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Ferrari überholt Williams

"Malaysia sollte uns besser liegen"

Rob Smedley - Williams - Formel 1 - GP Bahrain - Sakhir - 4. April 2014 Foto: xpb 20 Bilder

Ferrari hat Williams in der Winterpause überholt. Im Kampf um Rang 2 in der Teamwertung liegen die roten Autos ein kleines Stück vorne. Williams-Chefingenieur Rob Smedley erklärt, warum das in Malaysia schon wieder anders aussehen könnte, und warum Ferrari nicht der einzige Gegner ist.

17.03.2015 Tobias Grüner

Williams war das Überraschungsteam der Formel 1-Saison 2014. Nun sind die Erwartungen deutlich gestiegen. Ein verpasster Podiumsplatz von Felipe Massa ist mittlerweile eine Enttäuschung. Auch der Abstand zu Mercedes stellte die Ingenieure nicht zufrieden. Obwohl man mit der eigenen Arbeit in der Winterpause einverstanden ist.

Ferrari vor allem durch neuen Motor schneller

"Wir haben die Ziele erreicht, die wir uns selbst gesteckt haben. Und das waren ziemlich aggressive Werte", analysiert Chefingenieur Rob Smedley. "Wenn man bedenkt, dass Ferrari wohl vor allem durch die Power Unit einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, dann können wir mit unserem Auto eigentlich ganz zufrieden sein."

Im Rennen von Melbourne hatte Massa im Duell mit Vettel nur wenige Chancen, obwohl er vor dem Deutschen gestartet war. "Es war sehr eng. Aber als beide Autos auf den gleichen Reifen unterwegs waren, hat man gesehen, dass sie definitiv etwas schneller als wir waren. Und das betrifft das ganze Paket – das Chassis und die Power Unit. Wir haben also noch etwas Arbeit vor uns", berichtete Smedley.

Williams versuchte, Vettel durch einen frühen Stopp hinter sich zu halten. Doch die aggressive Taktik ging nicht auf. Vettel war schneller als erwartet. Massa blieb im Verkehr stecken. Da half es auch nichts, dass der Williams-Boxenstopp ein paar Zehntel schneller war.

Williams in Malaysia besser als Ferrari?

Smedley erwartet auch in den nächsten Rennen einen harten Fight. Wie das Bild in Malaysia aussehen wird, konnte der ehemalige Ferrari-Techniker aber nicht sagen: "Wir müssen noch mehr Daten auf verschiedenen Arten von Rennstrecken sammeln. Wenn man die Charakteristik unseres Autos anschaut, dann sollte uns die Strecke in Malaysia aber etwas besser liegen. Ob wir auch im Vergleich zu Ferrari stärker werden, kann ich aber nicht sagen."

Mit großem Respekt blickt der Ingenieur auf die silberne Konkurrenz. Von Neid keine Spur. "Ich habe selbst schon für ein Team gearbeitet, das dominiert hat. Und jetzt dominieren sie. Das ist das Ergebnis harter Arbeit. Sie haben alles richtig gemacht. Da müssen wir einfach den Hut ziehen."

Aus eigener Erfahrung weiß Smedley, dass kein Team in der Formel 1 ewig dominiert hat. "Das Pendel schwingt in der Formel 1 immer wieder um. Die Verfolger werden irgendwann aufholen. Bei den Teams an der Spitze gibt es oft personelle Abgänge oder Umstrukturierungen. Auch neue Reglements können für Abwechslung sorgen. Wir als Williams sollten nicht darauf warten, bis sie es vermasseln, sondern versuchen, als Team einfach besser zu arbeiten."

Mercedes-Dominanz ohne Technik-Trick

Warum der Mercedes AMG W06 aktuell so überlegen ist, dafür hat man bei Williams aktuell keine konkrete Erklärung. "Wenn wir es wüssten, würden wir es genauso machen. Es gibt nicht den einen magischen Trick. Sie haben kein besonderes Technik-Feature, das ihr Auto 1,4 Sekunden schnellermacht als alle anderen. Sie überzeugen einfach durch exzellente Arbeit in allen Bereichen. Sie sind die Messlatte."

Das Traditionsteam aus Grove will sich aber vor dem übermächtigen Gegner nicht verstecken. Die Ziele sind ambitioniert: "Wir müssen als Team daran glauben, dass wir genauso schnell weiterentwickeln können wie alle anderen. Das haben wir in der letzten Saison schon bewiesen", sagt der Engländer selbstbewusst.

"In den vergangenen 12 Monaten hat sich die Mentalität des Teams geändert. Die Windkanal-Abteilung macht fantastische Arbeit. Dadurch haben wir viel Performance gewonnen. Auch die Abteilung Mechanik hat gut gearbeitet. Das Auto ist wieder sicher, zuverlässig und gut ausbalanciert", lobt Smedley seine Crew.

Smedley will mit Williams Titel gewinnen

Der 41-Jährige will sich nicht damit abfinden, nur um Rang 2 zu kämpfen: "Ich habe einen festen Glauben daran, dass dieses Team Weltmeisterschaften gewinnen kann. Wir wissen, dass wir noch nicht so weit sind. Wir befinden uns auf einem langen Weg. Man muss sich nur einmal anschauen, wie das Team vor 12 Monaten aussah. Das Bild hat sich komplett gewandelt. Ich bin nicht zu Williams gekommen, damit wir hier einfach nur die Startaufstellung auffüllen. Wir sind hier alle bei Williams echte Racer."

Der Aufstieg im Vorjahr war rasant. Smedley erwartet allerdings nicht, dass es in diesem Tempo weitergehen kann: "Wir haben schon viele Fortschritte gemacht. Jetzt geht es an die kleinen Details. Die Früchte, die weit unten am Baum hängen, haben wir schon alle gepflückt. Jetzt müssen wir uns etwas mehr strecken, um an die nächsten Früchte weiter oben zu kommen. Aber wir werden deshalb jetzt nicht einfach aufhören. Ich werde die Jungs in meinen Abteilungen weiter damit nerven, auf jedes Detail zu achten. Ohne diese Einstellung wird man nie Rennen und Titel gewinnen."

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