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Ferrari sprengt Mercedes-Duo

Vettels Regen-Trick

GP Malaysia - Sebastian Vettel - Ferrari - Qualifikation - Samstag - 28.3.2015 Foto: xpb 75 Bilder

Ferrari blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die Qualifikation des GP Malaysia zurück. Sebastian Vettel startet aus der ersten Reihe, weil Ferrari im Regen richtig taktierte, und er die beste Linie fuhr. Kimi Räikkönen flog im Q2 raus, weil ihm ein Anfängerfehler unterlief.

28.03.2015 Michael Schmidt

So dicht war Ferrari schon lange nicht mehr an der Pole Position dran. Sebastian Vettel fehlten nur 0,074 Sekunden auf die Bestzeit von Lewis Hamilton. Zum ersten Mal seit dem GP Ungarn 2014 strahlte die erste Startreihe nicht mehr in Silber. Das sind 10 Rennen. Für Ferrari ist es eine gefühlte Ewigkeit her, ein Auto in die vorderste Reihe gebracht zu haben. Das letzte Mal hatte der damalige Ferrari-Pilot Felipe Massa beim GP Malaysia 2013 freie Sicht. Das ist 38 Grand Prix her.

Ferrari zeigte schon auf trockener Strecke, dass der Rückstand auf Mercedes geschrumpft ist. Vettel und Räikkönen trennten nur drei bis fünf Zehntel von den Silberpfeilen. Und das auf einer Strecke, die aerodynamisch anspruchsvoll ist. Da weder Mercedes noch Ferrari ihre Autos großartig aufgerüstet haben, musste es an den Umständen liegen.

Beim Motor herrscht Gleichstand

Zuerst spielte die große Hitze Ferrari in die Karten. Später der Regen. Ferrari musste die Verkleidung weniger öffnen als Mercedes. Technikchef James Allison fügte hinzu: "Das Arbeitsfenster der Reifen ist klein. Davon profitieren Autos, die nett zu den Reifen sind. Da zählen wir dazu." Der Mercedes nimmt seine Sohlen härter ran. Deshalb reservierten sich Lewis Hamilton und Nico Rosberg auch mehr Garnituren der harten als der weichen Mischung für das Rennen. Die starke Reifenabnutzung der Mercedes könnte im Rennen noch Vettels Trumpfkarte werden.

Kaum zu glauben, aber wahr: Beim Motor herrscht Gleichstand. "Ich bin mal hinter Seb hergefahren. Der Ferrari-Motor geht ab wie eine Rakete", staunte Nico Hülkenberg. Der letzte Streckensektor mit den zwei langen Geraden unterstrich den Eindruck des Force India-Piloten. Vettel lag mit 40.176 Sekunden nur vier Tausendstel hinter Hamilton. Nico Rosberg war ebenfalls überrascht: "Die Ferrari sind sauschnell auf der Geraden. Dort machen sie Zeit auf uns gut." Ein Mercedes-Ingenieur verrät: "Wir müssen mit konservativen Einstellungen fahren."

Vettels Auto hat in jeder Kurve getanzt

Im Q3 des Abschlusstrainings wurden sämtliche Erfahrungswerte über den Haufen geworfen. Nach einem Wolkenbruch stand die Strecke unter Wasser. Jetzt war gute Strategie gefragt. Ferrari hatte exakt das richtige Timing. Eine plus eine Runde auf Intermediates. Vettel war zwar nicht ganz zum Schluss auf der Strecke, aber er konnte den Grip der neuen Intermediates optimal nutzen. In der ersten fliegenden Runde.

Mercedes entschied sich dafür, mit dem ersten Satz Intermediates eine Sicherheitsrunde zu fahren und mit dem zweiten zwei Runden, um so spät wie möglich auf der Strecke zu sein. "Leider hatten die Intermediates bei der zweiten Runde schon ihren Zenit überschritten", bedauerte Chefingenieur Andrew Shovlin.

Allison applaudierte seinem Fahrer: "Sebastian ist eine unglaubliche Runde gefahren. Da war jede Kurve am absoluten Limit. Man hat es gesehen, wie das Auto getanzt hat. Immer knapp am Abfliegen." In der letzten Kurve packte Vettel einen Trick aus. Er fuhr die Haarnadel spitz an, um möglichst gerade herauszubeschleunigen.

Der Ferrari-Pilot empfand es gar nicht so speziell: "Das ist doch die normale Regenlinie. Haben die anderen etwas anders gemacht?" Haben sie. Die Mercedes-Piloten fuhren den Bogen voll aus und konnten deshalb nicht so früh aufs Gas geben. Rosberg fragte nicht umsonst seinen Renningenieur, welche Linie die anderen probieren. Tony Ross bedauerte: "Darf ich dir nicht sagen. Es wäre unerlaubtes Coaching."

Nur Räikkönen kam nicht weiter

So gut Ferrari bei Vettel taktiert hat, so sehr blamierte man sich bei Kimi Räikkönen. Der Finne verpasste den Sprung ins Q3, weil ihn Ferrari bei der Aufwärmrunde schlecht über den Verkehr auf der Strecke unterrichtete. Als die große Regenwand immer näher rückte, gingen alle 15 Fahrer in Panik auf fast gleichzeitig auf die Bahn.

Beim Versuch, Platz zum Vordermann zu schaffen, ließ sich Räikkönen in der Zielkurve zu weit nach außen abtreiben. Dabei rutschte ihm Sauber-Pilot Marcus Ericsson durch. Erst als der Finne auch noch Hamilton im Rückspiegel sah, gab er Gas und hing dann zu dicht hinter Ericsson. Die Tragik dabei: Ericsson und Hamilton schafften den Aufstieg ins Q3, nur der Ferrari im Sandwich nicht.

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