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Ferrari sieht rot

Formel-1-Putsch gegen Mosley

Luca di Montezemolo Foto: dpa 27 Bilder

Auf dem Siedepunkt des Formel-1-Machtkampfs führt Ferrari die Rebellenteams in einen Putsch gegen Weltverbandschef Max Mosley. "Entweder wir lösen den Streit oder wir werden eine eigene Serie haben", drohte Scuderia-Boss Luca di Montezemolo.

15.06.2009

Auf allen diplomatischen Kanälen arbeiten die revoltierenden Rennställe an der Entmachtung des Briten. Parallel treibt Ferrari kurz vor dem Großen Preis von Großbritannien am kommenden Sonntag die Pläne für einen Ausstieg aus der Königsklasse voran. "Die Konstrukteure fordern Mosleys Kopf", urteilte der "Corriere dello Sport" am Wochenende.

Offen sucht die Teamvereinigung FOTA nach Verbündeten in den Spitzengremien der FIA, um Mosleys Alleinherrschaft zu beenden. "In der FIA wird es Leute geben, die verantwortungsvoll genug sind und verstehen, dass man die Formel 1 nicht zerstören darf", meinte di Montezemolo. Der Mosley-Widersacher ließ am Samstag mit einem Auftritt beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans demonstrativ die Muskeln spielen. "Wir bilden eine starke Gruppe", sagte der Fiat-Chef, der sich zuvor noch einmal der Solidarität der sieben anderen FOTA-Mitglieder versichert hatte. Unverhohlen kokettierte der Italiener mit einem Werksengagement von Ferrari in Le Mans als Alternative zur Formel 1.

Piratenserie "nicht schwer"

Auch eine "Piratenserie" sei möglich, wenn in dem seit Monaten schwelenden Konflikt um das Formel-1-Regelwerk und eine Budgetgrenze kein Kompromiss zustande kommt. "Das ist nicht schwer, wenn man die Motoren, die Getriebe, die Marken, die Technologie, die Organisation und die Fähigkeit zu investieren hat", erklärte di Montezemolo.

Der jüngste Affront vom Freitag bei der Bekanntgabe der vorläufigen Starterliste für die Saison 2010 hat das Fass für die FOTA offenbar zum Überlaufen gebracht. Die FIA hatte Ferrari, Red Bull und Toro Rosso gegen deren Willen vorbehaltlos als feststehende Teilnehmer benannt. Zudem setzte der Dachverband den fünf weiteren FOTA-Teams McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Brawn GP, Toyota und Renault ein Ultimatum bis kommenden Freitag, ihre Bedingungen für einen Start zurückzuziehen. "Mosley provoziert - Fiat & Co. erklären ihm den Krieg", befand daraufhin "La Repubblica".

Kritik an FIA-Präsident Mosley

Mosleys Politik ist den Formel-1-Rennställen seit langem ein Dorn im Auge. Der radikale Sparkurs des 69-Jährigen und seine jüngste Regelrevolution geht den meisten Teams zu weit. Per Brandbrief bat die FOTA den Motorsport-Weltrat und den FIA-Senat um Hilfe. Die Vereinigung der europäischen Automobilhersteller ACEA forderte öffentlich ein Ende des derzeitigen FIA-Führungssystems. "Was wir wollen, ist ein korrekter und ausgewogener Führungsstil, weil es daran manchmal fehlt", sagte FOTA-Vizepräsident John Howett.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone mahnte zur Besonnenheit. "Ich möchte alle bitten, nicht in aller Öffentlichkeit mit Schmutz aufeinander zu werfen, sondern die Lage sich etwas beruhigen zu lassen", zitierte die Londoner "Times" den 78-Jährigen, der um sein Lebenswerk fürchten muss. Doch eine Kapitulation der Teams erscheint unwahrscheinlich. Die acht Rennställe fordern ein einheitliches Reglement für alle Teilnehmer und einen Grundlagenvertrag, der die Teams bis 2012 an die Formel 1 binden soll und unter anderem die Verteilung der Gelder regelt. Sonst wollen die Mosley-Gegner 2010 nicht an den Start gehen.

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