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Ferrari-Präsident sauer

Montezemolo zieht Alonso die Ohren lang

Montezemolo und Alonso - Ferrari 2012 Foto: xpb 94 Bilder

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ist nicht zufrieden. Nach dem schwachen Auftritt in Budapest nahm er nicht nur die Ingenieure in die Pflicht, sondern übte erstmals auch Kritik an seinem Starpiloten Fernando Alonso. Die Stimmung in Maranello ist angespannt.

30.07.2013 Tobias Grüner

Bei Ferrari brennt der Baum. Der schwache Auftritt zum Abschluss der ersten Halbsaison in Ungarn brachte das Fass nun zum Überlaufen. Präsident Luca di Montezemolo will dem Abwärtstrend nicht länger zuschauen. Der letzte Fahrertitel ist bereits 6 Jahre her. Und auch diese Saison droht der WM-Zug vorzeitig abzufahren. Aktuell ist die Scuderia nur 4. Kraft hinter Red Bull, Mercedes und Lotus.

Ingenieure mit Messern zwischen den Zähnen

Am Montag (29.7.2013) nahm sich Montezemolo seine Mannschaft deshalb zur Brust. Alle Ingenieure bekamen ein Messer geschenkt, das sie in der zweiten Saisonhälfte metaphorisch zwischen die Zähne nehmen sollen. "Noch ist nichts verloren. In den verbleibenden 9 Rennen des Jahres sei alles möglich", so der Tenor der Rede an das Technik-Team.

Mit der Verpflichtung von Ex-Lotus Technik-Chef James Allison, der am 1. September in Maranello mit der Arbeit beginnt, hatte die Scuderia auch personell ein Zeichen gesetzt. Die Maßnahme zeigte aber auch, dass die Geduld des Ferrari-Capos erschöpft ist. Offenbar traut man der Mannschaft nicht zu, alleine die Wende zu schaffen.

Montezemolo kritisiert Alonso-Aussagen

Von der Kritik am Team nahm Montezemolo auch die Piloten nicht aus. Vor allem Fernando Alonso bekam sein Fett weg. Die Nummer 1 im Team war bisher immer mit Samthandschuhen angepackt worden. Doch zuletzt hat er sich offenbar den Ärger seines Teams zugezogen. "Seine kürzlich geäußerten Kommentare sind weder bei Montezemolo noch beim Team gut angekommen", heißt es in einem Ferrari-Statement.

Als Montezemolo den zweifachen Weltmeister am Montagmorgen angerufen hat, gratulierte er ihm nicht nur zum Geburtstag sondern zog ihm auch verbal die Ohren lang. Der Italiener erinnerte seinen Piloten an seine Verpflichtungen: "Alle großen Champions, die für Ferrari gefahren sind, wurden immer gebeten, die Interessen des Teams über ihre eigenen zu setzen. In diesem Moment müssen wir ruhig bleiben, Polemik vermeiden, Bescheidenheit und Entschlossenheit zeigen."

Red Bull-Spielchen erfolgreich?

Auf welche Aussagen sich die Montezemolo-Kritik genau bezieht, ist unklar. Gut möglich, dass es um die von Red Bull nicht dementierten Gerüchte geht, nach denen Alonsos Manager nach einem Cockpit für 2014 gefragt habe. Offenbar haben die Politik-Spielchen der Konkurrenz ihre Wirkung nicht verfehlt. Als Alonso von spanischen Journalisten gefragt wurde, was für ein Auto er sich zum Geburtstag wünsche, soll er - wohl scherzhaft - geantwortet haben: Ein anderes Auto. Was nach außen natürlich als Red Bull interpretiert wurde.

Obwohl Alonso einen Vertrag bis 2016 in Maranello unterschrieben hat und sich nach eigener Aussage wohl fühlt, wurde der mögliche Wechsel zum Vettel-Team am vergangenen Wochenende eine große Geschichte im Fahrerlager von Budapest. "Jeder müsse einen Beitrag leisten und zum Team und seinen Mitarbeitern stehen - sowohl auf und neben der Strecke", forderte Montezemolo Loyalität von seinen Mitarbeitern ein.

Montezemolo sauer auf Pirelli

Auch auf Pirelli war Montezemolo nicht gut zu sprechen. Nach Rücksprache mit seinen Technikern, gab es auch noch eine Breitseite gegen den Reifenlieferanten. Die Einführung der modifizierten Gummis habe Ferrari in den letzten beiden Rennen "definitiv nicht geholfen". Pirellis Entscheidung habe dazu geführt, dass das Kräfteverhältnis künstlich verschoben wurde. "Dieses Thema wird in nächster Zeit noch zu weiteren Diskussionen führen", heißt es aus Maranello.

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