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Ferrari profitiert von Mercedes-Crash

Doppelpodest nach Quali-Desaster

Daniel Ricciardo - Red Bull - Sebastian Vettel - Ferrari - GP Spanien 2016 - Barcelona - Sonntag - 15.5.2016 Foto: xpb 68 Bilder

Der Samstag war ein Tag zum Vergessen für Ferrari. Einen Tag später sah die Welt schon wieder anders aus. Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel holten zusammen 33 WM-Punkte. Und Mercedes schrieb nach der teaminternen Kollision einen Nuller.

15.05.2016 Andreas Haupt

Besser hätte es für Ferrari fast nicht laufen können. Schon nach einem Kilometer waren beide Mercedes beim GP Spanien mit einem Nuller raus. Es war die goldene Chance für die roten Rennwagen nach einem Albtraum-Samstag viele Zähler auf die WM-Führenden gut zu machen. Es reichte für 33 Punkte.

Nach 66 Runden beendeten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel den GP Spanien auf den Plätzen zwei und drei. Der verpasste oberste Podestplatz war ein kleiner Wermutstropfen. "Nachdem sich die Mercedes in die Haare gekriegt hatten, habe ich auf den Sieg gehofft", äußerte sich Vettel. Räikkönen ergänzte: "Zunächst einmal ist es immer enttäuschend, wenn man nicht gewinnt. Wenn es dann noch so knapp ist, ist es umso schwerer zu akzeptieren. Die anderen haben einen besseren Job gemacht. Wenn uns gestern jemand gesagt hätte, dass wir Zweiter und Dritter werden, hätten wir angenommen."

Ferrari im Renntrimm besser

Im Qualifying hatte es für beide Ferrari nur für die dritte Reihe gereicht. Hinter Mercedes und Red Bull. Ein Teil des Problems: Ferrari verkalkulierte sich mit dem Setup auf eine schnelle Runde. Die Quittung: Zu hohe Oberflächentemperaturen ließen die roten Autos um die Strecke rutschen. Im Rennen besserte sich die Situation. "Es war viel besser. Wir müssen trotzdem noch verstehen, was genau los war am Samstag", fordert Vettel.

Der Heppenheimer erwischte einen guten Start. "Dann habe ich aber wieder zwei Plätze verloren. Ich hing hinter Ricciardo und verlor Abtrieb. Ich entschied mich wahrscheinlich innen für die falsche Linie und Max schlüpfte mir außen durch", berichtete Vettel. Bei seinem finnischen Garagennachbar war das Gegenteil der Fall. "Als ich die Kupplung los ließ hatte ich sofort durchdrehende Räder. Glücklicherweise habe ich mich außen in der dritten Kurve wieder nach vorne schieben können und nicht zu viel Boden verloren."

Nachdem sich die roten Renner an Carlos Sainz vorbei gepresst hatten - beide benötigten zwei Versuche - ging es auf die Jagd nach Red Bull. Ferrari holte auf. "Wir waren rund eine halbe Sekunde schneller als sie auf Softreifen", berichtete der vierfache Weltmeister. Auf der Strecke war aber kein Vorbeikommen. Für Ferrari konnte es nur über die Strategie gehen. Doch Red Bull antizipierte die Gedanken der Ferrari-Strategen und setzte zuerst Ricciardo auf eine Dreistopp-Taktik. Vettel zog in Runde 29 nach.

Vettel verteidigt sich gegen Ricciardo

Dagegen blieben Max Verstappen und Kimi Räikkönen bei zwei Reifenwechseln. "Ich war überrascht, wie gut die Zweistopp-Taktik funktioniert hat. Im Nachhinein waren drei Stopps heute leider nicht die richtige Wahl. Aber wir mussten es probieren. Wir wollten Ricciardo unter Druck setzen", meinte Vettel, der nur acht Runden mit der zweiten Soft-Garnitur drehte.

Dann legte er sie im 37. Umlauf ab. Mit dem frühen dritten Gummi-Tausch schnappte er sich Ricciardo, hatte gleichzeitig gegen Rennende aber die schlechteren Reifen. "Mit Mediums war es in etwa ausgeglichen zwischen uns und Red Bull", meinte der Ferrari-Star.

Im Vergleich zu Verstappen und Räikkönen hatte Vettel jedoch die um zwei bzw. drei Umläufe frischeren Pneus. Trotzdem schloss er nicht mehr zum Spitzen-Duo auf. "Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht wirklich näher komme. Von dort an orientierte ich mich nach hinten."

Da kam Ricciardo immer näher. In Runde 59 wagte der Australier einen Angriff. Es war wie so oft. Der dreifache GP-Sieger zog erst im letzten Moment aus dem Windschatten, um seinen Gegner zu überraschen. "Wenn ich nicht aufgemacht hätte, wären wir zusammen gerauscht", urteilte Vettel, der sich per Geste und über Funk beschwerte. "In der Hitze des Gefechts war ich erregt. Aber er hat eben versucht, seine eine Chance zu ergreifen. Das ist Racing." In den Schlussrunden hielt Vettel Ricciardo auf Abstand. Auch weil am Red Bull der linke Hinterreifen platzte. "Ein interessanter Zweikampf", befand Vettel. "Sie waren besser im letzten Sektor. Ich hatte auf der Medium-Mischung Übersteuern. Das Problem war, das Heck ruhig zu halten."

Ferrari verkürzt in der WM

Räikkönen lag zwar dicht hinter Verstappen. Aber es reichte in der Schlussphase nicht zu einem einzigen Angriff. Der 18-Jährige hielt den 36-Jährigen routiniert auf Abstand. "Es war schwer, Max zu folgen. Ich konnte nach der letzten Kurve einfach nicht nah genug dran bleiben, weil ich hinter ihm Abtrieb verlor." Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen scherzte der Iceman. "Ich bin gegen seinen Vater gefahren. Vor diesem Hintergrund ist sein Sieg noch unglaublicher."

Trotz des verpassten Sieges war Spanien für Ferrari eine Reise wert. Räikkönen schob sich mit 61 Punkten auf die zweite WM-Position. Es fehlen 39 Zähler auf Rosberg. Vettel belegt mit 48 Punkten den vierten Rang. Hamilton kommt auf die gleiche Ausbeute. In der Konstrukteurs-WM verkürzte Ferrari die Lücke auf 48 Punkte.

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