Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ferrari schaut nicht auf Red Bull

Mercedes bleibt das Ziel

Sebastian Vettel - Ferrari - GP England - Silverstone - Qualifying - Samstag - 9.7.2016 Foto: sutton-images.com 63 Bilder

Fast 70 Sekunden Rückstand auf Mercedes. Über eine Minute auf Red Bull. Ferrari betrieb in Silverstone mit nur 12 Punkten nicht einmal Schadensbegrenzung. Trotzdem hält man am Ziel fest, Mercedes alsbald einzuholen. Auf Red Bull will die Scuderia nicht schauen.

12.07.2016 Andreas Haupt 1 Kommentar

Das Qualifying war eine Schmach. Das Rennen keinen Deut besser. Ferrari hatte in England gegen Mercedes nichts zu melden. Auch Red Bull war stärker. Die größte Problemzone: der mangelnde Anpressdruck. Der starke Wind erschwerte die Situation. Dazu kamen technische Probleme.

Im Training ging wieder einmal das Getriebe zu Bruch. Die Folge: Sebastian Vettel rückte in der Startaufstellung um 5 Plätze zurück. „Die Strafe hat ihm auch psychologisch geschadet“, erklärte Teamchef Maurizio Arrivabene. Der Teamchef wollte seinen Piloten nach einem verkorksten Grand Prix mit einigen Fahrerfehlern in Schutz nehmen.

Vettel „kein Roboter“

Die Getriebeschäden treiben dem Italiener die Sorgenfalten auf die Stirn. „Es ist jetzt schon öfters in diesem Jahr passiert. Wir müssen sicherstellen, dass es nicht weiter auftritt und das Problem schnellstmöglich lösen“ Die genaue Ursache für den Defekt kannte Ferrari noch nicht. Oder man wollte nicht damit rausrücken. „Es ist zu früh zu sagen, was schief lief. Ich denke, es hat vermutlich mit dem Material zu tun“, sagte Arrivabene. „Ich hoffe, dass wir uns nicht verrechnet haben.“

Konstruktionsbedingte Fehler wären weitaus schlimmer. Dass Vettel im Cockpit die Hände zusammenschlug, als das Getriebe streikte, wollte der Teamchef nicht überbewerten. Manche sahen darin schon einen Ausdruck dafür, dass der Heppenheimer langsam verzweifelt. „Das ist menschlich. Sebastian ist kein Roboter“, stellte Arrivabene klar.

Nach der Silverstone-Pleite ist Mercedes weiter davon gelaufen. Ferrari braucht schon ein Suchgerät, um die Silbernen überhaupt zu orten. Sowohl auf der Strecke als auch beim WM-Punktestand. Kimi Räikkönen büßte als Fünfter 69,743 Sekunden auf Sieger Lewis Hamilton ein. In der WM liegt der Iceman 62 Punkte hinter Nico Rosberg. 61 hinter Hamilton. Vettel fehlen gar schon 70 Zähler auf den WM-Führenden.

In der Team-WM sieht es nicht besser aus. Da ist Mercedes nach zehn Rennen schon mit 335 zu 204 Punkten enteilt. Und Red Bull rückt immer näher. In den letzten beiden Grand Prix sammelte der Abonnement-Champion von 2010 bis 2013 exakt 31 Punkte mehr als die Scuderia. „Red Bull ist momentan stark“, hielt Arrivabene fest. „Das ist gut für die Formel 1. Aber unser Ziel heißt weiter Mercedes.“

Arrivabene verteidigt Update-Politik

Ferrari will sich weiter auf 2016 konzentrieren. Den WM-Titel hat man in Maranello noch nicht abgeschrieben. Zwar arbeitet ein „kleines Team schon am 2017er Auto“ und ein weiteres „kleines Team an der Motorenentwicklung für das kommende Jahr“, trotzdem soll der Abstand noch in dieser Saison schrumpfen.

Doch die Formel 1-Welt fragt sich: Wann bringt Ferrari endlich ein großes Update-Paket auf der Aerodynamikseite? Bislang überarbeiteten die Italiener einzig ihren Antriebsstrang, der nach Meinung der Experten aber mittlerweile fast dem von Mercedes gewachsen ist. Das größere Problem liegt aber bei der Luftführung um das Auto, um genügend Anpressdruck zu erzeugen. In England fehlte es Ferrari in jedem Kurventyp.

In Silverstone klebten die Techniker zwei kleine Flügelchen unter das Chassis und retuschierten den Frontflügel. Allerdings war das Mercedes-Upgrade aus Unterboden, Bargeboards und Heckflügel abermals umfangreicher. „Zu diesem Zeitpunkt kannst du keine großen Updates bringen“, verteidigte Arrivabene. „Wir müssen zuerst unsere Probleme in den Griff bekommen und die Balance des Autos verbessern.“

Wird Ferrari noch einen großen Angriff an der Technikfront starten. „Das sage ich Ihnen, wenn es soweit ist“, geheimniskrämte der Italiener. Viel Zeit kann Ferrari nicht mehr verstreichen lassen. Sonst hat Mercedes weiter einfaches Spiel. Und Red Bull zieht vorbei.

Neuester Kommentar

Eigentlich kann man nur hoffen, dass dieses hoffnungslose Auto seit den Testfahrten hauptsächlich deshalb nur Retuschen erfährt, weil Ferrari das Augenmerk frühzeitig auf die nächste Saison verschoben hat.

Wahrscheinlich ein Fall von wishful thinking.

Proesterchen 12. Juli 2016, 11:07 Uhr
Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden