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Ferrari-Probleme in Australien

"12 Punkte mehr als Vettel und Hamilton"

Fernando Alonso - Ferrari - GP Australien 2014 Foto: Wilhelm 24 Bilder

Ferrari brachte beim Grand Prix von Australien wie McLaren, Force India und Toro Rosso beide Autos in die Punkteränge. Das ist der positive Aspekt. Der negative: Die roten Autos sind hinter Mercedes, Red Bull und McLaren nur vierte Kraft.

17.03.2014 Michael Schmidt

Endlich weiß Ferrari, was gespielt wird. Und die anderen wissen, wie stark Ferrari ist. Oder sein kann, wenn alles funktioniert. Fernando Alonso kam mit 35,2 Sekunden Rückstand auf Sieger Nico Rosberg als Fünfter ins Ziel. Daraus wurde nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo ein vierter Platz.
 
Doch auch das konnte die Miene von Rennleiter Stefano Domenicali nicht aufhellen. "Das Ergebnis ist eine Enttäuschung. Wir müssen einen Rückstand aufholen. Unsere Probleme sind weniger geworden, aber wir haben sie nicht vollständig gelöst."

Fernando Alonso lobte die gute Teamleistung und die Zuverlässigkeit der Autos, sagte aber klipp und klar: "Mercedes liegt vorne. Und auch gegen Red Bull und McLaren waren wir zu langsam. Kimi hat mit den Toro Rosso gekämpft. Er hat 2013 in Melbourne gewonnen. Das zeigt, dass wir aufholen müssen."

Räikkönen von DRS-Problemen gebremst

Ferrari stand in Melbourne vor grundsätzlichen Problemen und zwei außergewöhnlichen Handikaps, von denen die roten Autos zusätzlich gebremst haben. Alonso fuhr die ersten zehn Runden ohne oder nur mit halber Kraft aus dem Elektro-Antrieb. Das warf ihn auf Platz 6 zurück. Um ein Haar wäre er sogar in die Fänge der Toro Rosso gefallen.
 
Als Strafe dafür musste er sich 33 Runden lang hinter Nico Hülkenberg anstellen. "Ich konnte eineinhalb Sekunden schneller fahren, kam aber nicht vorbei. Der Force India war auf der Geraden zu schnell für mich."

Auch Kimi Räikkönen hatte Probleme mit dem Überholen. Sein DRS funktionierte zeitweise nicht. Obwohl er innerhalb einer Sekunde hinter Jean-Eric Vergne lag, wollte sich der Heckflügel nicht öffnen. Räikkönen musste auf einen Fehler des Franzosen warten, um vorbei zu kommen. Domenicali vermutet: "Es gab wohl ein Problem mit dem FIA-Signal."

Nur wenige Runden volle Ferrari-Power

Trotz des eindeutigen Resultats ist der Ferrari F14T ein rätselhaftes Wesen. Wie schon bei den Testfahrten setzte er auch in Melbourne vereinzelt Glanzlichter. So fuhr Alonso die drittschnellste Rennrunde, nur 0,138 Sekunden langsamer als Nico Rosberg. So war der Spanier im dritten Sektor der absolut Schnellste. Und dort liegen die ganzen Kurven. Zum ersten Mal seit Jahren scheint die Aerodynamik zu stimmen. Im Top-Speed lag die rote Diva auf Platz 4.
 
Das Problem des Ferrari ist, dass er nur für wenige Runden seine volle Leistung abrufen kann. "Wir verlieren zwischenzeitlich immer wieder Power. Das zieht dann andere Probleme mit dem Laden der Batterie und der Leistung der Elektromotoren nach sich", gibt Domenicali zu. 

Ferrari ist noch zu schwer

Der Ferrari soll zudem auch noch über dem Gewichtslimit von 691 Kilogramm liegen. Gerüchte wollen wissen, dass alleine die Antriebseinheit 13 Kilogramm zu schwer ist, worunter auch die Kunden Sauber und Marussia leiden. Das Limit für die Power Unit liegt bei 145 Kilogramm.

Offenbar kam das Übergewicht auch für Ferrari überraschend, denn Maranello stemmte sich als eines von zwei Teams gegen die Anhebung des minimalen Gesamt-Gewichts auf 700 Kilogramm. Man sah die Wahrheit Gerüchten zufolge erst, als der Ferrari V6 und seine Nebenaggregate auf der Waage standen.

Wie aus Kreisen der Motorhersteller zu hören ist, hat nicht nur Renault um Nachbesserungen am Motor im Bereich Zuverlässigkeit, Kosten und Sicherheit angefragt. Es soll sich bei den eingereichten Ferrari-Verbesserungswünschen auch um den Einsatz neuer Gussteile handeln. Hört sich so an, als wolle da einer Gewicht sparen.

Lernphase im Windschatten von Hülkenberg

Fernando Alonso ist ein Mann klarer Worte. Deshalb differenziert er sein erstes Saisonergebnis: "Ich habe zwölf Punkte mehr als Vettel und Hamilton auf dem Konto. Das ist positiv. Dafür fehlten mir 35 Sekunden auf Rosberg. Das muss uns zu denken geben."

Immerhin habe man während des Rennens viel gelernt. Alonso empfand es im Rückblick gar nicht so störend, dass er lange im Windschatten von Hülkenbergs Force India mit dem Mercedes-Motor lag: "Das hat uns gute Informationen gegeben. Wir wissen jetzt, woran wir arbeiten müssen." Domenicali erwartet von seinen Motorleuten bereits bis zum nächsten Rennen in Malaysia die ersten Antworten.

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