geringfügig", erklärt Costa. "Wir sind immer noch weit entfernt von unserer früheren Kurzbausweise." Da Ferrari erstmals genaue Zahlen verschweigt, muss man sich an interne Quellen halten. Die Verkürzung soll drei, vier Zentimeter betragen. Auffälligstes Detail ist die neue Nase, aus der das obere Element des Frontflügels wächst. Das verleiht der Front etwas Entenhaftes. "Die Form wird überbewertet. Ihre Form folgt dem Konzept des Frontflügels", verrät Chefdesigner Nicolas Tombazis. Viel interessanter ist nämlich die Form der vorderen Karbonröhre auf Höhe der Vorderradaufhängung. Die zunächst breite Nase verjüngt sich deutlich nach hinten.

Die Verkleidung des F2008 ist noch mehr mit Zusatzflügel und Finnen zugepflastert als beim Vorgängermodell. Die Kühleinlässe liegen höher, und die Seitenkästen haben an der Seite eine rundere Form. Die voluminöse Kohlefaserabdeckung des Getriebes lässt auf den Einsatz eines Massenträgheitsdämpfers hinten schließen. Ferrari setzte diesen Dämpfertyp beim GP Italien 2007 ein, erlebte jedoch ein Fiasko. Kimi Räikkönen crashte im Training. Felipe Massa fiel im Rennen mit Dämpferbruch aus.

Reglementbedingte Änderungen

Das Reglement verlangte von den Ingenieuren diverse Änderungen, die wiederum Gegenmaßnahmen nach sich zogen. Das Verbot der Traktionskontrolle beschäftigte alle Abteilungen. "Wir mussten den Motor in seiner Fahrbarkeit verbessern", erklärte Motorenchef Gilles Simon. Die Getriebefraktion änderte die Schaltstrategien für das 7-Gang Schnellschaltgetriebe. Die Fahrwerksabteilung revidierte die Aufhängungsgeometrien, und auch die Chassis-Konstrukteure waren gefragt. Mehr Gewicht wanderte Richtung Hinterachse.

Die Beimischung von fünf Prozent Biosprit zum Kraftstoff erforderte außerdem eine Neukonzeption des Benzinsystems. Da das Getriebe nun vier Rennen lang halten muss, wurden die Getriebeinnereien entsprechend verstärkt. Wer dennoch vor Ablauf von vier Grand Prix wechselt, muss zur Strafe fünf Startplätze zurück. Auch in punkto Sicherheit hat die FIA die Zügel wieder angezogen. Die Cockpitwände links und rechts vom Fahrerkopf werden um fünf Zentimeter hochgezogen. "Das beeinflusst die Strömung nach hinten", erklärt Tombazis. Ferrari reagiert mit einer neuen Form der Airbox darauf.

Für Räikkönen und Massa steht 2008 die Titelvereteidigung auf dem Fahrplan. "Wer genau unser Gegner sein wird, sehen wir erst nächste Woche in Jerez", meinte Räikkönen stoisch. Er rechnet mit McLaren, BMW und auch wieder Renault. Massa fordert von den Technikern, dass die Autos zuverlässiger werden. "Ich hatte 2007 zu viele Ausfälle. Nullrunden kannst du dir nicht mehr leisten, wenn du Weltmeister werden willst." Während der Brasilianer noch unsicher ist, ob der Wegfall der elektronischen Fahrhilfen die Risiken erhöht, macht sich Räikkönen keine Gedanken: "Rennfahren ist gefährlich - mit und ohne Traktionskontrolle."

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