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Scuderia Ferrari Teamchef Domenicali

Ferrari setzt 2011 voll auf KERS

GP Kanada 2010 Massa Foto: xpb 37 Bilder

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali hat nach dem Rennen in Montreal bestätigt, für die Saison 2011 ein reines KERS-Auto zu bauen. Der Wunsch nach einer höheren Leistung des Systems wurde den Italienern aber nicht erfüllt.

14.06.2010 Tobias Grüner

Nach acht Rennen in der aktuellen Saison arbeiten bereits alle Teams mit Hochdruck am Auto für das kommende Jahr. Die letzten Weichen des Reglements für 2011 werden gerade gestellt. Die Ingenieure und Designer bekommen nun immer mehr Parameter zur Berechnung der neuen Boliden.

Ferrari wollte KERS mit mehr Leistung

"Die Teams haben sich auf ein höheres Grundgewicht des Autos geeinigt", berichtet Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali über einen Unterschied zur aktuellen Saison. Statt 620 Kilogramm muss das Auto ab dem kommenden Jahr 640 Kilo auf die Waage bringen. "Das hilft uns sicher dabei, KERS effektiv zu benutzen", erklärt der Italiener den Grund für die Anhebung.
 
Ganz zufrieden ist Domenicali aber nicht. Der Scuderia-Capo hätte gerne auch die Parameter des KERS-Systems geändert. "Wir hätten natürlich lieber eine Lösung gesehen, bei der deutlich mehr Energie zur Verfügung steht. Aber darüber konnte leider keine Übereinkunft gefunden werden. Wir sind als Kompromiss dann bei dem bisherigem Reglement geblieben."
 
Ross Brawn von Konkurrent Mercedes hatte am Rande des Rennens in Montreal zugegeben, dass man intern noch über einen KERS-Einsatz diskutiert. "In vier bis sechs Wochen muss spätestens eine Entscheidung her", erklärte der Silberpfeil-Teamchef.
 
Bei Ferrari ist die Entscheidung dagegen schon gefallen. Die Scuderia will den zusätzlichen Energie-Spender auf jeden Fall an Bord haben. "Das Reglement ist immerhin gut genug, um die Entwicklung anzustoßen, und um zu schauen ob das System funktioniert." Wie Domenicali jetzt schon bekannt gab, soll der neue Ferrari ein reines KERS-Auto werden. "Wir planen das System auf jeden Fall in das Auto zu implementieren und auch bei jedem Rennen einzusetzen. So ist zumindest der aktuelle Stand."

Entwicklungstempo muss angezogen werden

Noch müssen in der aktuellen Saison aber elf Rennen gefahren werden. Und da hat Ferrari den Kampf trotz schwächerer Resultate zuletzt noch nicht aufgegeben. Das Entwicklungstempo soll in der zweiten Saisonhälfte noch einmal verschärft werden. "Wir müssen noch aggressiver vorangehen. Es wurde zuletzt deutlich, dass wir zu viel Mühe in die Entwicklung des F-Schacht-Heckflügels gesetzt haben", kritisiert Domenicali.
 
Der Teamchef gibt zu: "Wir haben uns zu wenig um die anderen Teile des Autos gekümmert. Ab Valencia wollen wir uns ganz um die anderen Baustellen kümmern und den F-Schacht außen vorlassen. Es ist ein sehr kompliziertes System, dass sehr viele Ressourcen des Gesamtprojekts verschlungen hat."

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